Ferdinand-Porsche-Schule Die Vorfreude auf die Mensa wächst

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Ein mächtiger Bau ist mittlerweile neben der Ferdinand-Porsche-Schule emporgewachsen. Foto: factum/Bach

Weissach - Einladend sieht der große Neubau an der Ferdinand-Porsche-Schule im Moment bestimmt nicht aus. Vor herbstgrauem Himmel ragt der dreistöckige Rohbau unübersehbar direkt an der Nußdorfer Straße in die Höhe, dahinter führt ein pfützengespickter Schotterpfad zu einem zweiten Gebäude. Doch die Vorfreude auf das, in was sich die beiden Bauwerke bis nächstes Jahr verwandeln werden, könnte größer kaum sein. Für mehr als sechs Millionen Euro entstehen dort ein weiteres Schulgebäude und eine große Mensa. Jetzt, wo der Rohbau fertig ist, haben die Beteiligen das traditionelle Richtfest gefeiert.

„Wir haben hier den Grundstein für ein Gebäude gelegt, das in die Zukunft weisen wird“, sagte der Bürgermeister Daniel Töpfer in seiner Rede. Als das Projekt im Frühjahr gestartet war, „da konnte man sich noch gar nichts darunter vorstellen, was hier mal entstehen wird“. Jetzt zeige sich das Ergebnis der vergangenen Monate Bautätigkeit. Nahtlos geht es fortan weiter mit den Arbeiten – vom Verlegen der Wasser- und Elektroleitungen über die Böden und Wände bis hin zum Einbau von Aufzügen und Toiletten. Auch die Fenster für das Schulgebäude kommen erst noch, in der Mensa sind sie zum Teil schon eingebaut.

Fünf Millionen Euro zahlt die Gemeinde

Die Kosten sind mit 6,3 Millionen Euro veranschlagt. 1,25 Millionen davon gibt es als Zuschuss vom Land, den Rest zahlt die Gemeinde. Klar, dass einem solchen Großprojekt zahlreiche und lange Diskussionen vorausgegangen sind. Ein wichtiger Grundsatzbeschluss fiel Ende 2015, 2016 schließlich fanden die letzten Debatten ihr Ende, sodass Anfang dieses Jahres die Bauarbeiten beginnen konnten. „Am Anfang hatten wir acht Wochen Verzug“, resümierte Daniel Töpfer. Der Umgang mit unerwarteten Leitungen und die Suche nach möglichen Kampfmitteln in der Erde schluckten Zeit. Gefunden wurden glücklicherweise keine, und die verlorene Zeit hätten die Arbeiter wieder reingeholt.

Darüber dürften sich nicht nur die Politiker freuen, sondern vor allem die Schüler und Lehrer. Bei denen wird es bekanntlich schon seit Längerem eng. Einige Grundschulklassen werden derzeit in Containern unterrichtet. Zum Essen gehen die Schüler in die benachbarte Vereinsgaststätte.

Zum neuen Schuljahr 2018/19, bis dahin sollen die Gebäude fertig sein, kehren die Grundschulklassen zurück in die „alten“ Räume, die weiterführenden Klassen finden in dem Neubau eine neue Bleibe. Und nicht nur sie: Die mehr als 30 Lehrer der Porsche-Schule teilen sich bislang einen Raum, der ursprünglich für 20 Mitarbeiter ausgelegt war. Auch sie erwartet im Neubau ein größeres Lehrerzimmer. Außerdem entstehen dort acht Klassenzimmer und zusätzlich noch mehrere Gruppenräume. Anders als in vielen anderen Schulhäusern wird das Untergeschoss hier aber nicht nur Platz für Mehrzweck- oder Abstellräume bieten. Durch die Lage am Hang sind nämlich auch die vorderen U1-Räume ebenerdig, bekommen also Tageslicht, und können deshalb auch als ganz normale Klassenzimmer genutzt werden.

Mensa als Veranstaltungssaal

Eine Besonderheit bildet die neue Mensa, die der Schule zugleich als Veranstaltungssaal dienen kann und die zu beiden Seiten eine große Glasfront besitzt. In der Mensa kommt eine besondere Akustikdecke zum Einsatz, erklärte Mirko Schaab vom Architekturbüro Harris und Kurrle. Das komme zugleich dem Schulbetrieb als auch der Nutzung für Veranstaltungen zugute. „So wird die Nachhallzeit reduziert, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“ Vorgesehen ist außerdem eine Fußbodenheizung, mit der sich die Räume auch kurzfristig gut beheizen lassen.

Bei Vollbelegung finden zum Essen 160 Schüler in der Mensa Platz. Die rund 300 Kinder der Schule können somit in zwei Schichten speisen. Die Küche ist eher kleiner gehalten. Dort wird nämlich nicht selbst gekocht, fertige und gekühlte Speisen werden nur noch zubereitet.

Nach Abschluss der Bauarbeiten erhält noch der Schulhof ein neues Gesicht. Jetzt befinden sich auf dem Platz vor der Mensa nur Baugruben und Schotterpisten. Später kommen dort unter anderem Hecken zur Begrenzung und ein Spielbereich hin.

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