Friedhof Friolzheim Der Bedarf an Grabpflege ist hoch

Von Kathrin Klette
Der Bedarf an Sargbestattungen geht zurück, Urnenbestattungen werden beliebter. Foto: Pixabay/sspiehs3

Der Trend von Sargbestattungen hin zu Urnenbeisetzungen ist bekannt. In Friolzheim wird jetzt der Platz für Urnenstelen knapp, doch die Nachfrage bleibt hoch. Die Gemeinde lässt daher nun weitere Standorte einrichten. Zugleich haben sich bei Erdbestattungen die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Hinterbliebenen, was die Grabpflege angeht, stark gewandelt. Auch hier will die Gemeinde ansetzen mit der Einrichtung eines gärtnergepflegten Urnenfelds.

Wie soll sich der Friolzheimer Friedhof weiterentwickeln? Um diese Frage zu beantworten, hatte der Gemeinderat das Büro Volker Boden, Freier Landschaftsarchitekt BDLA, aus Niefern-Öschelbronn mit einer Bestandsaufnahme und einem Konzept zur Weiterentwicklung beauftragt. Die Bearbeitung erfolgte bereits 2020, aufgrund der Coronapandemie war das Thema jedoch in den Hintergrund gerückt.

Urnenstelen werden knapp

Der Bestand an freien Plätzen bei den Urnenreihengräbern reicht dem Büro zufolge noch für etwa zweieinhalb Jahre und bei den Reihengräbern für etwa dreieinhalb Jahre ausreicht. Die Friolzheimer Verwaltung schlug vor, dass Gräber auf dem Neuen Friedhof nach Ablauf der Ruhe- beziehungsweise Nutzungszeit wiederbelegt werden. Mit Ausnahme der Gräber, bei denen die Hinterbliebenen eine Verlängerung der Ruhezeit beantragen.

Bei den vorhandenen Urnenstelen ist eine Wiederbelegung erst nach Ablauf der Ruhezeit frühestens im Jahr 2025 möglich. Momentan hat die Gemeinde nur noch sieben freie Kammern zur Verfügung, die Anschaffung weiterer Stelen sei daher dringend erforderlich, so die Verwaltung. Mit 22 neuen Urnenkammern wäre der Bedarf für weitere drei Jahre gedeckt. Dieses Teilprojekt soll zeitnah umgesetzt werden.

Was geschieht mit der „alten“ Asche?

Vermeiden will die Gemeinde Friolzheim , dass die Urnenstelen überhandnehmen und der gesamte Friedhof damit vollsteht. Doch die Nachfrage nach diesen speziellen Plätzen ist weiterhin hoch. Überlegt wird daher, Plätze in Urnenstelen teurer anzubieten und die Bodengräber dafür günstiger.

Die Frage ist aber auch: Was geschieht mit der Asche aus den Urnenstelen, die nach Ablauf der Ruhezeit neu belegt werden? In jedem Fall soll sie an einen „würdevollen Ort“ gebracht werden, heißt es von der Verwaltung. Vorgeschlagen war ein Platz zwischen dem mittleren und dem neuen Teil des Friedhofes in räumlicher Nähe zu den Urnenstelen, markiert durch einen sogenannten Nachbestattungspoller. Dabei handelt es sich um eine steinerne Säule oder Skulptur. Das Konzept kam bei den Mitgliedern des Gemeinderats allerdings nicht so gut an, die Verwaltung nimmt das Thema daher noch einmal mit.

Gärtnergepflegtes Grabfeld kommt 2023

„Aufgrund immer vielfältigerer Lebenssituationen wird die Pflege von Gräbern für die Hinterbliebenen immer mehr zu einem Thema“, heißt es außerdem von der Verwaltung. Die Zeiten, in denen auch die jüngeren Hinterbliebenen im selben Ort leben wie die Verstorbenen, sind längst vorbei. Von den Bürgern werde daher immer öfter der Wunsch nach gärtnergepflegten Urnengrabfeldern geäußert. Ein solches soll bald auf dem mittleren Teil des Friedhofes errichtet werden. Die Gemeinde hofft, dass die Nachfrage nach Urnenstelen mit diesem neuen Angebot zurückgeht. Die Planung des gärtnergepflegten Urnengrabfelds übernimmt ebenfalls das Büro Boden. Dessen Umsetzung ist für 2023 geplant.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen