Fußball Niederlagen kann sich kaum ein Favorit leisten

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Mönsheim landete hart: Die Spvgg Weil der Stadt (links) hatte sich in d Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Während in den Kreisligen B 5 und B 6 des Bezirks Enz-Murr schon zwei Spieltage absolviert sind, startet die Kreisliga B 4 als letzte der    drei Staffeln mit Altkreisbeteiligung an diesem Wochenende in die Saison 2019/2020. Als vorgezogene Begegnung des ersten Spieltags stehen sich am Mittwoch um 19.30 Uhr die TSF Ditzingen II und der FC Gerlingen III gegenüber. Noch eine Woche später greift der Absteiger TSV Heimerdingen II ins Geschehen ein, der am ersten Spieltag spielfrei ist.

Mit elf Mannschaften umfasst die Staffel B 4 ein Team weniger als die Nachbarstaffeln B 5 und B 6. Sieben davon sind Zweit- beziehungsweise Drittvertretungen höherklassiger Vereine, nur vier sind erste Mannschaften – und zählen daher automatisch zum Kreis der Aufstiegsfavoriten. Um den Sprung in die Kreisliga A mit­gespielt hat schon die Spvgg Mönsheim, die als Tabellenzweiter der vergangenen Runde in der Relegation knapp am SV Friolzheim scheiterte. „Wir wollen nicht schlechter sein als in der abgelaufenen Runde“, räumt Spvgg-Abteilungsleiter Achim Borzer offen die Aufstiegsambitionen seiner Mannschaft ein. Für ihn ist aber just die kleine Anzahl der Mannschaften in der Liga ein Faktor im Kampf um den Sprung eine Klasse höher. „Wenn man sich eine Niederlage leistet, ist man wahrscheinlich schon draußen im Aufstiegsrennen“, mutmaßt er.

Der Kader ist im Vergleich zur Vor­saison kaum verändert: Es gab keinen ­Abgang, zwei Spieler mit Bezirksliga­erfahrung sind dazu gekommen. Mit der Saisonvorbereitung war Borzer zufrieden. „Wir haben vor acht Wochen angefangen, das war ein bisschen früh. Aber wir wussten ja nicht, wann die Saison genau startet“, erzählt er schmunzelnd. Der Trainer habe dafür dann aber einfach nur eine Einheit pro Woche angesetzt. Als härteste Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg schätzt er den Vorjahresdritten TSV Weissach, den Vierten KSV Renningen und den Absteiger TSV Heimerdingen II ein. „Die liegen uns überhaupt nicht“, weiß er aus leidvoller Erfahrung.

Auf Rang fünf beendete die SG Münklingen/Hausen die vergangene Saison. „Mit diesem Rang oder etwas besser wären wir auch in dieser Runde zufrieden“, sagt SG-Trainer Mirko Aßmann. Die Saisonvorbereitung sei angesichts der vielen Studenten und Schichtarbeiter im Team durchwachsen gewesen, man habe auch nur zwei Testspiele machen können. „Aber die knappe 1:3-Niederlage im Bezirkspokal gegen den Bezirksligisten TSV Merklingen zeigt, dass wir auf einem ­guten Weg sind“, erklärt Aßmann, der den TSV Weissach und KSV Renningen zu den Top-Favoriten auf den Aufstieg zählt.

Interessant wird zu beobachten sein, wie sich der TSV Heimerdingen II in der diesjährigen Kreisliga B 4 behauptet. In der Kreisliga A gelangen dem Team nur drei Siege, es wurde abgeschlagen Tabellenletzter. Auch in dieser Saison wird in Heimerdingen der Fokus auf der ersten Mannschaft liegen, die erstmals in der Vereinsgeschichte in die Verbandsliga aufgestiegen ist. Die dritte Mannschaft des TSV wurde vom Spielbetrieb abgemeldet.

Eine dritte Mannschaft ist mit dem FC Gerlingen III in der Staffel, die aber nicht den üblichen Standards entspricht. Da die eigentliche dritte Mannschaft, die zum großen Teil aus Flüchtlingen besteht, in der vergangenen Saison den Aufstieg von der B 6 in die Kreisliga A 1 geschafft hat und nun höherklassig als die ursprüngliche Zweite spielt, wurden kurzerhand die Etiketten gewechselt: Der Aufsteiger spielt als FC Gerlingen II in der Kreisliga A 1, die bisherige Zweite nun als FC Gerlingen III in der Kreisliga B 4. „Hier spielen unsere jungen Talente, die an die erste Mannschaft herangeführt werden sollen“, erklärt Abteilungsleiter Jörg Gelbricht. Der Aufstieg, und damit eine dritte Mannschaft in der A-Liga, sind nicht das Ziel des Vereins. „In der Dritten soll jeder Fußball spielen können, der zum FC Gerlingen kommt“, so Gelbricht. Alles was besser als Rang neun aus dem Vorjahr sei, könne man als Erfolg bewerten.

Nicht mehr dabei ist das Vorjahresschlusslicht TSV Schafhausen. „Bei uns haben viele Spieler den Verein verlassen, wir hatten Schwierigkeiten, die Saison überhaupt zu Ende zu spielen“, sagt Ex-Trainer Vincenzo Santoianni. Der TSV ist vom Aktivenspielbetrieb abgemeldet.

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