Fußball-Länderspiel Das erste Tor tut besonders weh

Von Henning Maak
Großer Frust nach vier Gegentoren: Frank Feller. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Frank Feller ist ein ehrgeiziger Typ. Nach der 1:4-Niederlage mit der deutschen U-18-Nationalmannschaft in einem Testspiel gegen die Niederlande in Schwieberdingen war er am Montagabend so bedient, dass er die zahlreich erschienen Freunde und auch seine Familie nach dem Schlusspfiff stehen ließ und schnurstracks in der Kabine verschwand. „Auch wenn es gegen eine der Topnationen im Nachwuchsbereich ging – 1:4 ist ein Ergebnis, das mich nachts um den Schlaf bringt“, sagt der 18-Jährige, der mit dem Fußballspielen bei der damaligen TSG Leonberg begonnen hat.

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Den A-Jugend-Torhüter des 1. FC Heidenheim ärgert nicht nur, dass er vor heimischem Publikum den Ball viermal aus dem Netz holen musste, sondern dass er die Niederlage selbst mit eingeleitet hat. „Vor dem 0:1 habe ich den Ball unglücklich zu einem holländischen Gegenspieler gepasst“, beschreibt er die Szene in der 8. Minute. Keine Chance hatte er bei den folgenden beiden Treffern (27., 74.), als seine Vorderleute nach Freistößen ihre Gegenspieler im Strafraum aus den Augen verloren hatten und diese freistehend einnetzen konnten. Der vierte Gegentreffer (87.) resultierte aus einem Foulelfmeter.

Länderspiele sind Teil des einwöchigen DFB-Lehrgangs

Für Deutschland konnte nur Yusuf Kabadayi von Bayern München in der 61. Minute zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzen. „Die Niederländer waren einfach abgezockter. Sie haben aus sechs Chancen vier Tore gemacht, wir haben zahlreiche Möglichkeiten vergeben“, meint Frank Feller. Es sei deprimierend gewesen, weil sich das Team die Partie ganz anders vorgestellt habe.

Die Begegnung gegen die Niederlande war Teil eines einwöchigen Lehrgangs, den die deutsche U 18 in Stuttgart absolviert hat. Am Donnerstag hatte es schon ein Testspiel gegen den ebenfalls starken französischen Nachwuchs gegeben, das 1:1 endete. Bei dieser Partie saß Frank Feller 90 Minuten auf der Bank. Der Leonberger hatte noch Glück im Unglück: Er hatte vor dem Lehrgang einen positiven Coronatest, seine Quarantäne endete just am ersten Tag des Lehrgangs. „In der Vorbereitung konnte ich nicht viel machen, außer ein bisschen auf einem Hometrainer radeln, den man mir ins Zimmer in Heidenheim gebracht hatte“, erzählt der 18-Jährige.

Besuch vom Taktik-Experten Erik Meijer

Wie häufig bei Lehrgängen von DFB-Nachwuchsteams hatte der Verband auch diesmal mit dem Sky-Taktikexperten Erik Meijer einen prominenten Besucher für die jungen Fußballer organisiert. „Er hat uns seinen Werdegang erzählt und uns im Training genau auf die Finger geschaut. Er war ja schließlich mal ein Top-Stürmer“, berichtet Frank Feller begeistert.

Darüber hinaus sei es bei dem Lehrgang vor allem darum gegangen, die Standards und Zuteilungen einzustudieren und sich spezifisch auf den jeweiligen Gegner vorzubereiten. „Wir sind ja immer nur kurze Zeit zusammen, da müssen sich die Abläufe schnell einspielen“, sagt der Leonberger. Zudem hätten täglich auch rund 75-minütige Unterrichtseinheiten auf dem Programm gestanden, um den versäumten Schulstoff aufzuarbeiten oder sich auf Prüfungen vorzubereiten.

In der Junioren-Bundesliga nach Freiburg

Im Mai steht für Frank Feller noch ein letzter U-18-Lehrgang in Belgien an, bevor er in den nächst höheren Jahrgang, die U 19, wechselt. In der A-Junioren-Bundesliga will er am Samstag in Freiburg seine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage mit dem 1. FC Heidenheim weiter ausbauen. In diesen fünf Spielen musste der 18-Jährige nur ein einziges Gegentor hinnehmen.

Und am Tag nach der 1:4-Niederlage hat sich Frank Feller dann doch noch bei seiner Familie blicken und ein wenig trösten lassen. „Über den Fehler vor dem 0:1 ärgere ich mich aber immer noch. Das Aufbauspiel gehört eigentlich zu meinen Stärken“, sagt er mit einem leichten Grummeln in der Stimme.

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