Ditzinger Lebenslauf Wieder alles anders

Von Anne Rheingans
Viele Menschen an einem Fleck wie 2019, das ist 2022 beim Lebenslauf nicht möglich. Deshalb greift erneut Plan B. Foto: factum//Simon Granville

Noch im Oktober war Projektleiterin Jana Maierhofer optimistisch, dass der Ditzinger Lebenslauf in diesem Jahr in traditioneller Form stattfinden kann. Seit einiger Zeit ist nun aber klar, dass die Benefizaktion als klassische Laufveranstaltung bei den aktuell wieder sehr hohen Corona-Inzidenzen nicht verantwortbar wäre. Schließlich würden Tausende Läufer und Besucher zu dem Spektakel zusammenkommen. Und: Es geht um eine Risikogruppe. Daher wird es den Lauf auch in diesem Jahr wieder nur in interaktiver und entzerrter Form geben.

Zum 24. Mal wird der Ditzinger Lebenslauf organisiert. Dementsprechend lautet das Motto in diesem Jahr: „24 – mit/für CF in Aktion“. Dieses Mal ist die offene Jogging-Veranstaltung von Freitag, 1. April, bis Sonntag, 10. April, geplant. Sie findet jeweils zugunsten der Regionalgruppe Ludwigsburg-Heilbronn des Vereins Mukoviszidose statt, der mit dem Lauf einerseits Spendengelder sammeln und andererseits auf die seltene Erbkrankheit aufmerksam machen will.

Kilometer können überall zurückgelegt werden

In der klassischen Form drehen die Läufer an einem Tag in der Glemsaue in Ditzingen ihre Runden, unterstützt von Streckenposten und begleitet von einem Rahmenprogramm. Um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden, greifen die Organisatoren diesmal aber wieder auf ein coronakonformes Konzept zurück: Wer sich für den guten Zweck bewegen möchte, kann das unabhängig von anderen in dem festgelegten Zeitraum tun.

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Dabei ist es egal, ob man in der Glemsaue aktiv ist oder an einem sonstigen Ort. Wie die traditionelle Veranstaltung ist auch der interaktive Lebenslauf für alle offen: Einzelläufer und Gruppen, Kinder und Erwachsene, Vereine, Firmenteams und Familien. Und: „Man kann sich so oft beteiligen, wie man möchte“, betont Maierhofer, die mit etwa zehn Mit-Organisatoren die Veranstaltung plant.

Eine Sammeljagd ist möglich

Erlaubt sind neben Joggen oder Walken auch Strecken, die draußen mit dem Rad oder dem E-Bike oder drinnen auf einem Fitnessgerät zurückgelegt werden. Auf diese Weise ist es praktisch weltweit möglich, bei der Benefizveranstaltung mitzumachen. Für diejenigen, die sich in Ditzingen bewegen wollen, stellt der Verein rund um die Stadt neun Checkpoints in Form eines Banners auf. Sie können angelaufen werden, um sich davor zu fotografieren. Damit ist eine Art Sammeljagd möglich.

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Wie gewohnt ist Schnelligkeit kein Kriterium. Was am Ende zählt, sind die Anzahl der gelaufenen Kilometer und die dadurch generierten Spenden. Denn jeder Läufer ist zugleich ein Spendensammler, der mithilfe von Sponsoren oder aus der eigenen Tasche seinen Teil zum Gesamtergebnis beiträgt. Voraussetzung dafür ist, dass jeder seine gelaufenen Kilometer in einem Portal hinterlegt. „Unser System basiert stark auf Vertrauen“, sagt die Ditzingerin. Jeder, der seine Kilometer zurückmeldet, erhält eine Urkunde zugeschickt – als Dank fürs Mitmachen.

Interaktives Format war im Vorjahr sehr erfolgreich

In diesem Jahr werden sich wieder nicht nur gesunde Läufer beteiligen. Auch einige, die selbst an Mukoviszidose, der zystischen Fibrose (CF), erkrankt sind, haben sich für den Lauf angemeldet. „Jeder hat eine andere Ausprägung der Krankheit“, erklärt Maierhofer, deren Sohn selbst von der Stoffwechselerkrankung betroffen ist.

Im vergangenen Jahr war das interaktive Konzept des Ditzinger Lebenslaufes bereits sehr erfolgreich. Es wurden mehr als 170 000 Euro an Spendengeldern gesammelt. 3107 Läufer kamen zusammen auf mehr als 156 000 Kilometer, wobei das größte Team 248 Mitglieder umfasste. Der aktivste Läufer legte 580 Kilometer zurück, die aktivste Läuferin 460 Kilometer. Damals beteiligten sich mehrere Personen im europäischen Ausland und sogar ein paar wenige in weiter entfernten Teilen der Erde.

Bis zum Ende des Aktionszeitraums können sich Interessierte für den Lauf noch anmelden. Der Link zum Anmeldeportal ist auf der Internetseite unter www.ditzinger-lebenslauf.de zu finden. Dort gibt es zudem weiterführende Informationen zu der Veranstaltung.

Das ist Mukoviszidose

Krankheit
 Mukoviszidose, auch Zystische Fibrose (CF) genannt, ist eine unheilbare und vererbbare Stoffwechselerkrankung. Dabei werden lebenswichtige Organe wie Lunge und Darm durch zähen Schleim verstopft. Patienten müssen durch tägliche Therapie das Sekret entfernen. Ihre Lebenserwartung ist stark verkürzt. Ursache der Mukoviszidose ist eine Genveränderung, weshalb sie nicht geheilt werden kann. Entscheidend für die Lebensdauer ist ein früher Therapiebeginn.

Hilfen
 In Deutschland leben bis zu 8000 Patienten mit Mukoviszidose, sie gehört deshalb zu den seltenen Erkrankungen. Chronisch kranken Menschen ist nicht nur durch medizinische Forschung, etwa die Entwicklung neuer Medikamente, geholfen. Im Alltag mangelt es auch an der Finanzierung der Hilfen, etwa spezialisierter Physiotherapeuten. Mit dem Lebenslauf werden Spenden generiert, mit denen einzelne Projekte gefördert werden.

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