Corona-Wochenbericht Wie gut die Impfung noch schützt – und wovor (nicht)

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Vor allem ältere Menschen schützt die Impfung weiterhin vor schweren Krankheitsverläufen bei Covid-19. Foto: dpa/Ole Spata

Die Corona-Sommerwelle klingt ab. Die Zahl bestätigten Neuinfektionen ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) in allen Altersgruppen um ein Viertel im Vergleich zur Vorwoche zurückgegangen, bei Schülern um 40 Prozent. Zwar liegt die bundesweite Inzidenz über 400, zudem ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Der Trend ist aber eindeutig und kommt langsam auch in den Krankenhäusern an – zuletzt wurden dort etwas weniger Menschen wegen einer Coronaerkrankung behandelt. Das ist dringend nötig, weil coronabedingt Personal fehlt.

Damit richtet sich der Blick auf den Herbst und die Frage, wie lange die Infektionszahlen noch sinken. Der aktuelle Rückgang scheint stark von der Ferienzeit unterstützt. Dass die Kliniken nicht überlastet sind, ist dem Impfschutz und weniger schweren Verläufen durch die Omikronvariante zu verdanken. Das zeigen Daten, die das RKI am Donnerstag vorgelegt hat.

Neue Daten zur Coronaimpfung

Das Institut zeigt, dass Grundimmunisierte wesentlich besser vor einer coronabedingten Krankenhausbehandlung geschützt sind als Ungeimpfte, dreifach Geimpfte nochmals etwas besser. Das gilt umso mehr, je älter die Infizierten sind. Der Anteil der zweifach Geboosterten über 60 schwankt zwischen den Bundesländern allerdings erheblich. Am höchsten ist mit 44 Prozent in Schleswig-Holstein, am niedrigsten in Thüringen mit knapp neun Prozent.

Mit dem Auftreten der Omikronvariante sank auch für Ungeimpfte das Risiko, wegen Covid-19 im Krankenhaus zu landen, beständig. Auf niedrigem Niveau sind Ungeimpfte aber weiterhin einem drei- bis fünfmal so hohen Risiko ausgesetzt wie dreifach Geimpfte, schreibt das RKI. Vor einer Ansteckung schützen die bisher verwendeten Impfstoffe wegen der Immunflucht von Omikron nur sehr bedingt. Das RKI berichtet aus internationalen Studien, dass die Auffrischimpfung bis zu drei Monate lang zwischen 44 und 65 Prozent vor einer symptomatischen Omikroninfektion schütze.

So könnte es weitergehen

Möglich, dass sich das mit dem für September erwarteten, auf Omikron angepassten Impfstoff ändert – sofern sich im Herbst keine neue Variante ausbreitet. Derzeit ist der Omikron-Subtyp BA.5 dominant. Die Infektionswellen wurden bislang stets von neuen Mutationen angetrieben. Omikron trieb die Infektionszahlen nach oben, weil der Schutz vor Ansteckung rasch nachließ und die meisten Einschränkungen weggefallen sind. Inwiefern die derzeit deutlich anziehende Zahl der zweiten Auffrischimpfung den erwarteten deutlichen Anstieg der Infektionszahlen im Herbst bremsen kann – das ist derzeit die große Frage.

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