Dauerbaustelle in Leonberg Wieder freie Fahrt auf der Grabenstraße

Von Arnold Einholz
Die Fahrbahn in der Grabenstraße ist frei. Lediglich die Fußgänger müssen wegen der ­Baustelle auch weiterhin auf die andere Straßenseite wechseln. Foto: factum/Granville

Leonberg - Man kann es kaum glauben, aber es ist wahr: Der Baukran auf der Grabenstraße ist weg und das ­Nadelöhr kann von den Autofahrern wieder normal und auf zwei Fahrbahnen ohne Verschwenkungen genutzt werden. Lediglich die Fußgänger müssen sich damit ­abfinden, dass sie den Gehweg auf der ­Straßenseite mit der Baustelle noch etwas länger nicht benutzen können.

„Endlich konnte der Kran abgebaut und die Straße freigegeben werden“, freut sich der Leonberger Baubürgermeister Klaus Brenner. Doch die Baustelle ist damit noch nicht abgeschlossen. Für das Materialsilo der Stuckateure musste ein Platz gefunden werden. Die können ihn nun „Im Zwinger“ aufstellen, wofür Teile der Einbahnstraße gesperrt werden müssen.

Allerdings wird es dort nun für die Feuerwehr eng. Doch die hat immer noch die Möglichkeit von zwei Seiten in die Straße einzufahren. „Zwischen dem Hirschbrunnen-Platz und dem Zwinger haben wir deshalb den schmückenden Stahlpavillon abmontiert, der hier einen Zugang markierte“, sagt Brenner. „Das Konstrukt war ein Kind seiner Zeit und wir werden es nicht wieder aufstellen“, sagt Brenner. In dem offenen Raum könnte jetzt die Architektur der ­historischen Häuser besser wirken.

Begonnen hatte alles damit, dass Mitte Februar 2016 auf der einzigen halbwegs funktionierenden Nord-Süd-Verbindung der Stadt ein Baukran aufgestellt wurde. Ein Investor war mit der Absicht angetreten das Gebäude des alten Kinos abzureißen und hier zwei Mehrfamilienhäuser zu bauen mit zehn Wohnungen – die sind bereits alle seit Monaten verkauft. Der Bauherr wollte schon Anfang Februar 2016 loslegen. Doch wegen des Pferdemarkts wurde der Termin auf die Monatsmitte verlegt.

Das Problem war, dass für die Baustelleneinrichtung und den notwendigen Kran eine Aufstellfläche benötigt wurde. Auch die Fahrzeuge, die die Baustelle bedienen, mussten irgendwo halten. Die enge und verwinkelte Gasse „Im Zwinger“ war un­geeignet. Diese exponierte Lage ist der Grund, warum der Abriss- und der Baukran auf dem Gehsteig und der Straßenfahrbahn aufgestellt werden mussten.

Erst hieß es, dass der Kran irgendwann im Spätherbst 2016 abgebaut werden soll, doch aus Gründen des Denkmalschutzes verzögerte sich die Baustelle. So war der Abriss des alten Kinos komplizierter als ­gedacht. Wegen der sensiblen Lage konnte kein schweres Gerät eingesetzt werden. ­Alles musste per Hand abgetragen werden.

Vor allem galt es, die denkmalgeschützten Keller unter dem Haus zu erhalten. Dann wurden gerade diese der Grund für die Bauverzögerung, denn der Rohbau sollte bis September 2016 hochgezogen werden. Bei der Gebäudegründung stellte man fest, dass die alten Gewölbekeller, die zum Teil mit den Unterbauten von Nachbargebäuden verbunden waren, sich nicht mit dem dar­über geplanten Bau verbinden ließen.

„Wenn die Unterbauten sich als nicht tragfähig erweisen, wirkt sich das auf die Statik und somit auf die gesamten Pläne des Gebäude aus“, hatte im Februar Sarah Franke gesagt. Sie ist beim Bauherrn, der WMC Objektbau aus Horb, die Projekt­leiterin. Also musste neu geplant werden. „Wenn es um Belange des Denkmalschutzes geht, müssen weitere Fachbehörden eingeschaltet werden“, hatte Undine Thiel, die Stadtsprecherin, eingeräumt. Auf das Denkmalamt habe man kaum Einfluss. Das könne sich drei Monate Zeit lassen für eine Genehmigung. Es sei zwar ärgerlich, dass es so lange dauert, aber auf einer Baustelle ­haben die Stadt keine rechtlichen Möglichkeiten zu drängeln.

Bei WMC geht man nach dem jetzigen Stand der Baustelle davon aus, dass die Eigentümer im dritten Quartal 2017 in ihre neuen Wohnungen einziehen können.

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