Fußball: Von Rutesheim nach Südafrika Wo ein Ball Kinderaugen zum Leuchten bringt

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In Rutesheim hören die B-Junioren auf sein Kommando, in Südafrika bringt er die Teilnehmer der Young Bafana Soccer Academy zum Schwitzen: Patric Vaihinger (rechts). Foto: privat

Rutesheim - Patric Vaihinger steigt mit ein paar Wochen Verspätung in die Rückrundenvorbereitung der SKV Rutesheim ein. Doch das hat einen guten Grund: Der Student der Sportwissenschaften ist erst am Montag aus Südafrika zurückgekehrt, wo er drei Monate lang bei der Young Bafana Soccer Academy Nachwuchskicker aus ärmsten Verhältnissen aus den dortigen Townships trainiert und diverse Marketingaufgaben übernommen hat.

Auf die Idee hat Patric Vaihinger sein Bruder gebracht, der bei Internetrecherchen auf die gemeinnützige Organisation in der Nähe von Kapstadt gestoßen war. Seit Mitte November hat sich der 23-Jährige um die Athletik der sogenannten Performance Teams in den Altersklassen U 12, U 14 und U 16 gekümmert und fungierte bei Spielen als Co-Trainer. „Es gibt eine Township-Liga, in der aber nur ein oder zwei richtig starke Mannschaften vertreten sind. Daher haben wir immer wieder Testspiele gegen deutlich bessere Teams aus der zweiten Liga in Südafrika organisiert, bei denen die Jungs häufig Unentschieden gespielt haben und mehr als nur mithalten konnten“, erzählt Patric Vaihinger.

Chance auf ein besseres Leben

„Sechs Mannschaften, 120 Spieler, eine Familie“ lautet das Motto der gemeinnützigen Organisation, die sich seit 2010 mit einem Fußball- und Bildungsangebot der ganzheitlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus armen Verhältnissen widmet. „Fußball wird in Südafrika als die große Chance auf ein besseres Leben gesehen“, erklärt Patric Vaihinger, „doch damit eine Fußballkarriere gelingen kann, bietet Young Bafana darüber hinaus auch Unterricht in Englisch und Mathematik sowie Training für soziale Kompetenzen an.“

Die Nachfrage nach einem Platz in der gemeinnützigen Organisation ist groß. Zu Saisonbeginn hat es ein großes Sichtungstraining gegeben, bei dem sich mehr als 100 Kinder aus den Townships um einen Platz beworben hätten. Rund 50 von ihnen haben es in eines der Performance Teams geschafft. Beeindruckt hat den B-Jugend-Coach aus Rutesheim, welchen Aufwand die Nachwuchskicker teilweise auf sich nehmen: „Manche laufen 45 Minuten von zu Hause bis zu dem Platz, wo sie am Nachmittag zum Training abgeholt werden.“

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