Freibad in Renningen Ein Trostpflaster für den verpassten Urlaub

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Das neue Sanitärgebäude ist startklar für die Eröffnung. Foto: factum/Simon Granville

Renningen - Wir wussten lange nicht, wohin es gehen wird. Aber es war uns wichtig, das Freibad noch öffnen zu können“, sagt der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt (Freie Wähler). „Gerade für die Menschen und Familien, die wegen Corona dieses Jahr keinen Urlaub machen konnten.“ Von Montag, 29. Juni, an empfängt das Renninger Freibad wieder Gäste. An das Prozedere rings um den Kartenverkauf und die Regelung des Badebetriebs werden sich die meisten aber wohl erst gewöhnen müssen. So ist zum Beispiel die Zahl der Menschen pro Schwimmbecken begrenzt, Karten gibt es nur im Vorverkauf.

Grundsätzlich ist das Renninger Freibad immer ein Zuschussbetrieb, erinnerte die Verwaltung den Gemeinderat. Aufgrund der fehlenden Eintrittsgelder wird sich das Defizit dieses Jahr merklich erhöhen. Zudem werden die Neuerungen und Änderungen in dieser Saison noch finanzielle Auswirkungen haben, die die Verwaltung aber noch nicht genau beziffern konnte. Das E-Ticket-System wird 5000 Euro kosten und bringt jährlich 1000 Euro an Folgekosten mit sich. Allerdings benötigt die Stadt für die Umsetzung der Änderungen auch mehr Personal und Materialien, etwa aufgrund der intensiveren Reinigung. Wie hoch die Kosten dafür sein werden, steht noch nicht fest. Der Gemeinderat stimmte dennoch zu, sodass das Freibad am Montag öffnet.

Das sind die Regeln

Das Freibadteam habe sich mit der Verwaltung zusammengesetzt, um zu klären, wie eine Umsetzung der Landesvorgaben möglich wäre, und dafür viel Zeit aufgewendet, lobte Marcello Lallo, Leiter des Fachbereichs Bürger und Recht, im Gemeinderat. Folgendes müssen Besucher des Bades für diese Saison beachten:

Besuchszeiten Um möglichst vielen Besuchern Zugang zum Bad zu gewähren, hat die Stadt feste Besuchszeiten eingeführt. Jeder Tag ist fortan in mehrere Abschnitte unterteilt. An deren Ende müssen alle Badegäste das Gelände verlassen, und alles wird gereinigt. Danach dürfen die nächsten Gäste aufs Gelände. Tickets gelten immer nur für den jeweiligen Zeitabschnitt und verlieren danach ihre Gültigkeit.

Anzahl Die Zahl der Schwimmer pro Becken ist, abhängig von der Größe und der Art der Nutzung, begrenzt. Gleiches gilt für die Zahl der Besucher im Freibad allgemein. Da Früh- und Abendbesucher vornehmlich zum Schwimmen kommen, also ihre meiste Zeit im Becken verbringen, ist die Zahl der Besucher zu diesen Zeiten auf 60 Personen begrenzt. In den Vormittags- und Nachmittagsstunden dürfen pro Zeitabschnitt immer 450 Gäste aufs Gelände, die aber natürlich nicht alle gleichzeitig ins Wasser dürfen.

Die Nutzerzahlen werden von den Mitarbeiten kontrolliert. Knapp 80 Personen sind im Nichtschwimmerbereich zugelassen, im Kinderbecken sind es maximal 20 Gäste, im Planschbecken sogar nur vier – es sei denn, es geht um Menschen aus einem einzigen Haushalt. „Wir hatten daher überlegt, ob wir das Planschbecken gleich ganz zulassen“, sagt der Bürgermeister Wolfgang Faißt. „Wir wollten den Familien aber zumindest die Möglichkeit geben, es zu nutzen.“ Sollte es vermehrt zu einer Fehlnutzung oder anderen Problemen kommen, könnte man über eine Schließung immer noch nachdenken.

Hygiene Während des Besuchs müssen die Besucher einige Hygiene-Regeln beachten, darunter die auch sonst üblichen Vorgaben, dass im Eingangsbereich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden und zu anderen Besuchern einen Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Darüber hinaus gibt es unter anderem getrennte Ein- und Ausstiege an den Schwimmbecken, in den Toilettenräumen dürfen sich maximal drei Personen gleichzeitig aufhalten. Vorerst werden keine Duschen geöffnet – bis auf die Duschen an den Durchschreitebecken.

Hier geht es zu den Tickets: www.renningen.de/eticket. Sie können sieben Tage im Voraus gekauft werden. Eine Stornierung ist nicht möglich.

Tickets Es muss genau dokumentiert werden, wer zu welcher Zeit das Bad besucht. Die Stadt hat daher ein System zur Online-Buchung eingerichtet. Die Tickets werden vorab bezahlt und an der Kasse nur abgescannt. Menschen, die keine Möglichkeit haben, die Karten online zu kaufen, können diese auch an der Freibadkasse erstehen – außerhalb der Stoßzeiten (voraussichtlich täglich von 10 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr) und auch hier nur für den Vorverkauf. Wichtig für Familien: Kinder unter vier Jahren dürfen zwar kostenlos ins Bad, sie müssen beim Ticketkauf trotzdem angegeben werden, um die Besucherzahl erfassen zu können.

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