SV Gebersheim Die dritte Halbzeit entschädigt für das 3:6

Von
Torjubel wie im Meisterschaftsendspiel: Angelo Semeraro. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Irgendwie war es schon vorher klar, dass es nichts werden konnte mit einem Sieg des sogenannten Allstars- und Legendenteams des SV Gebersheim. So jedenfalls sah es Erich Maurer, vor 20 Jahren Spielleiter, als das Team erstmals und zum einzigen Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Landesliga gefeiert hat: „Die spielen auf dem falschen Platz.“ Der neue Rasenplatz, auf dem nun anlässlich des Jubiläums gegen eine Altkreis-Auswahl gekickt wurde, war erst ein Jahr nach dem Aufstieg fertiggestellt worden. Dass am Ende eine 3:6-Niederlage herauskam, tat aber nichts zur Sache.

Sie hatten bei dem Wiedersehen alle ihren Spaß. Zwölf Spieler des Meisterteams von vor 20 Jahren waren gekommen. Der Rest hatte sich pflichtbewusst entschuldigt. Sie sahen vielleicht nicht mehr ganz so drahtig aus – das ein oder andere graue Haar schimmerte durch, hie und da wölbte sich unter dem Trikot ein kleiner Bauchansatz –, den Ball laufen lassen können sie aber immer noch.

Erster Treffer in der zweiten Minute

Nur gegen die Taktik des Altkreis-Coachs Marcel Pfeffer, der in der abgelaufenen Saison mit dem SV Gebersheim die Meisterschaft in der Kreisliga A gefeiert hat, war kein Kraut gewachsen. „Hinten sicher stehen, und vorne helfen Schreiber und Apel“, hatte er als Marschroute ausgegeben. Ein Volltreffer. Nach nur zwei Minuten erzielte der ehemalige Rutesheimer Marcel Schreiber auf Zuspiel von Michael Waidelich das 1:0. Zwei weitere Tore, einmal auf Vorlage von Chris Apel, gingen auf das Konto des Offensivmannes.

Thomas Grupp, vor 20 Jahren Aufstiegscoach, hielt dagegen – mit allen Mitteln. „Wir haben so clever gewechselt, dass keiner gemerkt hat, dass wir zu zwölft auf dem Platz sind“, schmunzelte er. Auch der Schiedsrichterroutinier Pavlos Vrakas nicht, der ebenfalls ein Jubiläum feierte. Vor fast genau 30 Jahren, am 7. Juni 1989, pfiff er sein erstes Spiel. Oder drückte er angesichts der läuferischen Unterlegenheit der SVG-Legenden etwa ein Auge zu?

Auch ein Handballer in der Torschützenliste

Die Altkreisauswahl hatte sich mit fünf Handballern des SV Leonberg/Eltingen verstärkt. Und die waren am Vortag beim Hobbyturnier im Rahmen des Gebersheimer Sportfestes immerhin auf dem zweiten Platz gelandet. Der Trainer Tobias Müller, in der zweiten Hälfte im Tor der Auswahl, fürchtete, dass ihm Philip Schückle von den Fußballern abgeworben wird. Der Kreisläufer trug sich neben Marcel Schreiber, Lothar Mattner und Roberto Alberici in die Torschützenliste ein. Rückraumspieler Lars Neuffer dagegen verstolperte eine „Hundertprozentige“. Was seinen Trainer zu folgender Aussage veranlasste: „Den würde ich abgeben zum Fußball. Da bin ich mir sicher, dass die ihn mir gleich wieder zurückschicken.“

Die SVG-Legenden mühten sich nach Kräften. Michel Freudenberg und Angelo Semeraro hielten die Partie beim 2:3 zur Pause offen. Und der Torjäger Semeraro feierte seinen Kopfballtreffer, als wäre er gerade ein zweites Mal aufgestiegen. In Hälfte zwei traf nur noch „Disco“ Sven Jetter zum zwischenzeitlichen 3:4. Pavlos Vrakas hatte ein Einsehen und pfiff zehn Minuten früher ab. Das war auch gut so. Schließlich brauchten die alten Recken ja noch Luft für die dritte Halbzeit.

Fotostrecke
Artikel bewerten
2
loading
Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen