Ferienprogramm Renningen Schwertkampf und Bogenschießen sind der Renner

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Auch beim Kampf mit Kunststoffschwertern muss man gut aufpassen. Foto: factum/Jürgen Bach

Renningen - Es sind ungewöhnliche Gestalten, die sich am Samstagvormittag rund um die Renninger Bergwaldhalle eingerichtet haben. In mittelalterlichen Kostümen, einer sogar in einer leichten Ritterrüstung, empfangen sechs Mitglieder des Brauchtumsvereins Freye Rittersleut Randingen sieben Kinder, um diesen ein Ferienprogramm zu bieten, bei dem die sechs Jungen und ein Mädchen tief ins Mittelalter eintauchen können.

An vier Stationen können sich die Kinder im Kampf mit Kunststoffschwertern versuchen, ihre Fähigkeiten im Bogenschießen testen, Schlüsselanhänger aus Filz basteln oder sich alles rund um mittelalterliche Waffen und Rüstungen erklären lassen. Natürlich spielt Corona auch hier eine Rolle, so werden die Schwerter, Pfeile und Bögen regelmäßig desinfiziert, und auch auf die Abstände wird geachtet.

Mit Feuereifer beim Schwertfechten

Zwar sind von 14 angemeldeten Kindern am Vormittag nur sieben erschienen, doch die sind mit Feuereifer dabei. Vier von ihnen zieht es sofort zum Schwertfechten. „Wir kämpfen hier mit Kunststoffschwertern, aber das ist kein Spielzeug, mit denen kann man sich auch ganz schön weh tun“, bittet Jugendleiter Calvin Maier-Liebreich um Aufmerksamkeit.

Die jeweils zwei Kontrahenten sollen sich in einer Entfernung von einer Schwertlänge aufstellen, dann geht es erst mal um die Technik: Das Standbein macht einen Schritt nach vorne, der Körper steht im 45-Grad-Winkel zum Gegner. Eine Hand führt das Schwert, die zweite dahinter sorgt für die Schwungbewegung. „Ganz wichtig: Das Schwert wird neben dem Körper geführt, sonst seid ihr euch selbst im Weg, wenn ihr das Schwert zurückziehen wollt“, demonstriert Calvin Maier-Liebreich an einem Jungen.

Viele haben falsche Vorstellungen

Dann macht er ein paar Hiebe mit dem Schwert vor, bei denen man den erzeugten Luftzug laut hören kann. Und er räumt mit einer falschen Vorstellung auf, die durch viele Hollywoodfilme wie Robin Hood oder Fluch der Karibik in den Köpfen sitzt: „Mit dem Schwert schlägt man nie von oben. Wenn man das im Mittelalter gemacht hätte, wäre die Klinge schnell stumpf geworden“, erläutert er.

Der achtjährige Timo Schaust versucht sich unterdessen am Bogenschießen. Tobias Wild, der Vorsitzende der Freyen Rittersleut, zeigt ihm, wie man den Pfeil richtig auf die Sehne legt: „Die gelbe Leitfeder muss nach oben zeigen, sonst bleibt der Pfeil mit seinen Seitenfedern am Bogen hängen“, erklärt er. Beim Schießen sei es auf Schnelligkeit angekommen, daher diene die Leitfeder stets als Orientierungspunkt. Der Pfeil wird auf der Sehne zwischen zwei farblich abgehobene Knock-Punkte gelegt. Dann heißt es: Die Sehne spannen, den Daumen zur Wange und zielen. Die Füße stehen dabei im 45-Grad-Winkel zum Ziel.

Auch wenn ziemlich viel an Vorgaben zusammen kommt, schlägt sich Timo Schaust wacker: Die Mehrzahl seiner Pfeile landet auf der Zielscheibe. „Das macht voll Spaß“, sagt der Achtjährige. Noch besser zielt Jannes Deuring, der einen Pfeil genau in der gelben Mitte der Zielscheibe platziert. „Du wärst fürs Bogenschießen prädestiniert“, lobt der zweite Vorstand Berno-Dag Maier.

Die erstaunlicherweise gefährlichste Station ist das Filzen von Schlüsselanhängern: Hier legen die Kinder die Filzwolle mit ihrer Lieblingsfarbe in eine Form und verdichten den Filz, indem sie eine scharfe Nadel mit Widerhaken immer wieder hineinstechen und diesen dadurch verdichten. „Ein Junge hat sich vorhin mit der Nadel gepiekst“, erzählt Pia Reitz, die die Station zusammen mit Birgit Maier leitet. Hier entstehen Herzen, Schwerter und Fische, sodass die Kinder am Ende der drei Stunden eine Erinnerung an das Sommerferienprogramm nach Hause nehmen können.

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