DRK-Fahrradstaffel in Weissach Auf zwei Rädern zum Einsatzort

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Bei Veranstaltungen in der Natur oder unwegsamem Gelände ist man mit einem Fahrrad oft schneller am Einsatzort. Foto: DRK

Weissach - Wie kommt ein Rettungsdienst bei einer großflächigen Veranstaltung voller Menschenmassen, Straßensperren und weitem Gelände am schnellsten zu seinem Einsatzort? Ganz klar, mit dem Fahrrad. Aus diesem Grund hat sich im DRK-Ortsverein Weissach-Flacht, als Gemeinschaftsprojekt mit den Ortsvereinen Rutesheim und Leonberg, mittlerweile die erste Fahrradstaffel gebildet.

Ob Feste, Konzerte oder private Feiern: Viele Menschen sehnen sich seit Beginn der Corona-Pandemie nach einer entsprechenden Zerstreuung. Für die Sanitätsdienste bilden vor allem großflächige Veranstaltungen wie Dorffeste und Wandertage aber eine besondere Herausforderung. Denn oftmals ist es im Fall der Fälle schwierig, einen Einsatzort mit dem Einsatzwagen des Ortsvereins zu erreichen. „Gefragt ist dabei auch eine gewisse Wendig- und Geländegängigkeit“, erklärt Stefanie Henzler, Sprecherin des DRK-Ortsvereins Weissach-Flacht.

Daraus entstand in der Vorstandsrunde der Ortsvereine aus Weissach-Flacht, Rutesheim und Leonberg die Idee zu kleinmobilen Lösungen wie Motorräder, Quads oder E-Bikes. Mithilfe des Förderprogramms Leader Heckengäu konnte diese Idee nun in die Tat umgesetzt werden.

Gemeinsame Vorstandstreffen der drei Ortsvereine finden seit 2016 regelmäßig statt. Dabei geht es unter anderem um die engere Zusammenarbeit über die jeweiligen Ortsgrenzen hinaus. Im Herbst 2019 wurde ein Aufruf der Leader-Heckengäu-Initiative – mit dem Förderprogramm unterstützt das Land Projekte, die das Leben der Menschen im ländlichen Raum auf unterschiedlichste Weise verbessern – an die Weissacher Vereine verschickt. „Rasch war klar, dass diese Chance zur Umsetzung der übergreifenden Fahrradstaffel ergriffen werden muss“, erklärt Stefanie Henzler. Eine gemeinsame Projektgruppe setzte sich daraufhin zusammen, um zu besprechen, in welchen Gebieten die Staffel eingesetzt werden kann, welche Ausrüstung dafür zusätzlich benötigt wird und nicht zuletzt: Welche Fahrräder sind am besten geeignet?

Equipment war nicht leicht zu beschaffen

Die Realisierung begann im Frühsommer 2020. „Durch die Corona-bedingten Einschränkungen und die enorme Nachfrage nach E-Bikes gestaltete sich die Beschaffung des benötigten Equipments nicht leicht“, erzählt Henzler. Während die Räder im Sommer kamen, ließ der benötigte Hänger etwas länger auf sich warten, „denn die Ausrüstung einer überregional eingesetzten Fahrradstaffel muss natürlich transportiert werden können“.

Mittlerweile konnte die DRK-Fahrradstaffel zum ersten Trainingseinsatz starten. Echte Einsatzmöglichkeiten blieben aufgrund der Corona-Pandemie aber aus. Denn die Fahrradstaffel soll vor allem bei Sanitätsdiensten beispielsweise bei großen Festen oder einem Volkswandertag zum Einsatz kommen. „Wir denken aber auch über andere Einsatzmöglichkeiten nach“, erklärt Jörg Männer vom DRK Weissach-Flacht. „So wäre unter Umständen auch ein Einsatz bei den Helfern vor Ort denkbar.“ Dabei handelt es sich um Ehrenamtliche, die bei einem Notfall zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert werden, um eine rasche Erstversorgung zu ermöglichen.

Vision einer Kreisvereinsübergreifende Einsatzgruppe

Der Gruppe gehören aktuell zehn Helfer mit entsprechender sporttauglicher Einsatzkleidung an. Überwiegend kommen sie aus dem DRK Weissach-Flacht, aktuell gibt es aber auch zwei Helfer aus Leonberg. Ausgestattet sind sie mit fünf E-Bikes mit entsprechender DRK-Markierung und Materialtaschen. Die Staffel hat ihren Standort im DRK-Magazin in Flacht, sie ist allerdings ausdrücklich für alle Interessierten aus der Umgebung offen. „Die Vision ist eine Ortsvereins- beziehungsweise Kreisvereinsübergreifende Einsatzgruppe der DRK-Ortsvereine im Heckengäu.“

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