Elke Meller aus Leonberg Wie ein Fisch zu einer Wasserfrau wurde

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Elke Meller liest Gute-Nacht-Geschichten im Pomeranzengarten. Foto: /factum/Archiv

Leonberg - Was haben sauberes Trinkwasser und die Senioren-Union in Leonberg gemeinsam? Es ist das beherzte Engagement von Elke Meller. Sie feiert heute ihren 85. Geburtstag. Doch es sind noch viele andere Felder, in denen sich die technikaffine und für neue Medien aufgeschlossene Seniorin – sie ist übrigens eine der ersten Bezieherinnen des E-Paper der Leonberger Kreiszeitung gewesen – einsetzt, denn sie weiß die digitalen Netzwerke gut zu nutzen.

So erstaunt es nicht, dass sie die Ideengeberin für das Handy-Parken in den Parkhäusern der Stadt gewesen ist, lange bevor die Junge Union die Idee für sich entdeckt hat. Es verwundert auch nicht, dass Elke Meller („Beim Verkehr müssen wir radikal umdenken“) zum Kreis der Verfechter eines autonom fahrenden Shuttlebusses in Leonberg angehört. Den hat SALZ-Stadtrat Frank Albrecht im Jahr 2018 ins Gespräch gebracht. „Ich recherchiere gerne, und so arbeite ich mit Gemeinderäten zusammen, mit Elke Staubach (CDU), Frank Albrecht (SALZ) und Bernd Murschel (Grüne)“, sagt Meller.

Pflegsamer Umgang mit dem Wasser

Doch am liebsten macht sich Elke Meller für das Thema sauberes Wasser stark. „Es ist mir ein Anliegen, dass die Menschen eine Einstellung zum Grundelement Wasser wiedergewinnen, die sich in Staunen und Ehrfurcht ausdrückt und die auch zu Auswirkungen auf den alltäglichen Umgang mit dem Wasser führt“, begründet sie ihr jahrzehntelanges Wirken auf diesem Gebiet – beruflich und über zahlreiche Veranstaltungen und Vorträge.

Dass Wasser ein Lebenselixier ist, weiß Elke Meller nicht nur, weil es lange Jahre ihr Berufslebens als kaufmännische Abteilungsleiterin bei den Leonberger Wasserwerken geprägt hat. „Dieses lebenswichtigen Element übt als Ganzes eine besondere Faszination auf mich aus, und dafür will ich auch andere sensibilisieren – vielleicht auch, weil ich im Sternzeichen Fisch geboren bin“, wagt die Jubilarin eine Vermutung. Und Elke Meller ist stolz, von Menschen, die sie noch aus ihrer Tätigkeit bei den Stadtwerken kennen, gelegentlich als die „Wasserfrau“ bezeichnet zu werden.

Im Wasserwerk blieb sie bis zu ihrem Ruhestand 1996. Zwei Jahre davor, im Anschluss an einen groß angelegten Festakt zur Inbetriebnahme des Wasserbehälters „Alte Reute“ bei Gebersheim, den die damalige Mitarbeiterin der Wasserwerke organisiert hatte, hat Elke Meller der Stadt und sich selbst ein Geschenk gemacht – die über fast ein halbes Jahr lang laufende Veranstaltungsreihe „Leonberger Wasserprojekt“. 23 Vereinigungen und Vereine haben sich mit 46 Veranstaltungen beteiligt, und die Themen reichten von der Quelle bis zur Kläranlage.

Ruhestand ist ein Fremdwort für Elke Melle

Doch wer ist Elke Meller? Als Elke Stockmann ist sie in Tübingen als die mittlere von drei Schwestern geboren worden, wo ihr Vater Universitätsprofessor war. Weil er 1941 an die Landwirtschaftliche Hochschule nach Tetschen-Liebwerd im heutigen Tschechien wechselte, musste die Familie gegen Kriegsende flüchten.

In dieser schweren Zeit erkrankte die Mutter. Die drei Mächen kamen zu Verwandten, und so verbrachte Elke Meller ihre Kindheit und Jugend an verschiedenen Orten in ganz Deutschland. Im Jahr 1960 kam die heutige Mutter zweier Töchter, die Oma dreier Enkel und stolze Uroma nach Leonberg.

Hier war Elke Meller in verschiedenen Firmen tätig, bis sie mit 48 Jahren ihre Stelle im Wasserwerk antrat. „Dazu musste ich sogar noch die schwierige Prüfung zur Bilanzbuchhalterin ablegen, was mir aber Dank meines ausgeprägten Zahlenverständnisses auch gelang – es war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Elke Meller im Rückblick.

Ruhestand blieb für Elke Meller ein Fremdwort. „Das Leben ist zu kurz, um gebeugt auf das Ende zuzugehen“, ist ihre Lebensmaxime, und die lebt sie intensiv. Mit 50 Jahren hat sie sich für das Surfen begeistert und diesen Sport viele Jahre ausgeübt. Fast gleichzeitig begann sie mit Tennis. Im Ruhestand startete sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Dabei habe sie gelernt, dass man immer und in jedem Alter etwas für sich tun könne.

Für vieles offen

„Ich bin vielseitig interessiert und für vieles offen“, erzählt sie. Und so ist sie auch die Schatzmeisterin des „Studienwerks deutsches Leben in Ostasien“, einem weltweiten Verband von Menschen, die dort gelebt haben. Elke Meller ist auch das gut vernetzte Sprachrohr der Senioren-Union Leonberg und deren Organisatorin für zahlreiche Veranstaltungen. Seit den Anfängen anlässlich der 750-Jahr-Feier von Leonberg 1998 ist Elke Meller eine begeisterte Vorleserin der „Gute-Nacht-Geschichten“ im Pomeranzengarten.

Dahin darf aber jemand nicht mit, der sonst die langen Spaziergänge mit seinem Frauchen genießt: Elke Mellers pelziger Weggefährte Mavry. Die harmonisch gestimmte Promenadenmischung stammt aus Griechenland. Sie kam zu ihr, nachdem ein Tierheim ihr vor Jahren wegen ihres angeblich hohen Alters keinen Hund mehr anvertrauen wollte. „Glück muss man haben“, denkt wohl auch Mavry.

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