Filmbörse Leonberg Ungeschnittene Horrorfilme gibt es im Online-Handel nicht

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Kaufen und Verkaufen ist das Prinzip auf der Filmbörse in Leonberg. Foto: factum/Weise

Leonberg - Überall Filme, soweit das Auge reicht. Ein vollgestellter Tisch mit seltenen Filmplakaten, gesuchten Figuren und begehrten Sammler-Editionen folgt auf den Nächsten. Ob klassisch oder speziell, ob Horror oder Western, ob Neuware oder Gebrauchtware – bei der Filmbörse in Leonberg am Samstag war für jeden Filmliebhaber etwas dabei. Das ­Angebot lockte zahlreiche Sammler an, die im Sortiment der Aussteller stöberten.

Zum Beispiel bei Markus Janke. Er ist einer von 30 Ausstellern und ist eigens aus der Nähe von Frankfurt angereist. „Alles hat damit angefangen, dass ich auf Flohmärkten nach Filmen gesucht habe“, erinnert er sich. Irgendwann kam ihm dann die Idee, auf eine Filmbörse zu gehen und mal zu gucken. „Geendet hat das Ganze damit, dass ich mittlerweile über mehrere 1000 Filme besitze“, sagt der hauptberufliche Laborfahrer und lacht. Aufgrund von Platzmangel muss er jetzt verkaufen. „Ich bekomme oft zu hören, dass man die Filme einfach auf Amazon bestellen kann“, gibt Markus Janke zu. Viele sehen deshalb keinen Wert darin, extra zu einer Filmbörse zu fahren und finden die Veranstaltung nicht mehr zeitgemäß. „Dem kann ich nur ­entschieden widersprechen!“, sagt er aber. Erstens sind die Preise auf Amazon meistens um einiges teurer. „Und zweitens verkauft Amazon nicht alle Filme, die man bei einer Filmbörse ergattern kann“, stellt er immer wieder fest.

Premiere am Engelberg

Es war die erste Filmbörse in Leonberg „Bisher waren wir immer in Ludwigsburg, doch die Räumlichkeiten dort waren dieses Jahr nicht frei“, berichtet Peter Beppler, der Veranstalter. „Ich musste mich deshalb nach einer neuen Ausstellungsmöglichkeit erkundigen und bin so auf die Stadthalle in Leonberg gestoßen.“ Er kümmert sich schon seit vielen Jahren um die Organisation solcher Events und ist ein echter Filme­kenner.

„Früher habe ich mit viel Leidenschaft und Eifer gesammelt, doch seit ein paar Jahren habe ich dazu keine Lust mehr“, bekennt er offen und lächelt. „Ich habe gar nicht die Zeit, mir alles anzugucken, was ich zuhause herumliegen habe.“ Auch er stellt Veränderungen durch das Internet fest. In seiner Jugend pilgerte man auf Filmbörsen, suchte nach Raritäten. Ungeschnittene Filme oder limitierte Editionen gab es nur auf solchen Veranstaltungen. „Heute können die Leute mit nur wenigen Klicks so ziemlich alles kaufen“, sagt Peter Beppler. „Das finde ich schade, denn das Schöne an einer Film­börse, dass man auf Gleichgesinnte trifft und sich miteinander unterhält.“

Horrorfilme und andere Schätze

Dass es im Internet aber eben doch nicht alles gibt, sagt auch Patrick Quaisr, der aus Darmstadt nach Leonberg gekommen ist. „Bei einer Filmbörse kommt man an Filme heran, die es nicht einfach im ­Saturn oder Media Markt zu kaufen gibt.“ Ungeschnittene Horrorfilme zum Beispiel. „Diese findet man – abgesehen von Filmbörsen – meistens nur in der Schweiz, ­Österreich oder Holland“, berichtet er.

Der Aussteller hat ein breit gefächertes Angebot, bei dem ihm vor allem eine bestimmte Richtung ganz besonders am Herzen liegt. „Ich liebe die Filme der 80er Jahre“, gibt er zu. „Sie haben mich in meiner Jugend sehr geprägt und erlauben mir, in Erinnerungen zu schwelgen. Diese Nostalgie möchte ich niemals missen.“ Trotzdem sammelt er selbst alles, was er bekommt. „Meine Regale sind zuhause mit etwa 2000 Filmen, 1500 CDs und mehreren hundert Figuren vollgestellt“, sagt Patrick Quaisr.

Die Filmbörse ist somit nicht nur eine Veranstaltung, bei der die Besucher für wenig Geld seltene Stücke ergattern können – sie ist auch ein Ort, an dem Menschen ihre Leidenschaft mit anderen teilen können. Und die Schränke zuhause werden auf ­jeden Fall voller.

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