Förderung für den TCL Leonberg „Ein unglücklicher Zeitpunkt für ein Exempel“

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Die SPD ist gegen die Zuschusskürzung für den TCL. Foto: Pixabay

Leonberg - Die Kürzung der Zuschüsse für die Sanierung des Vereinsheims des Tennisclubs Leonberg (TCL) beschäftigt die Kommunalpolitiker auch noch nach dem Beschluss, den Verein mit weniger Geld zu fördern.

Vor allem der SPD-Fraktion im Gemeinderat ist es wichtig, erneut zu unterstreichen, dass sie den Zeitpunkt, hier „am TCL ein Exempel zu statuieren und den Zuschuss von 50 auf 30 Prozent zu reduzieren, für extrem unglücklich“ hält. Es geht darum, dass der TCL zusätzlich zu den bereits in Aussicht gestellten 167 000 Euro an Fördergeldern weitere 36 000 Euro als Zuschuss von der Stadt wollte.

„Die Corona-Auswirkungen treffen die ehrenamtlich geführten Vereine in ähnlichem Maße wie etwa Handel und Gastronomie“, begründet der Fraktionsvorsitzende Ottmar Pfitzenmaier die Position der Sozialdemokraten im Leonberger Gemeinderat. Die Einnahmen aus den Vereinsaktivitäten und aus der Pacht brechen weg, Mitglieder treten aus. Aber ein Großteil der Kosten laufe weiter, macht er auf das Dilemma der Vereine aufmerksam.

Die Sanierung der Sportstätten des TCL sei offenkundig notwendig, nun sei weiterer nicht vorhersehbarer Handlungsbedarf entstanden. Natürlich müsse eine nicht mehr funktionstüchtige Schließanlage ausgetauscht werden. „Man kann die Ausprägungen des Spitzentennis und dessen möglichen Finanzbedarf kritisch sehen – nur bisher haben wir uns bei Zuschussanträgen nicht in die Vereinspolitik eingemischt“, sagt Pfitzenmaier. „Ich darf an die Schützengilde erinnern“, so der Fraktionsvorsitzende weiter. Hier hat die Stadt Leonberg seinerzeit die Hälfte der rund 600 000 Euro für den Neubau der Schützengilde im Glemstal übernommen.

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Wenn man künftig ausgerechnet bei den ehrenamtlich geprägten Vereinen sparen möchte – wovor die SPD ausdrücklich warne –, dann müsse man die Vereinsförderrichtlinien überarbeiten und dann auch konsequent bei allen anwenden. Der TCL ist mit 450 Mitgliedern, davon mehr als 100 Kinder und Jugendliche, ein traditionsreicher ehrenamtlich geführter Leonberger Verein. „Für uns ist nicht ersichtlich, warum der jetzt schlechter behandelt werden soll als andere Vereine der Stadt in den vergangenen Jahren“, sagt Pfitzenmaier. Bei Vereinen ausgerechnet jetzt in der Corona-Krise den Rotstift anzusetzen, sei grundverkehrt.

Der Antrag im Sozial- und Kultusausschuss des Gemeinderates, den zusätzlichen Zuschuss von 50 auf 30 Prozent zu reduzieren, kommt von Frank Albrecht (SALZ) und nicht von Sebastian Werbke (Grüne). Der Grünen-Rat hatte gefordert, dass die 11 000 Euro teure Schließanlage aus der Förderung herausgenommen wird – und dafür, wie Albrecht auch, Zustimmung bekommen.

„Bedenkt man, dass die ursprüngliche Hauptsumme mit 50 Prozent bezuschusst wird, sind die 30 Prozent für den nun geforderten Aufschlag nicht superdramatisch“, sagt Frank Albrecht. In der Summe ergebe sich immer noch eine Förderung von um die 45 Prozent, rechnet er vor.

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„Außerdem gibt es keine Regelförderung von 50 Prozent für die Vereine“, stellt Albrecht klar. „Wir haben lediglich eine Bandbreite zwischen 30 und 50 Prozent ausgewiesen. Mit der Maßgabe, dass bei Neubauten, die vielleicht auch Energieeinsparung bringen, mehr Förderung gewährt wird. Und dass bei einfacheren Sachen eher die 30 Prozent gelten.“

Gerade jetzt heiße es, mit dem Geld der Bürger verantwortungsvoll umzugehen. „Das hatte ich auch bereits beim Schützenverein angemahnt“, sagt Albrecht.

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