Feuerwehr Wimsheim Hafner-Leute löschen jetzt tagsüber mit

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Wenn die Wimsheimer Wehr ausrückt, sind künftig auch Mitarbeiter der Firma C. Hafner an Bord. Foto:  

Wimsheim - „Wenn wir zehn Leute alarmieren, kommen fünf“, sagt Axel Heinstein. Der Kommandant der freiwilligen Feuerwehr von Wimsheim spricht damit ein Problem an, mit dem viele Wehren zu kämpfen haben, die nicht hauptberuflich betrieben werden: die Tagesverfügbarkeit.

Von den 44 aktiven Mitgliedern in Wimsheim arbeiten zwei Drittel außerhalb des Ortes. Der Diplom-Ingenieur Heinstein gehört dazu. „Wir haben hier zwar eine super Ausstattung, aber wir brauchen natürlich auch die Menschen“, sagt er. Durch eine Kooperation mit der Firma C. Hafner GmbH konnten nun drei Feuerwehrmänner neu für die Wimsheimer Wehr gewonnen werden, die tagsüber verfügbar sind. Denn die drei arbeiten dort.

Über einen Aushang in der Firma sei er auf die Kooperation seines Arbeitgebers mit der Feuerwehr aufmerksam geworden, erzählt Tobias Stickel. Der 35-jährige Edelmetallprüfer aus Pforzheim hat bislang noch keine Feuerwehrerfahrung, doch jetzt beginnt er mit der Grundausbildung. Voraussichtlich ab Juli wird er dann ebenso wie seine Kollegen Tobias Bachmann und Fritz Bommer zu den Aktiven in Wimsheim gehören.

Der 21-Jährige Fritz Bommer, der im technischen Bereich der Goldscheideanstalt C. Hafner arbeitet, ist seit elf Jahren bei den Rettern im Nachbarort Tiefenbronn aktiv, inzwischen als Oberfeuerwehrmann. Sein gleichaltriger Kollege Tobias Bachmann pendelt täglich von Pinache nach Wimsheim, wo er eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Er engagiert sich als Feuerwehrmann in seinem Heimatort. „Unsere Firma hat uns gefragt, ob wir das machen können“, erzählt Fritz Bommer. „Und wir waren gleich dabei“, sagt er. „Wir sind von den Wimsheimer Kameraden sehr herzlich aufgenommen worden“, meint Tobias Stickel.

„Im Notfall möchte ich auch, dass mir geholfen wird“

Warum wollen sich die jungen Männer neben ihren Jobs und ihrem ehrenamtlichen Engagement in ihren Heimat-Feuerwehren noch in Wimsheim einsetzen? Tobias Bachmann formuliert es so: „Im Notfall möchte ich auch, dass mir geholfen wird, egal wo ich bin. Deswegen helfe ich, wo es nötig ist.“ Sein Kollege Bommer weist auf das soziale Engagement seines Arbeitgebers hin. So unterstützt Hafner etwa den Wimsheimer Radsportverein.

Zunächst nehmen die neuen Feuerwehrleute an einigen Übungen teil. Den Platz für ihre Wimsheimer Uniformen kennen sie schon genau. Denn im Alarmierungsfall müssen sie vom benachbarten Gewerbegebiet zur Feuerwache eilen, sich umkleiden und in die Fahrzeuge steigen.

Übrigens, der Lohn für die Retter unter den Hafner-Mitarbeitern läuft auch dann weiter, wenn sie in Wimsheim einen Brand bekämpfen, zu einem Unfall gerufen werden oder eine Türe öffnen müssen.

„Diese Kooperation ist eine super Win-win-Situation“, sagt der Hauptbrandmeister Axel Heinstein. So sieht es auch die Geschäftsleitung der Firma Hafner. Man beurteile die Bereitschaft der Mitarbeiter, die Wimsheimer Feuerwehr zu unterstützen, durchweg positiv, heißt es auf Nachfrage.

„Dies zeigt die Verbundenheit unseres Unternehmens mit Wimsheim und wie gut wir uns bereits in die Gemeinde integriert haben“, erklärt die Geschäftsführerin Birgitta Hafner. Außerdem fänden in regelmäßigen Abständen auf dem Betriebsgelände Übungen der Feuerwehr statt.

Das Know-how kommt Hafner zu Gute

Im Gegenzug profitiere man auch davon, denn im Ernstfall sei man auf die Wimsheimer Feuerwehr angewiesen. „Neben den drei Mitarbeitern, welche die Feuerwehr unterstützen, sind noch zwei weitere in freiwilligen Feuerwehren aktiv“, so Birgitta Hafner. „Dieses Know-how kommt unserem Unternehmen bei Beurteilung von Gefahrensituationen und sicherheitstechnischen Aspekten zu Gute.“

Der Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich lobt die Kooperation der Firma C. Hafner. Und er kündigt an, dass künftig nicht nur die Hafner-Mitarbeiter die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehr verbessern. Axel Heinstein erhält Zuwachs aus den Reihen der Gemeindeverwaltung selbst. Denn die neue Bauamtsleiterin Ulrike Rentschler, die am heutigen Donnerstag ihren Dienst im Rathaus auf dieser neu geschaffenen Stelle antritt, ist ebenfalls Brandbekämpferin. Die 46-jährige Verwaltungsfachwirtin ist in ihrem Heimatort Schömberg aktives Feuerwehr-Mitglied.

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