Coronavirus Warum Immunität im Herbst so wichtig ist

Von jgp
Wenn es kühler wird und man sich im Bierzelt trifft, steigt das Infektionsrisiko. Foto: dpa/Daniel Löb

Seit dem Ende der Sommerferien sowie der warmen Temperaturen steigt die Zahl der Coronainfektionen wieder an, zuletzt mit zunehmendem Tempo. Das geht aus den neuen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie des Laborverbands ALM hervor. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland verdoppelte sich die 7-Tage-Inzidenz binnen einer Woche auf rund 400, bundesweit beträgt sie knapp 300. Örtlich steigen die Werte infolge von Volksfesten, etwa in Eichstätt (1050) und Rosenheim (990).

In der Folge kommen wieder mehr vor allem ältere Menschen mit positivem Coronatest ins Krankenhaus. Allerdings werden nicht alle wegen Covid-19 behandelt. Auf den Intensivstationen liegen derzeit knapp 700 Intensivpatienten. Vor einem Jahr waren es noch doppelt so viele, der Wert stieg bis Mitte Dezember auf knapp 5000.

Immunität reduziert Krankheitsschwere

In seinem neuesten „Epidemiologischen Bulletin“ spricht das RKI vom „Übergang der Pandemie in ein endemisches Geschehen“. In der Folge verschiebe sich auch der Bewertungsmaßstab der Infektionswellen. So sei„die bloße Zahl der Infektionen längst nicht mehr so wichtig wie zu Beginn der Pandemie“. Wichtiger seien symptomatische und schwere Erkrankungen.

Das RKI betont, dass „mit der zunehmenden Immunität in der Bevölkerung eine veränderte Krankheitsschwere zu beobachten“ sei. Dank Impfungen und überstandener Infektionen sinkt der Anteil der schweren Krankheitsverläufe. In diesem Zusammenhang sind im Herbst auch Auffrischimpfungen wichtig; die Ständige Impfkommission empfiehlt grundsätzlich eine dritte Impfung sowie eine vierte Dosis ausdrücklich für Ältere sowie Menschen mit schwachem Immunsystem. Jüngeren rät sie jedenfalls nicht davon ab und hält eine Impfung mit einem auf die Omikronvariante adaptierten Impfstoff besonders für jene sinnvoll, die seit Dezember 2021 noch keine Infektion durchgemacht haben.

Diesem Ruf folgen seit einigen Wochen spürbar mehr Menschen. Die Zahl der zweiten Auffrischungsimpfungen hat sich in den vergangenen zwei Wochen auf im Schnitt gut 27 400 pro Tag mehr als verdoppelt. Allerdings sind diese Werte kaum mit der Impfkampagne vom Spätherbst 2021 zu vergleichen, als zeitweise pro Tag knapp eine Million Impfdosen gespritzt wurden, die meisten davon als erste Auffrischimpfung. Fast jeder zweite Über-60-Jährige in Schleswig-Holstein ist mittlerweile zweifach geboostert, das ist bundesweit Spitze. Schlusslicht ist Sachsen (9,6 Prozent).

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