Gemeinderat Leonberg KSK-Häuser: Kommt der Durchbruch?

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Wie geht es weiter mit dem Projekt der Sparkasse? Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Leonberg - Wenn an diesem Donnerstag das heiß diskutierte Leonberger Bauprojekt der Kreissparkasse im städtischen Planungsausschuss erneut auf die Tagesordnung kommt, so hat das Vorhaben mit fünf Gebäuden eine wichtige Hürde bereits genommen.

Denn während in Leonberg am Dienstag der Pferdemarkt gefeiert wurde, haben in Böblingen die Mitglieder des sparkasseninternen Bauausschusses getagt. Unter Leitung des Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Landrat Roland Bernhard, wurde auch über die geplanten vier Wohnhäuser und ein neues Direktionsgebäude für die KSK in Leonberg gesprochen.

Standortbekenntnis für Leonberg

Zwar wird in der Kommunalpolitik allgemein begrüßt, dass das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut im Bereich Grabenstraße/Stuttgarter Straße vier Häuser mit 70 Wohnungen, ein Viertel davon sozial gefördert, bauen will. Auch dass die KSK ihr Direktionsgebäude aus den 50er Jahren durch ein neues ersetzen möchte, ist unstrittig, wird diese Absicht vor allem als Standortbekenntnis gedeutet.

Doch der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail: So pochen die Freien Wähler auf einen Parkplatzschlüssel von 1,5 pro Wohnung, so wie es auch bei anderen Neubauprojekten üblich ist. Bisher hatten die Stadt und Sparkasse die Ansicht vertreten, dass bei den sozial geförderten Wohnungen jeweils ein Stellplatz reicht.

Axel Röckle aber, der Fraktionschef der Freien Wähler, verweist auf die große Parkplatznot in der Altstadt und den benachbarten Stadtvierteln. Gäbe es für die vier neuen Häuser keinen ausreichenden Parkraum, würde die Not nur größer.

Die Kompromisslinie, die jetzt im Bauausschuss der KSK gefunden wurde, sieht nach Informationen unserer Zeitung sieben weitere Stellplätze vor. Damit werde die 1,5-Quote erfüllt. Der von den Freien Wählern vorgeschlagene Verzicht auf zwei bis drei Wohnungen könne so vermieden werden, heißt es aus dem Gremium.

Lesen Sie hier: War die Entscheidung rechtswidrig?

Auch bei den umstrittenen zwei Tiefgaragenzufahrten in der Grabenstraße zeichnet sich eine Alternativlösung ab.

Der zweite große Knackpunkt ist das fünfte Obergeschoss, dass die KSK-Architekten für eines der Wohnhäuser vorgesehen haben. Hier sind hochwertige Appartements mit entsprechenden Erlösen geplant, was für die finanzielle Gesamtkonzeption der Sparkasse sehr wichtig ist.

Die Grünen aber befürchten, dass eine zu hohe Bebauung die Frischluftzufuhr in Richtung Altstadt behindern könnte. Außerdem würden allzu wuchtige Häuser den schluchtartigen Charakter der Grabenstraße noch verstärken. Der Fraktionschef Bernd Murschel betont aber, dass er nicht gegen das Gesamtvorhaben ist, sondern nur die fünfte Etage auf einem Haus.

Optische Aufwertung

Im Bauausschuss der Sparkasse wurde nun dem Vernehmen nach diskutiert, die fünfte Etage deutlich zurückzusetzen, sodass durch die stufenförmige Bebauung mehr Freiraum entsteht.

All diese geänderten Punkte werden an diesem Donnerstag im Leonberger Planungsausschuss (14 Uhr, Rathaus) vorgestellt. Insider gehen davon aus, dass die Neukonzeption mehrheitlich beschlossen wird. CDU, SPD und FDP sind ohnehin für das Projekt, vor allem wegen der Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes, aber auch wegen einer optischen Aufwertung des Eingangs zur Altstadt.

Zur neuen Lage sagt der Sparkassen-Chef Detlef Schmidt nur so viel: „Ich sehe den Beratungen entspannter entgegen.“

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