Die nächste Herausforderung wartet Laurents Hörr: Von Daytona nach Dubai

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Die Nacht beim 24-Stunden-Rennen von Daytona kann lang werden. Foto: IMSA

Gerlingen - Die Entscheidung ist ihm nicht leicht gefallen. Der Gerlinger Motorsportler Laurents Hörr hat Pro und Contra abgewogen, und dann ging alles ganz schnell. Bereits am vergangenen Freitag saß er im Flugzeug in die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Ziel Dubai. Dort finden an diesem Wochenende die ersten beiden je vierstündigen Läufe der Asian Le Mans Series statt. Sieben Tage später finden dann zwei weitere zu dieser Serie zählenden Rennen in Abu Dhabi statt.

Natürlich weiß der Langstreckenfahrer, dass eine Reisewarnung für die Vereinigten Arabischen Emirate besteht. Das Auswärtige Amt notiert derzeit eine Inzidenz von mehr als 200 Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Laurents Hörr hat es quasi live mitbekommen: „Viele Rennfahrer, die aus Dubai zurückgekommen sind, haben sich infiziert.“ Dazu sagt er aber auch: „Viele haben sich nicht an das Maskengebot gehalten. Ich gehe davon aus, dass sich einige da ein bisschen rumgetrieben und Party gemacht haben. Das habe ich ganz sicher nicht vor.“

Startplatz für Le Mans

In Dubai und Abu Dhabi tritt der 23-Jährige mit seinem Partner Jean Glorieux an, mit dem er im vergangenen Jahr erfolgreich seinen Titel im Michelin Le Mans Cup verteidigt hat. Das Ziel ist klar umrissen: Der nächste Sieg soll her. Schließlich sichert sich das Gewinnerteam einen Startplatz bei dem legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans.

Ein Traum, den sich der Profisportler erfüllen will. Hinter die Teilnahme am zweiten fast ebenso geschichtsträchtigen 24-Stunden-Rennen kann der Profisportler bereits einen Haken machen: Daytona. Gefahren wird hier Ende Januar/Anfang Februar, sodass die Nacht wesentlich länger ist als bei dem Wettbewerb im Juni in Le Mans. Seit 1966 wird im US-Bundesstaat Florida auf dem vier Kilometer langen Rundkurs Daytona International Speedway gefahren.

Platz eins im Prolog

Laurents Hörr startete für das belgisch-US-amerikanische Team Mühlner Motorsport, mit dem er schon länger in Kontakt gestanden und für das er im vergangenen Jahr einige Tests bestritten hatte und in Barcelona angetreten ist. Und die Premiere bei der IMSA, der amerikanischen Sportwagen-Meisterschaft, kann durchaus als geglückt bezeichnet werden. Zunächst wurde der Prolog zu dem Großereignis bestritten. Im Rennen „Scouts of America 145“ landete Hörr mit seinem deutschen Fahrerkollegen Moritz Kranz von der Pole Position startend einen Sieg mit fast 30 Sekunden Vorsprung.

Mit dem „Motul Pole Award 100“ stand dann ein Qualifikationsrennen an, bei dem die Startaufstellung für die 24 Stunden von Daytona ermittelt wurde. Laurents Hörr und sein Team sorgten auch hier für Furore, erreichten in ihrem Duqueine D08-Prototypen der Klasse LMP3 die Ziellinie mit fast 60 Sekunden Vorsprung. Somit war Startplatz eins in der entsprechenden Klasse für die „Rolex 24 at Daytona“ gesichert. Das hieß: knapp 20 Rennwagen standen noch vor dem deutsch-amerikanischen Team.

Erster Dämpfer nach neun Runden

In das 24-Stunden-Rennen ging es mit zwei weiteren Fahrern. Kenton Koch und Steven McAleer verstärkten den Kader. Den Start um 15.40 Uhr Ortszeit in Florida übernahm Moritz Kranz. Bereits nach neun Runden erhielt die Begeisterung allerdings einen Dämpfer, als der Mühlner-LMP3 mit der Startnummer 6 nach einer unverschuldeten Kollision zu umfangreichen Reparaturarbeiten zurück an die Box musste.

Auf Position sechs griff das Quartett danach wieder ins Geschehen ein und arbeitete sich tatsächlich auf Platz eins vor. Um drei Uhr nachts folgte der nächste Schreck: In der Boxengasse rammte ein anderes Team, das unachtsam losgefahren war, den gerade einfahrenden Duqueine. Erneut waren umfangreiche Reparaturen am Fahrzeug notwendig, wertvolle Zeit ging verloren. Danach sortierte sich das Team auf dem dritten Rang seiner Klasse ins Feld ein. Diese Position wurde bis Rennende gehalten.

„Es war ein sehr hartes Rennen – wir sind richtig froh, dass das Fahrzeug durchgehalten hat und wir noch das Podium erreichen konnten“, sagte Laurents Hörr kurz nach dem Rennen.

Streichen kann er von seiner To-Do-Liste somit die Teilnahme an den 24 Stunden von Daytona. Stehen geblieben ist darauf jedoch der Gewinn einer Uhr des Wettbewerbs-Namensgebers. Eine Rolex Cosmograph Daytona gibt es zwar auch zu kaufen – je nach Ausführung kann die dann auch schon mal bis zu 85 000 Euro kosten – , die Uhr mit Gravur (Gewinner und Jahreszahl) bekommt aber nur derjenige, der in seiner Klasse ganz oben auf dem Treppchen steht.

Gerlingen -

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