Fußball-Verbandsliga Der bange Blick auf die Pandemie spielt mit

Von Andreas Klingbeil
Auch in der kommenden Saison Trainer in Rutesheim: Marcel Pfeffer. Foto: Baumann/Julia Rahn

Rutesheim/Ditzingen - Wird der Punktspielbetrieb wieder aufgenommen? Gelingt es, die komplette Rückrunde zu absolvieren? Kann ein erneuter Abbruch der Saison ausgeschlossen werden? Belastbare Antworten auf diese Fragen gibt es auch zum Jahresbeginn 2022 nicht. Zu unsicher die Prognosen, wie stark die Omikron-Variante das Leben in der Coronapandemie lahmlegt. Sicher dagegen ist der geplante Termin, wann es in der Fußball-Verbandsliga wieder um Punkte gehen soll. Am Wochenende 19./20. Februar wird der ursprünglich für den 4. Dezember angesetzte Spieltag – Rutesheim muss zum FC Wangen, Heimerdingen nach Pfullingen – eine Woche vor dem eigentlichen Rückrundenstart nachgeholt.

SKV Rutesheim Auch wenn immer noch nicht alle Spieler wieder zur Verfügung stehen, so voll war es am Montag Abend auf dem Kunstrasenplatz im Sportpark Bühl schon lange nicht mehr, wenn die erste Mannschaft trainiert hat. Für den Coach Marcel Pfeffer fühlte es sich fast so an, als ob er gleich mehrere Neuzugänge in der Winterpause begrüßen kann. Die Langzeitverletzten Alexander Wellert, Patric Vaihinger und Keven Müller haben sich zurückgemeldet. Auch Tim Rudloff war wieder mit von der Partie. Constantin Kogel und Markus Wellert müssen sich dagegen noch etwas gedulden, Michael Schürg und Tobias Weiß fehlten urlaubsbedingt. Und tatsächlich mischte sich auch ein echter Neuzugang unter die Trainingsgruppe: Offensivmann Ennio Ohmes vom SV Leonberg/Eltingen will sich der Herausforderung Verbandsliga stellen. „Ich fand schon immer, dass das ein interessanter Spieler ist. Und mit 22 Jahren ist er noch entwicklungsfähig“, sagt Marcel Pfeffer.

Dazu könnte auch der Übungsleite selbst beitragen. In der spielfreien Zeit haben sich der Verein und Marcel Pfeffer mit seinen beiden Co-Trainern Ken Geiger und Christopher Baake auf eine weitere Zusammenarbeit in der Saison 2022/2023 verständigt – unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Zwei Punkte sind es für den Tabellenachtzehnten aus Rutesheim derzeit bis zum rettenden Ufer. Mit zwei Siegen und einem Unentschieden in den letzten drei Partien des Vorjahres hat die Mannschaft wieder Anschluss gefunden. Um an diesen Lauf anzuknüpfen, will Marcel Pfeffer in der Vorbereitung drei Schwerpunkte beackern: Restverteidigung (im Ballgewinnspiel), Tiefenläufe (mit Ball) und Standards (eigene und gegnerische).

Testspiele SKV Rutesheim: VfL Nagold (22. Januar, 15 Uhr/Heimspiel), Young Boys Reutlingen (2. Januar, 15 Uhr/H), SV Leonberg/Eltingen (1. Februar, 19 Uhr/H), TSV Weilimdorf (6. Februar, 14.30 Uhr/Auswärtsspiel), TV Darmsheim (12. Februar, 11 Uhr/H), TV Pflugfelden (13. Februar, 15 Uhr/H).

Im Kader sind Plätze frei

TSV Heimerdingen Die Personalplanungen noch nicht abgeschlossen haben sie in Heimerdingen. Das gilt sowohl für das Spielertableau in der Rückrunde als auch für den Trainerposten in der kommenden Saison. Nachdem Robin Kuschewitz (SV Kornwestheim) und Felix Gutsche (Ziel unbekannt) den Verein verlassen haben, sind Plätze im Kader frei. Gespräche mit möglichen Kandidaten laufen noch, unter anderem mit einem bezirksligaerfahrenen Schlussmann, der das Duo Lukas Emmrich/Maik Riesch ergänzen könnte.

Ein weiteres Gespräch zwischen dem Trainer und der Abteilungsführung steht ebenfalls noch aus. In seinem ersten Jahr als verantwortlicher Coach hat Daniel Riffert festgestellt: „Ich habe kennengelernt, dass das Ganze mit einem Mordsaufwand verbunden ist, der mich einige Körner gekostet hat.“ Es gilt, die Rahmenbedingungen abzuklopfen: Macht der Bruder Markus als Co weiter, wie ist die Tendenz bei den Spielern, und wie lassen sich Familie und Beruf mit dem Trainerjob unter einen Hut bringen?

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Auch der TSV Heimerdingen musste – mit einem Zähler mehr auf dem Konto als der Nachbar aus Rutesheim – auf einem Abstiegsplatz überwintern. Weil sich seine Mannschaft im Gegensatz zu den zuletzt abgebrochenen Runden auf Augenhöhe mit der Konkurrenz präsentierte, erwartet Daniel Riffert in diesem Jahr „andere“ Begegnungen: „Ich denke, viele haben uns unterschätzt. Aber jetzt gehen wir nicht mehr als Underdog in die Spiele rein.“ Vor allem, wenn der TSV Heimerdingen das eigene Spiel aufgezogen hat, wurde es für die Gegner schwer. Deshalb will sich Riffert in der Vorbereitung auf zwei Aspekte konzentrieren: „Wenn wir im Ballbesitz sind, müssen wir in unserer Struktur bleiben, Positionen halten, die Räume bespielen und viel in Bewegung sein. Und in der Defensive gilt es, die Abstände so eng wie möglich zu halten.“

Testspiele TSV Heimerdingen: 1. FC Frickenhausen (29. Januar, 14 Uhr/Auswärtsspiel), Spfr Schwäbisch Hall (5. Februar, 14 Uhr/A), TSV Oberensingen (12. Februar, 14 Uhr/Heimspiel).

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