Flüchtlinge im Kreis Vom Notfallbett zum Dauerheim

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Die Heckengäuhalle in Weissach war eine von acht Notunterkünften, die es 2016 im Landkreis Böblingen gab. Foto: factum/Bach

Kreis Böblingen - Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015 hat der Kreis Böblingen 2961 Menschen in der Erstunterbringung aufgenommen, im Folgejahr kamen 2032 dazu. Zwischenzeitlich waren gut 4500 Geflüchtete unterzubringen.

Auch wenn sich Kreis und Kommunen bemühten, geeignete Gebäude zu finden und als Unterkunft umzubauen, so mussten doch einige Turnhallen dafür genutzt werden, etwa zwei am Berufsschulzentrum in Leonberg oder die Heckengäuhalle in Weissach. Auch in Renningen, Weil der Stadt und Rutesheim waren Asylbewerber untergebracht, etwa in angemieteten Containern.

Drei Jahre später stellt sich die Situation für den Landkreis ganz anders da. Nur noch 603 Plätze gibt es derzeit in der Erstunterbringung, verteilt auf zehn Standorte. 350 Flüchtlinge hat der Kreis im vergangenen Jahr neu aufgenommen, 2017 waren es noch 664 gewesen.

Hallen sind längst wieder frei

Die Turnhallen sind längst geräumt und dienen wieder dem Schul- und Vereinssport. Doch was passiert mit den anderen Gebäuden, die der Kreis nicht mehr braucht? „Wir haben alle frei werdenden Liegenschaften an die Städte und Gemeinden zurückgegeben oder sie ihnen für die Anschlussunterbringung überlassen“, erklärt Landrat Roland Bernhard. Dazu zählten auch viele Wohnungen, die man auf dem freien Markt angemietet hatte.

In die Anschlussunterbringung kommen Asylbewerber, wenn das Verfahren länger als zwei Jahre dauert oder über ihren Aufenthaltsstatus entschieden wurde. Wenn sie also eine Aufenthaltserlaubnis oder zumindest eine Duldung erhalten haben. Dann sind die Kommunen für eine erste Unterkunft zuständig, ebenso wie einheimischen Wohnungslosen.

Zudem prüfe man, so erklärt der Landrat, welche Liegenschaften sich eignen für bezahlbaren Wohnraum. „Wobei ich befürchte, dass dabei nicht sehr viel herauskommen wird. Viele Gebäude liegen in Gebieten, die sich dafür nicht eignen“, meint Roland Bernhard.

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