Daniel Elfadli ist Fußball-Profi Ein Aufsteiger wechselt zum Aufsteiger

Von Henning Maak
Daniel Elfadli (links/im Trikot des SSV Reutlingen) hat gelernt, sich durchzusetzen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Geschichte von Daniel Elfadli klingt wie ein modernes Märchen – eine Geschichte, die es im extrem durchorganisierten Profifußballbetrieb mit seinen Scoutingabteilungen und Vereins-Jugendinternaten eigentlich nicht mehr gibt.

Vor sieben Jahren kickte der 25-Jährige noch in der Landesliga bei der SKV Rutesheim, in der kommenden Saison spielt er mit dem 1. FC Magdeburg in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den Hamburger SV, Fortuna Düsseldorf und Arminia Bielefeld. „Der Profi-Fußball war immer mein Ziel. Dass ich es jetzt mit 25 Jahren geschafft habe, ist überraschend, freut mich aber umso mehr“, sagt Daniel Elfadli überglücklich.

Von der E-Jugend an in Rutesheim

Seine ersten Ballkontakte machte er bei den Bambini der TSG Leonberg, in der F- und E-Jugend kickte er beim TSV Eltingen. Im zweiten E-Jugend-Jahr wechselte er dann zur SKV Rutesheim, bei der er auch seine ersten Erfahrungen im Aktivenbereich in der Landes- und Verbandsliga machte. „Er war schon in jungen Jahren extrem fleißig und hat alles in den Fußball investiert. Das war der Schlüssel für seinen Aufstieg“, sagt Marius Epple, der sportliche Leiter der SKV. „Trainer Rolf Kramer hat mir damals die Türen in Richtung Oberliga geöffnet“, weiß Daniel Elfadli noch gut.

2018 wechselte er zum SSV Reutlingen, wo er insbesondere von Trainer Teodor Rus profitierte. „Er hat meine technischen Fertigkeiten noch mal verfeinert“, lobt der gebürtige Leonberger. Zwei Jahre später schloss er sich dem Oberligisten FC Nöttingen an, von wo er nach nur einer Saison den Sprung zum Regionalligisten VfR Aalen schaffte.

Dort brauchte der Mittelfeldakteur nur eine Spielzeit, um die Späher des 1. FC Magdeburg auf sich aufmerksam zu machen, die ihn in acht Partien beobachteten, ehe er kürzlich unter Vertrag genommen wurde. „Es war auch Zufall und Glück dabei. Aber jede höhere Liga hat ein anderes Niveau, auf das ich mich steigern musste“, lautet Elfadlis Fazit, der seit seiner Reutlinger Zeit mit einer Agentur zusammenarbeitet.

Selbstbewusst, aber nicht überheblich

Vor wenigen Tagen ist der Leonberger mit dem Aufsteiger 1. FC Magdeburg in die Vorbereitung auf die neue Zweitligasaison eingestiegen. Obwohl er zuletzt zwei Klassen tiefer gespielt hat, hat sich der 25-Jährige zum Ziel gesetzt, sich für die erste Elf zu empfehlen. „Ich bin sicher, dass meine Qualitäten auch in der zweiten Liga zum Tragen kommen und ich den 1. FC Magdeburg voranbringen kann“, sagt Daniel Elfadli.

Das klingt selbstbewusst, aber nicht überheblich – und würde auch nicht zu ihm passen. „Daniel ist bis heute ein bodenständiger und anständiger Junge“, sagt Marius Epple über den Ex-Rutesheimer, der zuletzt bei der Partie gegen den VfL Sindelfingen bei seinem Ex-Klub vorbeigeschaut hatte.

Zweikampfstark und schnell

Seinen neuen Verein hat Daniel Elfadli laut einer Pressemitteilung mit seiner Variabilität auf den zentralen defensiven Positionen überzeugt. „Er bringt einen guten Mix aus Spielstärke und Geschwindigkeit mit“, wird dort Magdeburgs Cheftrainer Christian Titz zitiert. Elfadli selbst stellt noch einen anderen seiner Vürzüge heraus: „Ich bin ein Mentalitätsspieler, der viel über den Willen kommt und an und über seine Grenzen geht“, sagt er.

Mit seiner Zweikampfstärke und seinem Antizipationsverhalten fühlt er sich auf der Sechser-Position am wohlsten. Woran er noch arbeiten muss, ist ihm auch bewusst: „Ich muss noch torgefährlicher werden“, sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Gänsehaut schon vor dem Fernseher

Von seinem neuen Verein ist Daniel Elfadli schon jetzt begeistert. „Die Tradition hat mich total beeindruckt. Es gibt eine große Fanbasis in der Stadt. Es hängen viele Plakate, und viele Menschen laufen in Trikots herum“, hat er beobachtet. Überhaupt sei die Stadt sehr sportaffin, auch die Erstliga-Handballer, die gerade erst Deutscher Meister wurden, hätten dort eine große Bedeutung.

Er selbst freut sich schon jetzt vor allem auf die Heimspiele in der 30 000 Zuschauer fassenden MDCC-Arena. „Schon in der Dritten Liga war das Stadion fast immer ausverkauft, ich habe schon vor dem Fernseher eine Gänsehaut bekommen“, erzählt der Ex-Rutesheimer, dessen Bruder Dominic beim TSV Merklingen spielt.

Traum von der 1. Liga

Ganz zu Ende geträumt hat Daniel Elfadli im Übrigen noch nicht. Irgendwann würde er auch gerne in der 1. Bundesliga spielen. „Da ich jetzt schon in der zweiten Bundesliga bin, lebt der Traum umso mehr“, verrät er. Doch zunächst will er erst einmal die Fans des 1. FC Magdeburg begeistern. Aber wenn sich für ihn irgendwann die Möglichkeit zum Sprung in die Beletage des deutschen Fußballs bietet, wird der ehemalige Siebtliga-Fußballer auch dafür bereit sein.

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