Ehrenamt in Renningen Second-Hand-Laden in Malmsheim unter neuem Namen

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Augusta Breier (von links), Elke Haamann und Elisabeth Dreßler leiten den Second-Hand-Laden. Foto: /Jürgen Bach

Renningen - Nicht mehr wegzudenken aus der Ortsmitte des Renninger Stadtteils Malmsheim ist der Laden für Gebrauchtes. Ursprünglich von der Diakonie betrieben, haben Ende des vergangenen Jahres Ehrenamtliche das Geschäft übernommen und den „Malmsheimer Laden – Ort der Begegnung e.V.“ daraus gemacht. Augusta Breier und Elke Haamann, Vorsitzende und Vizechefin des neu gegründeten Vereins, haben viel Erfahrung mit dem Start solcher gemeinnützigen Projekte. Beide haben bereits den ursprünglichen Diakonieladen mit auf die Beine gestellt. Das dritte Vorstandsmitglied, Elisabeth Dreßler, ist etwas später dazugestoßen.

„Wir wollten einige Dinge anders machen“, erklärt Augusta Breier. Doch das war mit dem Konzept der Diakonie und deren Vorgaben schwierig umzusetzen. Also haben sich die drei tatkräftigen Frauen mit den Verantwortlichen des Leonberger Kirchenbezirks zusammengesetzt und diese Lösung gefunden.

Reparieren statt wegwerfen

Der Verein bleibt ein gemeinnütziges Unternehmen, das nur mit Hilfe von Ehrenamtlichen betrieben wird. Sie alle eint unter anderem der Gedanke der Nachhaltigkeit: „Wir wollen, dass Dinge auch mal repariert anstatt gleich weggeworfen werden“, erklärt Elke Haamann und erzählt: „Wir haben beispielsweise eine tolle, hochwertige Kinderjacke bekommen, bei der der Kragen verschmutzt war. Eigentlich sollten Spenden in einwandfreiem Zustand ankommen, sodass sie gleich im Laden einsortiert werden können.“ Damit die Jacke aber nicht im Müll landet, hat Haamann diese dann zu Hause gewaschen und so zum Verkauf gebracht. „Sie war auch sofort weg“, sagt sie. Selbstverständlich gilt nach wie vor, dass Spenden in einem guten Zustand sein müssen, aber manches können die Vereinsmitglieder jetzt flexibler handhaben.

Auch die rund 35 ehrenamtlichen Helfer können stärker einbezogen werden. „Das ist ein wichtiger Punkt“, findet Augusta Breier. „Wir investieren viel Zeit und Herzblut. Wir sind vor Ort und im Gespräch mit unseren Kunden, Spendern und Helfern, und wir wissen, was gut läuft und wo es besser laufen könnte. Deshalb wollen wir auch mitentscheiden können, wie die Dinge organisiert werden.“ Und organisiert werden muss vieles: Die Helfer einteilen, die Waren sortieren und ansprechend präsentieren, die Vereinsfinanzen ordnen, neue Ideen aufnehmen und mit allen besprechen.

„Nachhaltig, menschenfreundlich und für viele Leute hilfreich“

Die Ehrenamtlichen sind mit Feuereifer dabei: „Ich bin hier, weil ich gerne ehrenamtlich arbeite“, antwortet ein Helfer auf Augusta Breiers Frage nach dem Warum. Ein anderer fügt hinzu: „Das Projekt ist von Grund auf ehrlich und basiert auf Nächstenliebe. Hier zu arbeiten, ist helfend, nachhaltig, menschenfreundlich und für viele Leute hilfreich. Ich bin sehr froh, im Team zu sein und mithelfen zu dürfen.“

Der neue „alte“ Malmsheimer Laden ist hell, luftig und gut sortiert. Damen-, Herren- und Kinderbekleidung, Schuhe, Haushaltstextilien, Gläser, Küchenutensilien, Geschirr, Besteck, Handtaschen oder Schmuck – wer Lust am Stöbern hat, der kann hier kleine Schätze entdecken. „Wir schätzen es sehr, wie viele gute Spenden abgegeben werden. Das zeigt, dass sich die Leute, die gebrauchte Ware zu uns bringen, inzwischen für mehr Nachhaltigkeit einsetzen“, sagt ein weiterer Helfer.

Laden soll zum Ort der Begegnung werden

„Und manchmal“, ergänzt Elisabeth Dreßler, „finden Sachen den Weg zu uns, die wir gar nicht kennen. Wenn ältere Besucher in den Laden kommen, können sie uns oft erklären, was das ist und wofür man es verwendet hat.“ Das seien kleine Sternstunden, die das Herz erfreuen.

Sobald die Pandemie es zulässt, soll der Laden auch ein Ort der Begegnung sein. „Hier sollen sich Menschen, die sich oft in ganz unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten befinden, begegnen und miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Augusta Breier. Gespräche zwischen unterschiedlichen Generationen oder Nationalitäten tragen dazu bei, dass im Malmsheimer Laden nicht nur allerlei verkauft und gekauft wird, sondern dass sich die Besucher willkommen und wohl fühlen.

An Ideen, den Laden zu gestalten, mangelt es nicht. Eine Kaffeeecke, eine „Hilf-dir-selbst-Fahrradreparaturwerkstatt“ oder ein Lastenrad-Verleih – im Sinne von Umweltschutz, Nachhaltigkeit und ungezwungenen Begegnungen wird der neu gegründete Verein bestimmt noch aus so mancher Vision eine Malmsheimer Institution hervorbringen.

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