Engelbergtunnel Leonberg Der Tunnel wird nur gesperrt, wenn die B 295 fertig ist

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Für Bauarbeiten wurde der Engelbergtunnel in den vergangenen zwei Jahren immer ­wieder gesperrt. Am Freitag und Sonntag nun wegen eines Tests. Foto: factum//Simon Granville

Leonberg - Es ist ein eng gestrickter Zeitplan. Die Bauarbeiten an der B 295 vom Ortsausgang Leonberg bis zum ­Abzweig nach Gerlingen sollen bis zum Mittwoch, 30. Oktober, beendet sein. Denn nur dann kann wie angekündigt der Engelbergtunnel in den Nächten auf ­Freitag und Sonntag, 1. und 3. November, gesperrt werden.

„Die Bauarbeiten befinden sich im Zeitplan. Das Ende der Baustelle ist weiterhin für Mittwoch geplant“, erklärt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart auf Anfrage. Dieses ist sowohl für die Arbeiten an der Bundesstraße als auch am Autobahntunnel zuständig.

Dort wird seit vergangenem Jahr neue Technik eingebaut, der Brandschutz wird auf den neuesten Stand gebracht. Allein die neue Verkehrstechnik kostet neun Millionen Euro, die das Bundesverkehrsministerium trägt. Bevor nun alles in den tagtäglichen Betrieb geht, steht ein großer Sicherheitstest an. Um die Belastung möglichst gering zu halten, habe man die Sperrungen in die Nächte verlegt. So ist in der Nacht auf Freitag die Weströhre von Heilbronn kommend von Mitternacht bis 6 Uhr gesperrt. In der Nacht auf Sonntag dann die Oströhre in Fahrtrichtung Norden. Der Verkehr wird jeweils zwischen den Anschlussstellen Stuttgart-Feuerbach und Leonberg-West durch Ditzingen und Leonberg geleitet.

Jetzt wird die Sicherheitstechnik getestet

Bereits für den Einbau der Technik sowie mehrere Brandschutztests sind immer mal wieder eine oder beide Tunnelröhren in den vergangenen Jahren gesperrt worden. Höhepunkt dabei war sicherlich, als im August und im November des vergangenen Jahres erst am Nord- und später am Südportal jeweils eine 54 Meter breite und rund 36 Tonnen schwere Schilder­brücke installiert wurde. Oder die große Notfallübung im März dieses Jahres, als beide Röhren an einem Sonntag von 6 bis 12 Uhr gesperrt waren. Im Tunnel wurden die Schilderbrücken durch insgesamt 24 neue ersetzt. Diese sind nun alle mit LED ausgestattet.

An den Tunneleingängen wurden zudem Schranken installiert, die es leichter machen sollen, bei einem Brand die Röhren schnell zu sperren.

Am Freitag und Sonntag wird die ­Sicherheitstechnik im Ganzen getestet. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn die B 295 bis dahin wieder durchgängig frei ist. Hier wurde seit Anfang Juli die Fahrbahn saniert. Die Arbeiten sollten ursprünglich bis Mitte Oktober beendet sein. Doch schon im September war klar, dass dieser Zeitplan nicht zu halten ist. Die Arbeiten wurden um zwei Wochen bis zum 30. Oktober verlängert. Damit ist aber nur die Straße erledigt. Ein begleitender Fuß- und Radweg wird im Anschluss gebaut. Alles zusammen kostet etwa 1,9 Millionen Euro, die der Bund trägt.

Hintergrund der Arbeiten

Die B 295 soll zwischen Leonberg-West und Ditzingen offiziell auf die Autobahn umgelegt werden. Die bisherige Strecke wird dann herabgestuft. Davor muss der Bund die ­gesamte Strecke saniert übergeben. So sieht es der Planfeststellungsbeschluss für den Engelbergbasistunnel vor.

Der Radweg könnte in den nächsten Jahren bereits wieder verändert werden. Denn das Landratsamt Böblingen hat eine Machbarkeitsstudie für Schnellradwege erstellen lassen, in der auch eine Route von Weil der Stadt nach Korntal-Münchingen vorgesehen ist. Der Gemeinderat Leonberg favorisiert dabei eine Wegführung ab der Altstadt über die Feuerbacher Straße nach Ditzingen, also entlang der jetzigen B 295. „Bei der Planung dieser Baustelle war die Studie aber noch nicht beendet“, erklärt die Sprecherin des Regierungspräsidiums. Das Vorhaben konnte deshalb nicht in die Planung einfließen.

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