Diskussion um KSK-Neubau in Leonberg Debatten vor und hinter den Kulissen

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Der neue Schalter am Leonberger Marktplatz. Foto: Simon Granville

Leonberg - Das vergangene Jahr begann mit einem Paukenschlag: Die Kreissparkasse ließ im Januar 2020 ihre Pläne für ein neues Direktionsgebäude an der Kreuzung Grabenstraße/Stuttgarter Straße und ein benachbartes Quartier mit 70 Mietwohnungen platzen. Als Grund für den Rückzieher führte der Vorstand des Kreditinstitutes die vorherigen kontroversen Diskussionen an.

Im Leonberger Rathaus herrschte Alarmstimmung: Dass eine kommunale Bank, die auch noch Wohnungen bauen möchte, nicht zum Zuge kommen soll, ließ die Emotionen hochkochen. Erst nach intensiven Gesprächen hinter den Kulissen und verschiedenen Vermittlungsmissionen konnten das Sparkassen-Management und die Kommunalpolitiker einen Kompromiss erzielen. Das umstrittene fünfte Stockwerk des Wohnbereiches wird zurückversetzt. Der Stellplatzschlüssel pro Wohnung wurde auf 1,5 festgelegt.

Dabei waren die Neubaupläne zunächst auf positive Resonanz gestoßen. Das 59 Jahre alte Direktionsgebäude, einst Hauptsitz der damals eigenständigen Kreissparkasse Leonberg, an der Ecke Grabenstraße/Stuttgarter Straße, ist deutlich in die Jahre gekommen. Das Kreditinstitut wollte daher nicht nur einen Neubau, sondern auf dem insgesamt 7100 Quadratmeter großen Gelände vier Häuser mit etwa 70 Wohnungen errichten. Ein Viertel davon sollte sozial geförderter Wohnraum sein. Zwei Tiefgaragen waren geplant, Wege zwischen den fünf Gebäuden sollten für Belüftung sorgen.

Doch schon im September 2019 stießen die Pläne im Gemeinderat auf Widerstand. Kritiker befürchteten, dass die Grabenstraße ihrem Namen alle Ehre machen würde und mit den Neubauten eine Häuserschlucht entstünde, und sprachen sich gegen das fünfte Geschoss aus.

Auch über Luftschadstoffe wurde diskutiert. In den vergangenen Jahren wurde der Grenzwert für Stickstoffdioxid im Jahresmittel stets überschritten. Deshalb wurde ein Luftgutachten eingefordert.

Die Einigung kam erst, nachdem es im Gemeinderat mehrfach richtig gekracht hatte. Im Februar 2020 hoben dann alle Fraktionen die Wichtigkeit des Projekts hervor, gerade mit Blick auf den Mietmarkt. Der Anteil von 25 Prozent für sozial geförderten Wohnraum wird nicht auf die Anzahl der Wohnungen sondern auf die Wohnfläche bezogen. Nun sind die Planer der Sparkasse aktiv.

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