Fri­days for Future-Demo in Weil der Stadt Auch kleinere Städte können Druck machen

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Ende Januar sind die Fri­days-for.Future-Demonstranten zuletzt durch Weil der Stadt gezogen. Foto: factum/Andreas Weise

Weil der Stadt - Wir streiken bis ihr handelt!“ ist nur einer der vielen Sprüche, die auf  den Plakaten der Fri­days for Future-Demonstranten geschrieben stehen. Doch inzwischen wird nicht mehr nur in Großstädten und Metropolen protestiert. Ausgestattet mit Bannern und einem Megafon ziehen seit Ende November auch die Weil der Städter Bürger durch die Straßen der Keplerstadt, um für besseren Klimaschutz zu protestieren.

Initiiert hat das eine Gruppe von elf Schülern, die regelmäßig solche Proteste in der Keplerstadt organisieren. „Das wichtigste ist, den politischen Druck ­aufzubauen“, erklärt Viola Cocco und fügt hinzu: „Und eine Einzelperson reicht ­dafür einfach nicht mehr.“ Aus diesem Grund hat die 18-jährige Schülerin in einer Diskussionsgruppe ihrer Schule die Frage in den Raum gestellt: „Warum gibt es so etwas wie Fridays for Future nicht auch in Weil der Stadt?“ Nach und nach ist so ein Organisationsteam entstanden, das mittlerweile rund elf Schüler im Alter von zwölf bis 18 Jahren zählt.

Bereits drei Proteste zum Klimaschutz

Zu der Gruppe gehören neben Viola Cocco unter anderem auch die 15-jährigen Tom Scheuble, Amelie Geiselhart, Luise Klingler und Helena Grimm. Gemeinsam mit sechs anderen sind sie selbst aktiv geworden. Bereits drei Proteste zum Klimaschutz haben die Schüler auf die Beine gestellt – und jede davon war ein Erfolg. „Es ist immer ein Aufwand, das alles zu organisieren, aber wir hatten bis jetzt eigentlich immer ein gutes Ergebnis“, erzählt Tom Scheuble zufrieden. Jede Weil der Städter Demonstration ist einem bestimmten Thema gewidmet, wie zum Beispiel den Wald- und Buschbränden oder auch dem komplexen Bereich der Klimagerechtigkeit. Passend zum Thema werden vor und nach den Demonstrationen Reden gehalten, um Sachverhalte aufzuzeigen und Zeichen zu setzen.

Doch mit dem Organisieren der Demonstrationen ist es für die Schüler keinesfalls getan. „Wir wollen uns noch mit der Stadt zusammensetzen und konkrete Forderungen äußern“, erzählt die 15-jährige Helena Grimm. „Wir wollen die Kommunikation fördern und beraten, was man konkret machen könnte“, fügt Luise Klingler hinzu. Die Weiler Klimaakti­visten solidarisieren sich mit den Forderungen der Fridays for Future-Bewegung Deutschland.

Auch im alltäglichen Leben gehen die elf Schüler mit gutem Beispiel voran. Grund dafür: „Jede kleine Veränderung im Lebensstil summiert sich“, erklärt die ­15-jährige Amelie Geiselhart. „Es muss sowohl beim Einzelnen als auch in der Politik etwas passieren“, fügt Luise Klingler hinzu. Aus diesem Grund leben die elf Weiler Schüler den klimafreundlichen Lebensstil selbst vor: Sie achten auf eine hauptsächlich vegetarische Ernährung, verzichten nach Möglichkeit auf das Auto und greifen stattdessen zum Fahrrad.

Bei der ­Organisation gibt es auch Probleme

Dass klimafreundliches Handeln auch Probleme mit sich bringen kann, mussten die Schüler dennoch erfahren. Bei der ­Organisation der ersten Demonstration sollte das Beschaffen eines Megafons zum Problem werden. Grund dafür: Viele Kilometer zu fahren, um einen Gegenstand für eine Klimaschutz-Demo zu besorgen, wäre am Ziel vorbei. „Und bestellen auf Amazon wollten wir auch nicht“, erklärt Amelie Geiselhart. Nur durch Zufall konnten die Schüler noch rechtzeitig ein Megafon auftreiben. Mittlerweile sind die engagierten Klimaaktivisten jedoch ausgestattet mit Bannern, Plakaten, einem Megafon und sogar einem alten Polizeilautsprecher, der an einem Fahrrad befestigt ist.

„Es gibt leider immer noch viele, die nicht auf die Demos gehen, weil sie denken, sie könnten damit nichts erreichen“, bedauert Viola Cocco. Eine falsche Einstellung, wie die Schüler des Weil der Städter Fridays for Future-Organisationsteams finden. Ihre Botschaft ist klar: „Wir sind auch in einer kleinen Stadt da. Denn auch kleine Orte können Druck machen!“

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