Gaststätte in Gerlingen Alles neu in der Grimmler Alm

Von Stefanie Köhler
Das Gelände der Grimmler Alm war lange von den Kleintierzüchtern genutzt worden. Foto: Jürgen Ba/h

Die Grimmler Alm in Gerlingen öffnet offiziell wieder – an diesem Donnerstag, 4. August. Darüber informiert die Rathaussprecherin Sofie Neumann. Die Stadt hatte das Flurstück des seit April 2020 insolventen Kleintierzüchtervereins erworben. Hierfür waren im Haushalt 180 000 Euro bereitgestellt worden.

Der neue Pächter sind die Dreisamwerke, Ende 2013 gegründet als Inklusionsunternehmen. Die Gesellschafter sind die Heidehof-Stiftung aus Stuttgart, die auch Gesellschafterin des Altenhilfezentrums Breitwiesenhaus ist, und das Heilpädagogische Sozialwerk aus Freiburg. Das nach eigenen Angaben oberste Ziel sei es, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen.

Das Konzept der Dreisamwerke vereine die Themen Gastronomie, Inklusion und Naturkindergarten auf dem Gelände im Bonholz, sagt Sofie Neumann. „Nachhaltigkeit und Regionalität finden außerdem Einklang in den Betrieb der Gaststätte.“ In den vergangenen Monaten seien in und um die Grimmler Alm entsprechende Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten erfolgt, um nun mit dem neuen Konzept starten zu können.

Bürgermeister: „Wohlfühlort inmitten der Streuobstwiesen“

Der Bürgermeister ist froh, dass die Stadt einen neuen Pächter für die seit dem Jahr 2020 verwaiste Grimmler Alm gefunden hat. „Mit der Neueröffnung wird die über lange Jahre anhaltende Attraktivität der Gaststätte wiederbelebt“, sagt Dirk Oestringer (parteilos), der die Wiedereröffnung eine „weitere gastronomische Bereicherung“ für Gerlingen nennt. „Die Grimmler Alm ist ein Wohlfühlort inmitten der Gerlinger Streuobstwiesen, der zur Naherholung direkt vor der Haustüre einlädt.“

Für Michael Brenner, Geschäftsführer der Heidehof-Stiftung und der Dreisamwerke, ist die Grimmler Alm noch aus einem anderen Grund bedeutsam. Er sagt, Integrationsbetriebe seien ein anerkanntes und wirksames Mittel, um reguläre Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. „Hierzu sind gastronomische Angebote in besonderem Maße geeignet, auch als Angebote der beruflichen Rehabilitation.“

Erster Naturkindergarten in der Stadt entsteht

Jetzt im Sommer öffnet der Biergarten, in den Wintermonaten können geschlossene Veranstaltungen im Innenraum stattfinden. Angeboten wird, was es typischerweise in Biergärten zu essen und zu trinken gibt. Im Rahmen des Gastronomiebetriebes seien neue Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap geschaffen worden, außerdem solle die Grimmler Alm als Ausflugsziel für Pflege- und Behinderteneinrichtungen dienen.

Eine große Rolle im Gesamtkonzept spielt auch die naturnahe Kinderbetreuung – weshalb auf dem Gelände zusätzlich ein Naturkindergarten entstehen soll. Dieser stellt laut der Rathaussprecherin eine weitere positive Entwicklung zum bisherigen vielfältigen Betreuungsangebot der Stadt dar. Der Naturkindergarten öffnet nächstes Jahr. Bis dahin stünden noch zusätzliche Erneuerungsarbeiten an, „damit in der kommenden Saison vollumfänglich mit dem Betrieb gestartet werden kann“ und die Arbeiten für den neuen Kindergarten beginnen können.

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