Fußball Bremse für die Reform im Jugendfußball

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Ob tatsächlich im September wieder um Punkte gespielt werden kann, weiß derzeit keiner. Klar ist indes: im Nachwuchsbereich ändert sich einiges. Foto: Archiv Avanti/Ralf Poller

Leonberg - Corona-Krise, Saisonabbruch, ungewisser Wiederbeginn – und dazu auch noch eine komplette Spielklassenreform. Das wäre dann doch ein bisschen viel auf einmal gewesen. In Erkenntnis dessen haben die Verantwortlichen des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV) nun aufs Bremspedal gedrückt: Die bereits beschlossene Neustrukturierung der Ligen im Juniorenbereich kommt fürs Erste nur in abgespeckter Form. Was aber bedeutet dies konkret? Auf welche Änderungen müssen sich die Mannschaften dennoch einstellen? Und wer tritt nach dem aktuellen Cut fortan auf welcher Leistungsstufe an?

Der wichtigste Punkt des aktuellen Entscheidungspakets: die 16 Bezirksstaffeln, bisher jeweils höchste Liga in den Bezirken des Verbandsgebiets, bleiben nun ein Jahr länger bestehen. Das eingeläutete Ende verschiebt sich auf die Saison 2021/2022.

Aus den Bezirks- werden Regionenstaffeln

Entgegen der bisherigen Planungen wird erst dann aus 16 neun: keine 16 Bezirksstaffeln mehr, sondern stattdessen neun sogenannte Regionenstaffeln mit bezirksübergreifendem Spielbetrieb. Für die Mannschaften aus dem Bezirk Enz-Murr wird dies eine Zusammenführung mit Kicker-Kollegen aus dem Bezirk Stuttgart bedeuten.

Wie gesagt: „wird“, Zukunft – um zwölf Monate vertagt. Hingegen greifen im Überbau sofortige Neuerungen. Bei A-, B- und C-Junioren gibt es von nun an als jeweils höchste württembergische Liga eine eingleisige Verbandsstaffel, darunter drei beziehungsweise vier Landesstaffeln, ehe die besagten Bezirksstaffeln folgen. Die Starterfelder errechnen sich aus den Abbruchtabellen der jetzigen Corona-Saison. In jenen gilt wie bei den Aktiven eine Quotientenregel. Auf Bezirksebene sind die Klassements der Ende des vergangenen Jahres regulär abgeschlossenen Qualifikationsrunden maßgebend, nachdem von den Hauptrunden jeweils erst ein einziger Spieltag absolviert war – dann kam Corona. Seit Mitte März ist Zwangspause.

Rutesheimer A-Junioren in der Verbandsstaffel

Aus dem Altkreis Leonberg hat einzig die SKV Rutesheim mit ihren A-Junioren den Sprung in die nun eingleisige Verbandsstaffel geschafft. Das Team von Trainer Ken Geiger, der in der neuen Saison als Co von Jens Eng zu den Aktiven in die Verbandsliga aufrückt, ist gerade so auf den Zug aufgesprungen. Nach 15 Spieltagen belegte die Mannschaft mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen den achten Rang. Weil der TSV Weilheim/Teck mit dem gleichen Quotienten abschloss, zählt auch der Tabellenneunte in der kommenden Runde zur höchsten württembergischen Spielklasse bei den A-Junioren.

Für die Rutesheimer B-Junioren hat es dagegen nicht ganz gereicht. Mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und acht Niederlagen beendete das Team von Trainer Patric Vaihinger (übernimmt die A-Junioren) die Runde auf Platz zehn. Die SKV hat sich damit für die Landesstaffel qualifiziert und wird nun vom Duo Lucca Bruker/Engin Bas trainiert. Start der nächsten Saison soll am 19./20. September sein – sofern es die Corona-Situation erlaubt.

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