Fußball Das Miteinander rückt näher

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Die Fußballer in Gerlingen wollen fusionieren. Foto: Andreas Gorr

Gerlingen - Im Jahr 2013 haben sie den Anfang gemacht. KSG Gerlingen und FC Gehenbühl gliederten ihre Jugendabteilungen aus und führten sie zusammen in den Jugendfußballclub (JFC) Gerlingen. Was nun nach den Vorstellungen der Verantwortlichen folgen soll, ist nur die logische Konsequenz: die Verschmelzung der KSG-Abteilung mit dem FC Gehenbühl und dem JFC Gerlingen. Wenn die formalen Hürden genommen werden und die Mitglieder in ausreichendem Maße dafür stimmen, könnte der neue Verein den Punktspielbetrieb mit Beginn der Saison 2016/2017 aufnehmen. Gekickt wird dann, so ist es angedacht, unter dem Dach des FC Gerlingen.

Der Bürgermeister Georg Brenner ist ein Befürworter dieses Vorhabens: „Nur in der Bündelung der Kräfte und dem gemeinsamen Auftreten kann der Fußball in Gerlingen wieder auf höhere Ebenen geführt werden. Ich habe Respekt vor der Leistung derer, die das machen.“ Alte Strukturen müssen aufgebrochen, mögliche Vorbehalte ausgeräumt werden. Ein Zusammenschluss ist jedoch nichts Neues in Gerlingen. Die 1908 entstandene Germania Gerlingen schlüpfte 1913 unter das Dach der KSG. Jetzt würde es den FC Gehenbühl treffen. 1962 gegründet, würde der Vereinsname von der Bildfläche verschwinden – aber, so denn der mögliche neue Name FC Gerlingen eine Mehrheit findet, in der verkürzten Form FCG weiter leben.

Sportlich ist es zuletzt in beiden Clubs bergab gegangen. Nach neunjähriger Zugehörigkeit zur Landesliga ist die KSG Gerlingen 2012 in die Bezirksliga abgestiegen und mittlerweile auf dem vorletzten Platz der A-Liga angekommen. Der FC Gehenbühl ist in der vergangenen Saison aus der A-Klasse abgestiegen und steht derzeit in der Kreisliga B 5 auf dem zweiten Rang.  

Einig sind sich die Beteiligten darüber, dass der Fußball in Gerlingen nur im Zusammenspiel eine echte Zukunft hat. Allerdings müssen noch die Konditionen ausgehandelt werden, unter denen die Verschmelzung stattfindet. Da ein zentrales Sportzentrum Bürgermeister Brenner zufolge finanziell „nicht zu stemmen“ ist, werden für den Spielbetrieb der derzeit 14 Jugendmannschaften, Bambini und Minikicker sowie voraussichtlich drei Aktiventeams die Plätze auf der Schillerhöhe und in den Breitwiesen benötigt.

Das Rasenspielfeld auf der Schillerhöhe ist Eigentum der KSG. Gibt es dort keine Fußball-Abteilung mehr, wird der Platz vom Hauptverein nicht mehr benötigt. „Wir stellen dem neuen Fußballclub den Platz natürlich zur Verfügung, wollen dafür aber auch etwas haben“, sagt KSG-Geschäftsführer Werner Vogel. „Und wie das meistens so ist, wollen die anderen nichts zahlen. Wir müssen uns jetzt einigen.“

An einer Regelung für die Nutzung des Rasenspielfeldes auf der Schillerhöhe ist auch Georg Brenner interessiert. Zudem bringt er die Aktivierung des in Gehenbühl brach liegenden Breitwiesenstadions ins Gespräch. Der Trainings- und Sportbetrieb dort sei rechtlich abgesichert, allerdings ohne Flutlicht. Zudem sieht er auch die grundsätzliche Bereitschaft im Gemeinderat für die Sportstätten etwas zu tun: „Die Kunstrasenplätzen rufen nach Sanierung. Das wollen wir leisten und entsprechende Haushaltsmittel bereit stellen.“

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