Fußball-Bezirksliga Der Trainer wechselt das Siegtor ein

Von Andreas Klingbeil
TSV Merklingen, SV Gebersheim und SV Perouse treffen jeweils viermal. Foto: Pixabay

Leonberg - Gianluca Crepaldi kann sich auf seine Jungs verlassen. Sie machen ihr Ding auch ohne ihn. Das war beim überraschenden 4:3 bei Croatia Bietigheim so, und das war jetzt beim 4:1 gegen den TSV Schwieberdingen so. Der Trainer des TSV Merklingen musste nach einer Operation passen, bekam aber einige Szenen der Partie von Jugendleiter Lino Altavilla per Videotelefonat nach Hause übermittelt. Die Tore der Doppelpacker Samet Ceviker (27., 40.) und Kai Woischiski (51., 73.) hat er allerdings nicht gesehen. Ceviker war ursprünglich gar nicht für einen Einsatz von Beginn an eingeplant. Wegen Renovierung und Umzug konnte er unter der Woche nicht trainieren. Dank seiner guten Leistungen in den vergangenen Begegnungen entschied sich der Trainerstab, ihn doch ins Rennen zu schicken – und bewies damit ein gutes Näschen.

SV Perouse fährt zu neunt den Dreier ein

Das hatte auch Crepaldis Kollege vom SV Perouse, Marco Russo. In Benningen wechselte er in der Nachspielzeit beim Stand von 3:3 und mit nur noch neun Mann auf dem Platz Ahmet Pehlivan ein. Keine 60 Sekunden später gelang dem frischen Mann das viel umjubelte 4:3 – Schlusspunkt einer wilden Achterbahnfahrt. Nach 0:2-Rückstand drehten Muhammed Sivri (26., 50./Foulelfmeter) und Stamatis Sideris (38.) die Partie. Nach Gelb-Rot für Fabian Kern (55.) drohte die erneut zu kippen. Erst gelang Nick Rath der Ausgleich für Benningen (62.), dann flog Mateo Miloloza nach einer unnötigen Bemerkung mit Rot vom Platz (79.). Als der Unparteiische auch noch einen nach Meinung Russos unberechtigten Handelfmeter pfiff, schien die Partie für den SV gelaufen. Doch Schlussmann Flamur Gashi parierte, und dann hatte ja noch Ahmet Pehlivan seinen kurzen, aber wirkungsvollen Auftritt.

TSV Heimsheim lässt Elfmeterchance aus

Zwei Elfmeter sorgten beim TSV Heimsheim für Gesprächsstoff. Dass es für den Tabellenführer Croatia Bietigheim einen gab, der zum 2:2-Endstand führte, konnten die Gastgeber nicht nachvollziehen. Der Gegner sei rückwärts auf Dardan Veseli aufgelaufen, meinte der Heimsheimer Abteilungsleiter Werner Greif. Auf der anderen Seite ging Ahmet Kocaaga zu Boden. Doch Tim Widmaier ließ sich die Chance zum 3:2 vom Punkt aus mit einem Schuss über den Querbalken entgehen. „Das war ein klasse Spiel“, sagte Greif trotz des verpassten Sieges. „Es war unheimlich schnell, die Zuschauer waren fasziniert.“

Gar nicht fasziniert hat Trainer Ahmet Yenisen der Auftritt seines TSV Münchingen bei Kosova Kornwestheim. Im Vergleich zum 4:1 gegen Löchgau II war seine Elf kaum wieder zu erkennen – die 1:3-Niederlage eine logische Folge. „Die Mannschaft war ein Schatten ihrer selbst. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht“, kritisierte der Übungsleiter.

Erst unterschätzte die Defensive einen 40-Meter-Ball in die Tiefe, beim 0:2 verstolperte Emre Kap als letzter Mann das Spielgerät. „Der Gegner war in der ersten Hälfte schon müde. Da muss man cleverer sein und Ball und Gegner laufen lassen“, ärgerte sich Yenisen. Weil das nicht geschah, reichte es nur zur späten Ergebniskosmetik durch Lukas Tschentscher.

Derbysieg macht den Samstag zum Feiertag

Partystimmung beim SV Gebersheim – das 4:1 im Derby gegen den TSV Höfingen macht’s möglich. Eben diese Stimmung wollte zunächst aber gar nicht so recht aufkommen. „Am Anfang war es mir zu ruhig auf dem Platz – von beiden Seiten“, sagte der SVG-Trainer Björn Wenninger. Und dann gelang Höfingens Raffaele Di Muccio nach einer halben Stunde mit einem Kunstschuss fast von der Mittellinie gegen den aufgerückten Keeper Felix Pohle auch noch die Führung für die Gäste. Die Gebersheimer Mienen hellten sich noch vor der Pause mit dem 1:1 von Gökhan Utku wieder auf (41.). Und als Karim Radhouani per Foulelfmeter (Höfingens Trainer Marco Buttice: „Solch einen Elfmeter kriegt man noch nicht einmal sonntags auf dem Bolzplatz“) und Alessandro-Sante Corbo per Doppelschlag in der 55. und 57. Minute auf 3:1 stellten, war der sechste Gebersheimer Saisonsieg schon so gut wie unter Dach und Fach.

Für die SKV Rutesheim II – zu Gast bei Phönix Lomersheim – brachte die 52. und 57. Minute den vorzeitigen K.o. Sören Brüstle und Chris Keller erhöhten auf 3:0, das auch den Endstand darstellte. Mit nur zwei Auswechselspielern auf der Bank und ohne die Verstärkung aus dem Verbandsligakader wie zuletzt beim 7:1 gegen den TSV Benningen gingen die Rutesheimer leer aus.

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