Corona-Zahlen steigen Nur noch 50 Leute dürfen im Kreis Böblingen privat feiern

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Der Landrat betont, wie wichtig die Aha-Regel ist: Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. Foto: dpa/Paul Zinken

Böblingen - Bei den Corona-Neuinfektionen hat der Landkreis Böblingen am Wochenende den kritischen Inzidenz-Wert von 35 überschritten. Damit zieht der Landkreis mit dem Kreis Esslingen sowie Stuttgart und Mannheim gleich.

„Angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen war das absehbar“, sagt der Böblinger Landrat Roland Bernhard. Er rechne damit, dass der Kreis sich auch der zweiten kritischen Marke von 50 annähern werde. „Ich appelliere an alle, sich verantwortlich zu verhalten“, sagt Bernhard. Gestern, Montag, lag der Inzidenzwert bei 34,47, die Zahl der Neuinfektionen ist um 22 auf 367 gestiegen (Stand Montag, 7 Uhr). Der Inzidenzwert meint die Zahl von Neuinfektionen in sieben Tagen, bezogen auf 100 000 Einwohner.

Zwölf Patienten werden aktuell stationär behandelt

Durch den unterschiedlichen Berichtszeitpunkt weichen die jeweils erst am Nachmittag veröffentlichten Werte auf den Seiten des Landesgesundheitsamts sowie des Robert-Koch-Instituts regelmäßig davon leicht ab. In den vier Kliniken des Klinikverbunds Südwest im Landkreis sind aktuell zwölf Patienten stationär, davon werden vier beatmet.

Mit dem Erreichen des Wertes von 35 verfügt der Landkreis, dass für private Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen die Obergrenze von 50 Personen gilt. Privat werde empfohlen, sich auf maximal 25 Teilnehmer zu begrenzen. „Bei einer Inzidenz von 50 werden diese Zahlen auf 25 in öffentlichen Räumen beziehungsweise zehn im privaten Bereich abgesenkt“, kündigt der Landrat an. Zudem werde dann, analog zum Vorgehen im Kreis Esslingen, eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum eingeführt. „Überall da, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann“, erklärt Roland Bernhard.

Es gibt keine benennbaren Hotspots

Es werde alles Mögliche getan, um die Nachverfolgung der Kontaktpersonen aufrecht zu halten. Aktuell sei das Ausbruchsgeschehen diffus. Es gibt keine genau benennbaren Hotspots, sondern die Neuinfektionen verteilen sich auf den ganzen Kreis. Man bereite sich mit Blick auf die Nachbarkreise, die zu landesweiten Hotspots geworden sind, bereits jetzt auf diese strengeren Maßnahmen vor, kündigt der Landrat an. „Ich schließe mich Ministerpräsident Wilfried Kretschmann an und appelliere dringend an die Eigenverantwortung jeder und jedes Einzelnen“, sagt Bernhard.

Im Enzkreis liegt der Inzidenzwert am Montag bei 27,5 – also noch unterhalb des kritischen Werts. Die Leiterin des dortigen Gesundheitsamts, Brigitte Joggerst, betont ebenfalls die Wichtigkeit der Aha-Regel. „Im Winter, bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, kann ich meine Atemwolke und die der anderen sehr gut erkennen,“ sagt sie. „Aber diese Aerosol-Wolke ist eben auch da, wenn man sie nicht sehen kann – und trägt die Viren weiter, wenn ich infektiös bin.“

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