Fußball-Bezirksliga Münchingen versucht sich im Handball

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Der Heimsheimer Ahmet Pehlivan lässt beim 0:4 gegen Croatia Bietigheim eine Elfmeterchance aus. Foto: Pixabay

Die Lage in der Liga ist schon verrückt. Wenn es ganz schlecht läuft und aus der Landesliga mit dem SV Kornwestheim, Germania Bietigheim, TV Pflugfelden und dem SV Leonberg/Eltingen vier Mannschaften aus dem Bezirk Enz-Murr herunterkommen würden, stünde der TSV Benningen auf Rang elf mit 45 Punkten derzeit auf dem Relegationsplatz. Selbst der Tabellenvierte AKV Ludwigsburg könnte sich dann noch nicht sicher sein, in der nächsten Runde zum Bezirksoberhaus zu gehören.

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Gedanken über alle möglichen Konstellationen braucht sich der TSV Merklingen nicht mehr zu machen. Mit dem 1:5 beim TSV Schwieberdingen ist das Team von Trainer Gianluca Crepaldi nun auch rechnerisch abgestiegen, was sich auf dem Platz bemerkbar macht. In puncto Zweikampfverhalten und Aggressivität geht nicht mehr viel. „Es fällt den Spielern schwer, sich zu motivieren. Und ich kann es niemand so wirklich verübeln“, sagt der Übungsleiter. „Wenn man so viele negative Erlebnisse gehabt hat, dann stimmt nichts mehr. Da hilft nur Pause und Kopf abschalten.“

Rutesheim II verspielt 3:1-Führung

Bei der SKV Rutesheim II ist die Hoffnung, den Relegationsplatz zu erreichen, nach dem 3:3 gegen Phönix Lomersheim nur noch theoretischer Natur. Pascal Maier (41.), Julius Boehler (44.) und Felix Droste (51.) hatten ihr Team zwar mit 3:1 nach vorne gebracht. Nach dem Anschlusstreffer von Lukas Buck (64.) wurde Joschka Heugel mit dem Ausgleich in der 89. Minute zum Spielverderber.

Premierentor in der ersten Mannschaft

Steigen nicht mehr als zwei Enz-Murr-Landesligisten ab, dann hat der SV Gebersheim zumindest den Relegationsplatz so gut wie sicher. Sich darauf verlassen? Besser nicht. Also wurde die Pflichtaufgabe beim Schlusslicht TSV Höfingen souverän mit einem 5:1 gelöst. Nach Toren von Lucas Gutscher (9.), Dominik Pohle (25.), Haris Gudzevic per Foulelfmeter (32.) und Gökhan Utku (35.) war die Sache schon nach dem ersten Durchgang gelaufen.

Geärgert hat sich der SVG-Trainer Björn Wenninger trotzdem: „Da gibt es Vereine, für die es um nichts mehr geht, die das Spielen komplett einstellen.“ Sein Blick richtete sich unter anderem zu AKV Ludwigsburg. Der Tabellendritte verlor gegen den Gebersheimer Mitkonkurrenten FV Löchgau II mit 2:3. Freude kam in Höfingen aber trotzdem auf. Timo Krumbein schoss mit dem zwischenzeitlichen 5:1 (88.) sein erstes Tor in der ersten Mannschaft.

Schockmoment zehn Minuten vor Abpfiff

In Galgenhumor flüchtete sich Ahmet Yenisen, Trainer des TSV Münchingen, nach dem 5:7 gegen Kosova Kornwestheim: „Wir haben die Sportart geändert und spielen jetzt Handball, weil wir gedacht haben, dass wir damit mehr Erfolg haben.“ Die Gastgeber waren beim 3:1 nach Toren von Luigi Ancona (23., 55.) und Pit Gruner (45.+1) auf einem guten Weg. Doch der Schlussmann Niklas Traub erwischte einen gebrauchten Tag und war neben einer schwachen Defensivleistung mit verantwortlich dafür, dass Kornwestheim zurückkam.

Das Ergebnis wurde zehn Minuten vor Schluss zur Nebensache, als Louis Santelli von einem Gegner mit dem Schuh im Gesicht getroffen und schwer verletzt wurde. Er kam per Rettungswagen ins Krankenhaus. Nach der rund zehnminütigen Unterbrechung mussten die Gastgeber die Partie mit zehn Feldspielern beenden, da das Wechselkontingent schon ausgeschöpft war.

Heimsheim hält die Null nur eine Hälfte lang

Als eine Nummer zu groß für den TSV Heimsheim erwies sich Croatia Bietigheim. Zwar hieß es nach 45 Minuten noch 0:0. Das aber nur, weil Keeper Marco Kolb mit Glanzparaden den Rückstand verhindert hatte. In Hälfte zwei konnte auch er nichts daran ändern, dass der TSV mit 0:4 den Kürzeren zog.

Vier Gegentore waren auch zu viel für den SV Perouse. In einem „komischen Spiel“ (Trainer Marco Russo) sei seine Elf bis zur Trinkpause die bessere Mannschaft gewesen. Nach dem Ausgleich von Muhammed Sivri hieß es aber nur 1:1. Dann legte Benningen vor. Nach rund einer Stunde hieß es 2:4. Stamatis Sideris verkürzte zwar erst in der 90. Minute zum 3:4. Ein Punkt wäre dennoch drin gewesen. Sideris vergab die mögliche Ausgleichschance.

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