Frühling in Wimsheim Bauernmarkt wird zum Publikumsmagneten

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Selbst anpacken beim Obst- und Gartenbauverein Wimsheim: Oben kräftig drehen, dann kommt unten frisch gepresster Apfelsaft heraus. Foto: Andreas Gorr

Wimsheim - Viel Betrieb herrschte am Samstag beim Wimsheimer Bauernmarkt. Bereits zum 14. Mal präsentierten sich Direktvermarkter, Hofläden und Händler, kleine Manufakturen und Dienstleister aus Wimsheim und Umgebung dem Publikum. 44 Aussteller, darunter einige neue, boten Regionales an: Von Äpfeln und Kartoffeln über handgemachte Seifen sowie Birnenprosecco und Naturkosmetik bis hin zu Handmassage mit Edelsteinen reichte die Palette.

Bevor es in die Halle ging, konnten ­große und kleine Besucher die Schafe mit ihren Lämmern von der Schäfergemeinschaft Mönsheim ausgiebig bestaunen. Die Tiere trotzten dem nasskalten, windigen Wetter auf einer dicken Strohschicht. Dann hieß es noch zu entscheiden, ob man zuerst von dem umfangreichen Kuchenangebot der Wimsheimer Landfrauen kosten oder direkt über den Bauernmarkt gehen soll. In der Halle ging es weiter mit den kulinarischen Versuchungen, etwa mit Probierhäppchen vom frischen Mohn-Streuselkuchen am Stand der Mühle Mönsheim oder mit spanischem Olivenöl bei Yolanda Cabrera aus Niefern. Wer Appetit auf ­Deftiges hatte, konnte sich an     Bauernbratwürsten aus Pforzheim oder frisch zubereitetem „Heckengäukaviar“ – Bratkartoffeln mit Leberwurst – aus Aidlingen satt­essen.

Fairtrade und Naturführer

Zum Mitnehmen gab es eine große Auswahl heimischer Produkte wie Kartoffeln, Äpfel, Konfitüren und Essig verschiedenster Geschmacksrichtungen, Eier und Obstsäfte, Weine und Hochprozentiges, Honig und Brot samt verschiedenen Aufstrichen. Es fehlte auch nicht an Süßem wie feine Pralinen und Schokoladen sowie Produkten aus fairem Handel vom Weltladen Mühlacker.

Nicht mit Waren, sondern mit Informationen waren die Wimsheimerinnen Beate Lämmle-Koziollek und Christina Lack präsent. Mit Interessierten sprachen sie über die Fairtrade-Kampagne. Wimsheim ist ja seit einiger Zeit Fairtrade-Gemeinde. Mindestens zweimal jährlich muss diese Aktion bei Veranstaltungen vertreten sein. Informationen gab es auch bei den Heckengäu-Naturführern und zwar über die zahl­reichen Führungen, die sie zwischen Mühlacker im nördlichen und Egenhausen im südlichen Heckengäu anbieten. Nebenan stellten Kinder Abdrücke von Tierspuren her, beim Obst- und Gartenbauverein war für sie Apfelsaftpressen angesagt und sogar Haarkränze aus frischen Blumen konnten sich die Kleinen mit Unterstützung einer Floristin flechten. Pflanzen spielten auch eine große Rolle bei zwei Anbieterinnen, Sonja Pross aus Schellbronn etwa, die mit Kindern hinaus in die Natur geht und erklärt, was da alles wächst, oder bei Christel Klein, bei der man sich die Kräuter selbst aussuchen konnte, mit denen sie dann Kräuterkissen füllte.

Auf das Lama gekommen

Ein für hiesige Breitengrade eher un­gewöhnliches Tier spielte gleich an zwei Ständen eine Rolle: das Lama. Die Tiere von Katharine Bodenstein stehen auf dem Lerchenhof in Mönsheim. Die Ergotherapeutin bietet Wanderungen und Spaziergänge zusammen mit den Vierbeinern an. Außerdem produziert sie aus den Hinterlassenschaften nahezu geruchsneutralen Dünger und aus dem Fett der Wolle wird Lama-Seife hergestellt. Auch Christiana Schmitt ist auf das Lama gekommen. Sie ist Entspannungscoach und bietet in Straubenhardt auf dem Biolandhof Reiser ebenfalls Trekking mit ihren sechs Tieren an sowie „tiergestützte Intervention“, wie sie erklärt.

Mit einer beachtlichen Palette an Nudeln aller Art warteten auch dieses Jahr wieder die Wimsheimer Landfrauen auf. Schon im Herbst hat das sechsköpfige Nudelteam damit begonnen, rund 100 Kilogramm Weizen- und Dinkelmehl sowie viele Eier zu verarbeiten, erzählte Simone Freihofer. Entstanden sind dabei Teigwaren in verschiedensten Formen und Farben, grüne mit Spinat oder Kräutern, sogar rote mit Rote-Beete-Pulver ­gefärbt, sind darunter.

Mehr Aussteller, mehr Besucher

Die Organisatorin Sina Bertsch vom Marktteam zeigte sich zufrieden, wenn auch die Vorbereitungen für den Markt enorm viel Arbeit machen, so die Floristin, die selbst mit ihrem Geschäft Blumenstiel präsent war. „Es kommen immer mehr ­Besucher und immer mehr Aussteller fragen an, ob sie mitmachen können“, sagte sie. Auch in diesem Jahr waren wieder ­einige neue in der Halle, die das Marktteam von der Gemeinde angemietet hatte. Und dann wies sie noch auf die Online-Präsenz des Bauernmarktes hin, mit einer eigenen Homepage und bei Facebook. „Das soll dafür sorgen, dass die Anbieter im Sinne der Nachhaltigkeit später von Interessierten noch gefunden werden“, sagte die Floristikfachfrau.

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