KSG Gerlingen Die Stunde null schlägt im Gasthaus Fäßle

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In den Anfangsjahren des organisierten Sports in Gerlingen ist das Turnen noch Männersache. Foto: KSG Gerlingen

Gerlingen - Normalerweise sind die Ehrenamtlichen eines Vereins schon sehr gut ausgelastet, wenn es darum geht, für ein Jubiläum eine zentrale Festveranstaltung auf die Beine zu stellen. Umso beeindruckender ist das, was die Organisatoren rund um die Vorsitzende Sabine Wahl zum 125-Jahr-Jubiläum der KSG Gerlingen auf die Beine gestellt haben. „Wir wollten einen Bogen über das ganze Jahr schlagen und für alle Altersgruppen etwas bieten“, erklärt Sabine Wahl den Ansatz der KSG. Mit insgesamt acht Veranstaltungen bis in den November feiern die Mitglieder den Geburtstag.

Rückblick: Mit dem organisierten Sport angefangen hat alles am 19. August im Jahr 1894, als der Turnverein Gerlingen im Gasthaus Fäßle gegründet wurde. Zuvor hatten die Turner auf einem selbst gebauten hölzernen Reck und Barren im Garten des Wirtes trainiert. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herman Schweizer gewählt. Der neu erbaute Saal ‚Zum Lamm’ war die Übungsstätte. Zur Spaltung und Neugründung eines Männerturnvereins (MTV) kam es im Jahr 1900. Dessen Vorsitzender war Gottlob Roth. Nur drei Jahre später zogen die beiden Vereine wieder an einem Strang und verschmolzen zum Turnerbund.

Vereinsleben musikalisch aufbereitet

Den Auftakt der 125-Jahr-Feier machte die Eröffnungsveranstaltung in der Jahnhalle im Januar. Mit rund 200 geladenen Gästen, die sich in hohem Maße für die KSG engagieren, wurde unter dem Motto „Sport in Gerlingen – Ehrenamt – Geschichte“ gefeiert. „Besonders schön war, dass das Ensemble ,Dein Theater‘ unser Vereinsleben musikalisch aufbereitet hatte“, sagt Sabine Wahl. Die Gäste erhielten an diesem Abend das knapp hundert Seiten starke Jubiläumsbuch überreicht, in dem sich die 14 Abteilungen der KSG in Wort und Bild vorstellen.

Die Fußballer in Gerlingen vereinigten sich 1908 zum Fußballclub Germania. Gespielt wurde mit schwarz-rot-gestreifter Bluse, so heißt es in der Vereinschronik, und schwarzer Hose. Eine Turn- und Festhalle bekamen die Gerlinger Sportler 1923. Ein Jahr später wird ein weiterer Club gegründet: der Turn- und Sportverein Gerlingen. Zehn Jahre danach, 1933, löst die NSDAP den Turnerbund auf. Zum Kriegsende 1945 unterbinden die Alliierten das Engagement aller kultur- und sporttreibenden Vereine. Noch im selben Jahr wird die heutige Kultur- und Sportgemeinde ins Leben gerufen. Diese übernimmt das Vermögen des Turn- und Sportvereins sowie des Turnerbundes – dazu gehörten der Sportplatz Breitwiesen sowie das Clubhaus auf der Schillerhöhe. Bei der Gründungsversammlung zählte der Verein 51 Mitglieder.

14 Abteilungen mit rund 2300 Mitgliedern

Modern präsentierte sich die KSG Gerlingen mit ihren 14 Abteilungen im März bei der Messe „Aktiv und Gesund“ in der Stadthalle. „Da konnten sich vor allem die Abteilungen vorstellen, die im Bereich Breiten- und Gesundheitssport etwas anbieten“, erzählt Sabine Wahl. Höhepunkt war am Abend ein Programm mit dem ehemaligen Olympiasieger über 5000 Meter, Dieter Baumann, das schon Wochen im Voraus ausverkauft war. Auch den traditionellen Solitudelauf nutzten die Organisatoren, um auf ihr 125-Jahr-Jubiläum aufmerksam zu machen: Für alle Voranmelder gab es ein spezielles Laufshirt.

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