Fußball SKV scheitert an extrem effektivem Gegner

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Gastgeber SKV Rutesheim (Tobias Gebbert, Mitte) gerät gegen Friedrichshafen schnell in den Rückstand und lässt sich davon beeindrucken Foto: Andreas Gorr

Rutesheim - Jens Eng redete nach der Niederlage nicht um den heißen Brei herum: „In der ersten Halbzeit war das nicht der Fußball und der Einsatz, den wir uns vorstellen“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Das Spiel sei ein Spiegelbild der gesamten Woche gewesen, die einfach nicht rund gelaufen sei. „Wegen der gesellschaftlichen Umstände konnten wir uns nach dem Crailsheim-Spiel erst am Mittwoch wieder zum Training treffen“, führte Eng weiter aus.

Die Schläfrigkeit des Rutesheimer Defensivverbundes nutzten die Gäste bereits in der vierten Minute bei ihrer ersten Offensivaktion aus: Erst wurde ein Friedrichshafener auf der rechten Angriffsseite nicht energisch genug am Flanken gehindert, dann war Gästestürmer Jonathan Scheike gedankenschneller als zwei SKV-Verteidiger und lenkte den Ball zwischen beiden aus kurzer Distanz über die Linie zur frühen Führung für den Verbandsliga-Aufsteiger.

Die Rutesheimer zeigten sich von dem frühen Rückstand beeindruckt und brachten im Spiel nach vorne überhaupt nichts zustande. Das 0:2 in der 17. Minute war ein Spiegelbild des ersten Gegentreffers: Diesmal wurde Eugen Strom auf der linken Seite mit einem Pass in die Tiefe geschickt, nach seiner Flanke spitzelte erneut Scheike zwischen zwei SKV-Akteuren den Ball am bedauernswerten Rutesheimer Schlussmann Kerim Redzepovic zum zweiten Treffer für die Gäste ins Rutesheimer Netz.

Angesichts dieses Spielverlaufes machte sich eine kleine, aber sangesfreudige Friedrichshafener Fankolonie immer lautstärker bemerkbar. Die Gastgeber ließen im Spielaufbau das Tempo vermissen und leisteten sich zahlreiche Ballverluste, sodass sie kaum einmal in gefährliche Räume vorstießen. Die erste Halbchance für die SKV hatte Tobias Gebbert nach einer guten halben Stunde, sein Schlenzer aus 22 Metern verfehlte das VfB-Gehäuse jedoch. Pascal Maier zielte kurz vor der Pause aus 17 Metern direkt auf den Friedrichshafener Schlussmann Heiko Holzbaur.

Auch der Beginn der zweiten Hälfte war nicht nach dem Geschmack der Gastgeber: Nach einem Einwurf konnte ein Gästeakteur von rechts erneut flanken, am langen Pfosten stieg Eugen Strom sehr viel höher als sein Gegenspieler und nickte aus wenigen Metern zum 0:3 ein (51.). Mit der Einwechslung von Valentyn Podolsky (57.) kam mehr Tempo ins Spiel der Gastgeber. Laurin Stütz verfehlte das Friedrichshafener Gehäuse in der 61. Minute aus 18 Metern noch knapp. Doch vier Minuten später stand SKV-Torjäger Michael Schürg nach einem zu kurz abgewehrten Ball von Holzbaur goldrichtig und verkürzte mit seinem vierten Saisontreffer auf 1:3.

Rutesheim agierte nun druckvoller, die konditionell nachlassenden Gäste sahen sich tief in die Defensive gedrängt. Die besten Chancen für die SKV gab es bei drei Freistößen (82., 89., 92.), doch der VfB-Keeper war jedes Mal auf dem Posten. „Ich werde diese Nacht schlecht schlafen“, meinte Eng, „dann beginnt die Vorbereitung auf das Spiel in Heiningen.“

SKV Rutesheim: Redzepovic, Wellert (58. Stütz), Kogel, Trefz, Schwenker, Rudloff (83. Müller), Gebbert (71. Weiß), Schneider, Gamuzza, Schürg, Maier (58. Podolsky).

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