Feuerwehrhaus Heimsheim Die Feuerwehr hat zu wenig Platz

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Das Feuerwehrhaus in Heimsheim weist viele Defizite auf. Ein Anbau könnte viele Probleme lösen. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Die Feuerwehr in Heimsheim braucht dringend eine Erweiterung ihres Feuerwehrhauses. Das steht außer Frage. Wie diese Erweiterung jedoch aussehen soll, vor allem, wo der Anbau hin soll, darüber gehen die Meinungen jedoch offenbar auseinander. Einige Räte forderten die Ausarbeitung von alternativen Vorschlägen und eine genauere Kostenauflistung. Vor allem Ralf Rüth von der CDU störte sich am Vorgehen der Verwaltung.

Die Defizite des bestehenden Gebäudes sind unübersehbar und im neuen Feuerwehrbedarfsplan sehr anschaulich aufgelistet: Die Umkleide müsste eigentlich 90 Quadratmeter groß sein, doch es ist gerade mal die Hälfte. Ein Trockenraum ist gar nicht vorhanden, Gleiches gilt für einen Jugendraum, einen Lehrmittel- oder Ruheraum beziehungsweise einen Raum für die Erste Hilfe. Die Lagermöglichkeiten sind beengt und auf mehrere Orte verteilt: das alte Feuerwehrhaus, Container und das Feuerwehrhauslager.

Ein weiteres großes Problem ist die Notstromversorgung. Zwar ist eine externe Einspeisung für einen Minimalbetrieb vorhanden, jedoch kein separates Notstromaggregat. Die Zahl der Parkplätze ist unzureichend. Es gibt kein Gefahrstofflager für Kraftstoffe, und das Gebäude, vor allem die Umkleide, bietet keine ausreichenden Möglichkeiten für eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung, also die Trennung von verunreinigten Materialien und Kleidungsstücken von sauberen. Bei gemeinsamer Lagerung können Rußpartikel und andere Schadstoffe schnell auf die saubere Kleidung übertragen werden.

Das Haus braucht einen Anbau

Um all diese Defizite auszuräumen, braucht das Gebäude einen Anbau. Die ersten Planungen laufen bereits, denn der Umbau sollte nicht zu lange auf sich warten lassen. Fertige Entwürfe gibt es aber noch nicht. „Es gab lediglich eine mit dem Feuerwehrausschuss und den Kommandanten abgestimmte Idee eines Planers, die in der Klausurtagung des Gemeinderats 2019 vorgestellt wurde“, berichtet der Bürgermeister Jürgen Troll. Daher wurden weitere Planungsmittel im Haushalt 2020 bereitgestellt, „um die Idee auszureifen und zur Klausur 2020 nochmals aufzurufen“.

Wegen einer überplanmäßigen Ausgabe kam das Thema jetzt schon auf eine öffentliche Tagesordnung. Denn die veranschlagten 55 000 Euro für die entsprechende Vorplanung reichen nicht aus, 36 000 Euro sind zusätzlich erforderlich. Die Zusatzausgaben sind unter anderem durch den Wunsch aus dem Gemeinderat entstanden, zu dem vorgeschlagenen Entwurf, der von den Planern unter Einbeziehung der Feuerwehr erarbeitet worden war, Alternativen aufzuzeigen. Die Bedenken mancher Gemeinderäte in Bezug auf den Anbau bezogen sich zum Beispiel auf dessen Positionierung sehr dicht an der Leonberger Straße und dem Ortseingang.

„Es gibt ein Modell, das die Feuerwehr bevorzugt“, erklärte der Bürgermeister Jürgen Troll im Gemeinderat. Nach den Einwänden der Politiker würden bei der anstehenden Klausurtagung noch weitere Varianten aufgezeigt, die bereits in Überlegung waren, und dazu erklärt, warum diese verworfen wurden. Vor allem Ralf Rüth von der CDU zeigte sich von diesem Vorgehen wenig begeistert.

Wunsch nach Alternativen

„Sehe ich das richtig, dass wir hier jetzt eine Menge Geld ausgeben, nur um dieselben Vorschläge noch einmal vorgestellt zu bekommen?“, wollte er wissen. Jürgen Troll wand ein, dass es wenig sinnvoll sei, mehrere detaillierte Entwurfsplanungen auf einmal in Auftrag zu geben. Das sei viel zu teuer und zeitaufwendig. „Dann bin ich irritiert, dass wir bei dieser ersten Variante bereits so tief in die Planung gegangen sind“, beklagte Rüth. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir uns gemeinsam für eine Lösung entscheiden.“ Zustimmung kam von Sabine Kiedaisch (Bürger für Heimsheim). „Ich hatte das auch so mitgenommen, dass wir einen gleichwertigen Entwurf präsentiert bekommen.“

Als ein Problem im Vorfeld beschrieb der Heimsheimer Feuerwehrkommandant, Oliver Waldherr, die Corona-Pandemie. Dadurch war es beispielsweise nicht gestattet, im Feuerwehrhaus einen Vor-Ort-Termin mit den Gemeinderäten anzuberaumen. Die Feuerwehr musste von der „Außenwelt“ komplett abgeschottet sein.

Ein Termin für die gemeinsame Besichtigung soll nun voraussichtlich im Oktober stattfinden. In der anschließenden Klausurtagung soll der Gemeinderat sich auf eine Variante festlegen, das Ergebnis wird dann in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt.

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