Fußball-Bezirksliga Enz-Murr Der Großteil spielt um den Ligaerhalt

Von Andreas Klingbeil
In Gebersheim vom Kapitän zum Trainer: Björn Wenninger (rechts). Foto: /Andreas Gorr

Leonberg - In dieser Saison wird ein Großteil der Mannschaften zunächst nach unten schauen müssen. Coronabedingt steht verschärfter Abstieg auf dem Plan. Mindestens fünf und bis zu acht Teams müssen am Ende runter.

SV Gebersheim

Es hat bislang noch nicht sein sollen. Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga war es dem SV Gebersheim noch nicht vergönnt, eine ganze Saison im Oberhaus des Bezirks durchzuspielen. Mit Platz neun und Rang fünf jeweils zum Zeitpunkt des Abbruchs hat das Team aber bereits nachgewiesen, dass es in dieser Spielklasse gut aufgehoben ist. Warum sollte es nun anders aussehen?

Denn für den dritten Anlauf geht die Mannschaft nahezu unverändert ins Rennen. Lediglich Emre Öztürk hat den Club in Richtung Perouse verlassen. Dafür kamen mit Pascal Schüller (SKV Rutesheim) und Gianluca Buchholz (SV Leonberg/Eltingen) zwei Neuzugänge, die berechtigte Ansprüche auf einen Platz in der Startformation stellen können.

Auf die Tore von Björn Wenninger müssen die Gebersheimer allerdings verzichten. Aus dem ehemaligen Spieler und sportlichen Leiter ist nach dem Weggang von Marcel Pfeffer nach Rutesheim der neue Trainer geworden. Sein Ziel ist klar umrissen: „Man muss schon einstellig sein, um nicht abzusteigen.“

TSV Heimsheim

Wenn sie in Heimsheim da weitermachen, wo sie nach den acht Partien der Vorsaison aufgehört haben, dann sollte das Team von Trainer Jürgen Hermann mit dem Abstiegskampf nichts zu tun bekommen. Mit drei Siegen und fünf Unentschieden belegte der TSV den vierten Rang.

Und wenn Ahmet Kocaaga weiter so trifft wie zuletzt in den Vorbereitungsspielen, dann könnte die Punkteausbeute sogar noch besser ausfallen. Der Torjäger war beim 3:2 gegen Dagersheim, beim 4:2 gegen Maichingen und beim 7:0 in Neuhausen jeweils einmal, beim 8:2 in Möttlingen und beim 7:1 gegen Weil im Schönbuch jeweils zweimal erfolgreich.

TSV Münchingen

In Münchingen haben sie einige ihrer Schäfchen wieder eingesammelt. Aus Löchgau kamen Marvin Grimmbacher, Yannic Wieland und Lukas Tschentscher an ihre ehemalige Wirkungsstätte zurück, Luigi Ancona (VfB Neckarrems) und Nikola Prkacin (TSV Heimerdingen) ziehen auch wieder das TSV-Trikot über.

Damit gewinnt das junge Team Erfahrung und Qualität. Der Trainer Ahmet Yenisen hat vor allen Dingen im Offensivbereich nun mehr Alternativen. Von Verletzungsproblemen blieb das Team in der Vorbereitung weitgehend verschont.

Zu Saisonbeginn macht jedoch die Urlaubswelle einen Strich durch die Planung. Zum Auftakt in Rutesheim fehlen neun Spieler. „Ich kann das verstehen“, sagt der Übungsleiter, „dass alle, jetzt, wo es möglich ist, mal weg wollen.“

SV Perouse

Sie sollten gleich voll da sein beim SV Perouse. Schließlich ist am ersten Spieltag mit Croatia Bietigheim einer der Favoriten zu Gast. SV-Trainer Marco Russo hofft, dass es dem Kontrahenten ähnlich wie ihm geht: In den vergangenen drei Wochen waren Spieler Mangelware.

Der Höchststand an gleichzeitigen Urlaubern: stolze 16. Einige von ihnen kommen kurz vor dem ersten Spielwochenende zurück. Ob das dann für einen Einsatz von Beginn an reicht? Zumindest wird es nicht dazu kommen, dass der 52-Jährige wie beim 1:0-Sieg im Test gegen Kleinglattbach selbst noch einmal ran muss.

Ein Platz im oberen Drittel wird angepeilt. Doch Russo weiß selbst nicht so genau, wo er mit dem Team steht. Er sagt nur: „Wundertüte.“

SKV Rutesheim II

Auf den ersten Blick fallen die Veränderungen im Kader nicht ganz so üppig aus wie zuletzt gewohnt. Beim zweiten Hinschauen wird jedoch deutlich, dass der Trainer Kai Liedtke erneut vor der Aufgabe steht, eine neue Mannschaft zu formen. Den ganz großen Umbruch gab es in der Vorsaison, als nach acht Partien schon wieder Schluss war.

Unmöglich also, zu einer eingespielten Truppe zusammenzuwachsen. Also auf ein Neues. Doch da tun sich die nächsten Hindernisse auf. 29 Spieler stehen zwar auf der Kaderliste, zuletzt hatte der Coach aber nur 13 bis 15 Akteure im Training. Urlaub, Verletzungen und Abstellungen zum Verbandsligateam ließen die Anzahl schrumpfen.

Auch für den Auftakt sieht es nicht viel besser aus. Wie schon in einigen Vorbereitungsspielen wird der Übungsleiter voraussichtlich selbst das Trikot überziehen müssen.

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TSV Merklingen

Der neue Trainer Gianluca Crepaldi ist überzeugt davon, dass sein Team von der Zusammensetzung her zu den besten der Liga zählt. Voraussetzung für ihn ist jedoch, dass alle da sind und alles passt. Und genau da fängt es schon an.

Ob die Studenten wie Lennart Prüfer, Julian Schwarz oder Marc Widmaier immer zur Verfügung stehen, ist unsicher. Dazu kommen mit Gazi Ekmen und Thomas Wogh zwei Schichtarbeiter und mit Mike Gann und Paul Immler zwei Langzeitverletzte.

Ganz abgesehen von den Folgen der Coronapandemie, der damit verbundenen langen Pause oder fehlenden, weil geimpften Spielern. Deshalb kommt der Übungsleiter, der nur im äußersten personellen Notfall selbst für einige Minuten auf dem Platz stehen will, zu dem Schluss: „Ein Ziel nach so einer langen Pause auszusprechen, ist unmöglich.“

TSV Höfingen

„Der Klassenerhalt käme einem mittleren Wunder gleich.“ Der Höfinger Trainer Marco Buttice erstickt mögliche Erwartungen gleich im Keim. In der Vorsaison belegte seine Mannschaft nach acht Spielen den vorletzten Tabellenplatz. Zwei Unentschieden – mehr war nicht herausgesprungen.

Doch das hat seinen Grund. Geld für neue Spieler will und kann der Verein nicht locker machen. Also setzt er ausschließlich auf den eigenen Nachwuchs. Erste und zweite Mannschaft rücken noch enger zusammen.

„Ich werde nicht hinstehen und sagen, wir werden es nicht versuchen“, macht Buttice deutlich. Klar ist für ihn aber auch: „Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir in der Bezirksliga oder der A-Liga spielen. Uns künstlich da oben zu halten, macht keinen Sinn.“

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