Energiekreis in Leonberg Voranschreiten und ein gutes Beispiel geben

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Fotovoltaik auf dem Dach der Leonberger August-Lämmle-Schule: Rüdiger Beising beim Kontrollgang. Foto: privat

Leonberg - Seit fast 20 Jahren ist Rüdiger Beising im Energiekreis der lokalen Agenda 21 in Leonberg aktiv. Ihm ist wichtig, dass möglichst viele Bürger mitmachen beim Klimaschützen. Das heißt vor allem, Energiesparen und Einsatz erneuerbarer Energien, wo immer sinnvoll möglich. In einem Gastbeitrag schildert er den Klimawandel und die Arbeit im Energiekreis:

„Die Corona-Krise hat die Klimakrise keineswegs aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt. Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich nach Umfragen, dass die Anti-Corona-Maßnahmen auch zu mehr Klimaschutz führen. Das zeigt auch das weiterhin große Interesse an unseren Energieberatungen im Bürgerzentrum.

Wir erfahren es von Jahr zu Jahr, wie die Klimaerwärmung immer weiter voranschreitet. Die mittleren Temperaturen in Deutschland sind seit dem späten 19. Jahrhundert bereits um zwei Grad Celsius angestiegen. Die globale Temperatur und der Meeresspiegel steigen, die Eismassen auf Grönland und der Antarktis schmelzen, Hitzerekorde und Extremregen nehmen zu, der Mittelmeerraum trocknet aus. Und hauptverantwortlich dafür ist – da ist sich die Wissenschaft einig – der Mensch.

Neuer Schwung für den Klimaschutz

Die USA werden unter ihrem neuen Präsidenten 2021 wieder dem Pariser Klimaabkommen von 2015 beitreten. Das wird den Anstrengungen für mehr Klimaschutz neuen Schwung geben, davon bin ich überzeugt. Auch in Deutschland ist vieles in Bewegung, und voraussichtlich wird sogar das Klimaziel – die Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent – für 2020 erreicht. Auch wenn der Corona-Lockdown da mitgeholfen hat.

Mit dem Ende 2019 beschlossenen Klimapaket will die Bundesregierung bis 2030 die Treibhausgase um über die Hälfte vermindern. Gas, Öl, Benzin und Kohle werden verteuert, 2021 der Liter Öl und Benzin um etwa sieben Cent und jährlich steigend. Aus den Einnahmen werden Bürgern hohe Zuschüsse angeboten, wenn sie etwas für den Klimaschutz und fürs Energiesparen tun.

Sonnenenergie im Blick

Was können wir tun? Der Energiekreis der lokalen Agenda 21 hat es sich seit über 20 Jahren zur Aufgabe gemacht, die Bürger über Energiesparmaßnahmen und dem Einsatz von erneuerbaren Energien, vor allem der Sonnenenergie, zu informieren.

Energiesparen, Wärmedämmen und die Solarenergie nutzen, das ist das Gebot der Stunde. Und der Staat hilft uns dabei. Beim Umstieg bei der Heizung auf erneuerbare Energien gibt es Zuschüsse bis zu 45 Prozent. Fangen Sie die Sonnenenergie mit Solarkollektoren oder Fotovoltaikanlagen auf Ihrem Hausdach ein. Erwärmen Sie damit das Wasser zum Duschen und heizen Sie das Warmwasser für die Heizung mit auf. Mit der Fotovoltaik erzeugen Sie Strom, den Sie direkt in Ihrem Haus nutzen können. Da die Sonne nicht immer scheint, nehmen Sie noch einen Akkuspeicher dazu und haben dann Solarstrom auch ohne Sonnenschein.

Zuschüsse vom Staat

Immerhin lassen sich so 60 bis 80 Prozent Unabhängigkeit vom Stromnetz erreichen. Auch Wärmepumpen nutzen die Umweltwärme aus der Sonnenstrahlung und werden zu den erneuerbaren Energien gezählt. Der Staat fördert die Anschaffung mit 35 Prozent. Pelletheizungen gelten als Kohlendioxid-neutral, da zwar Kohlendioxid bei der Verbrennung der Holzpellets entsteht, dieses aber zuvor zu seinem Wachstum vom Baum aus der Luft entnommen wurde. Auch hier gibt der Staat einen Zuschuss. Die Pellets sind kostengünstiger als Gas oder Öl.

Packen wir unser Haus mit Wärmedämmung ein, das spart viel Energie. Bei Altbauten können die Wärmeverluste um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Auch hier hilft der Staat mit hohen Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten. Mitglieder des Energiekreises führen regelmäßig Energieberatungen am letzten Freitag eines Monats im Bürgerzentrum durch und haben auch eine informative Internetseite (www.energiekreis-agenda21-leonberg.de).

Dank von Leonberger Bürgern

Machen Sie mit, jeder kann seinen Beitrag zum Klimaschutz und Energiesparen leisten. Und es freut mich, wenn Leonberger Bürger sich bedanken, dass sie unsere Anregungen aus den Beratungen umgesetzt haben. Ein Spruch bleibt mir in Erinnerung: ,Es ist ein tolles Gefühl, wenn ich morgens beim Duschen daran denke, die Energie zum Warmwasser machen kommt jetzt von der Sonne.‘

Der Energiekreis betreibt auch auf 15 städtischen Dächern von Schulen und Kindergärten Fotovoltaikanlagen, die von engagierten Bürgern finanziert wurden. Und meine Aufgabe ist es, unter anderem zu schauen, dass es beim Betrieb von 13 der 15 Anlagen zu keinen Problemen kommt oder diese möglichst schnell beseitigt werden. Mit dem jährlich erzeugten Solarstrom von 500 000 Kilowattstunden können rund 200 Zwei-Personenhaushalte mit Strom versorgt werden.

Jeder kann seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten, auch wenn er noch so klein ist. Wir alleine können den Klimawandel nicht aufhalten, dazu ist der Beitrag Deutschlands zu dem weltweiten Ausstoß an Treibhausgasen mit zwei Prozent zu klein. Aber voranschreiten und ein gutes Beispiel geben, ist aller Anstrengungen wert.“

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