Football Die Alligators sind hungrig auf mehr

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Die Alligators aus Leonberg hätten das Ganze nicht gemacht, wenn sie nicht gewusst hätten, dass sie etwas erreichen können. Foto: Andreas Gorr

Leonberg -

Alligatoren gelten als gefräßige Raubtiere mit langem Atem. Zwar geschah die Namensgebung des erst in diesem Jahr gegründeten Leonberger Footballteams, das als Abteilung der TSG Leonberg angehört, eher zufällig. Dennoch beschreibt der Name den Verein und dessen aktuelle Situation ziemlich treffend. Mit vier Siegen aus vier Spielen steht die U 19 bislang unangefochten an der Tabellenspitze der Bezirksliga, ist in allen bisherigen Pflichtspielen ungeschlagen. Der Neuling dominiert die niedrigste Spielklasse, in der neun gegen neun anstatt elf gegen elf gespielt wird – und die Spielzeit vier Mal acht Minuten beträgt. Um im Bild zu bleiben: Die Leonberg Alligators erlegen ihre Gegner gnadenlos, sobald sich eine Gelegenheit ergibt, schlagen sie eiskalt zu.

„Wir hätten das Ganze nicht gemacht, wenn wir nicht gewusst hätten, dass wir etwas erreichen können. Die zahlreichen Erfahrungen und das große Fachwissen im Trainerstab geben wir an die talentierten und engagierten Spieler weiter“, sagt Chefcoach Jan Bartosch selbstbewusst. Er selbst lief in der Jugend für den Bundesligisten Stuttgart Scorpions auf. In seiner Nachwuchsmannschaft brachten nur zwei der größtenteils aus Leonberg und Rutesheim sowie deren Teilorte stammenden Spieler Football-Erfahrung mit. Der Rest des Teams war hauptsächlich in anderen Ballsportarten aktiv. „In der Zwischenzeit hat die Mannschaft einen großen Zusammenhalt entwickelt, der sich auch auf dem Platz widerspiegelt“, sagt Bartosch.

So beispielsweise zuletzt gegen die Spielgemeinschaft Crailsheim Titans / Ostalb Highlanders. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, vor allem im Passspiel, und eines 0:6-Rückstandes nach dem ersten Viertel entschied Leonberg die Partie noch mit 13:6 für sich. Im nächsten Heimspiel (Samstag, 2. Juli um 11 Uhr auf dem Kunstrasen der TSG Leonberg) gegen die Spielgemeinschaft Kornwestheim Cougars / Stuttgart Silver Arrows kann der Spitzenreiter bereits einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft gehen. Spätestens nach dem letzten Saisonspiel am 23. Juli soll dann aber gefeiert werden.

Doch der Hunger der Alligatoren ist noch nicht gestillt, sie haben höhere Ansprüche und Ziele. Im kommenden Jahr soll eine U 17 im Spielbetrieb gemeldet werden. Außerdem wollen sie mit Hilfe von Spielgemeinschaften eine Aktivenmannschaft zusammen stellen. Sollte die U 19 aufsteigen, wird ein Team mit elf Spielern in der Landesliga mit 15 Mannschaften antreten. Die Alligators träumen bereits von den Playoffs.

Um diese Ziele zu erreichen, sollen neue Spieler an Land gezogen werden. Dabei setzt Bartosch vor allem auf zwei Faktoren: Werbung und den Footballboom: „Seit 2011 hat sich die Zahl der Footballspieler in Deutschland von 32 000 auf 66 000 mehr als verdoppelt. Die Vereine sprießen wie Pilze aus dem Boden. Der Sport kommt vor allem bei Jüngeren sehr gut an.“ Durch Aktionen bei Festen, die verschiedenen Onlinepräsenzen und Mund-zu-Mund-Werbung will auch Leonberg davon profitieren. Bei Heimspielen gibt es einen Stadionsprecher, der weniger footballaffinen Zuschauern während des Spiels die wichtigsten Regeln und taktischen Details erklärt. Filmaufnahmen der Partien und Trainingseinheiten, unter anderem mit einer Drohne, werden zwar vorrangig zur Analyse, aber auch für teils spektakuläre Videos auf Facebook oder im Internet-Videoportal YouTube genutzt.

Interessierte haben außerdem die Möglichkeit die Trainingseinheiten zu besuchen (mittwochs von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr und sonntags von 16.30 Uhr bis 19 Uhr jeweils auf dem Kunstrasen der TSG Leonberg) und sich dort die Grundlagen vermitteln zu lassen. „Es gibt zwei Arten von Trainingsgästen: die einen bekommen eine Schelle und gehen wieder, die anderen bleiben genau deshalb. Beim Football kann es ganz schön scheppern“, sagt Bartosch über die Härte der körperlich fordernden Sportart. Aber Alligatoren lassen sich davon bekanntlich nicht abschrecken.

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