Corona Verunsicherung im Handel deutlich spürbar

Von Nathalie Mainka
Ungeimpfte haben in den Geschäften des Leo-Centers – die nicht zur Grundversorgung beitragen – sowie in der Gastronomie keinen Zutritt mehr. Foto: Simon Granville

Leonberg/Weil der Stadt - Abwarten, was kommt, und dann dementsprechend handeln. Und vor allem die Ruhe bewahren. So lautet derzeit die Devise von Nadine Fensterer, der Managerin des Leo-Centers. Und das nicht erst, seit die höchste Alarmstufe ausgerufen wurde. „Wir stellen uns jetzt seit Beginn der Pandemie auf immer neue Coronaverordnungen ein, deshalb müssen wir einfach von Woche zu Woche denken, eine andere Möglichkeit haben wir nicht“, sagt die 40-Jährige, die seit dem Oktober dieses Jahres nicht nur in Leonberg Chefin des ECE-Objektes ist, sondern auch im Marstall-Center in Ludwigsburg.

Für diesen Donnerstag ist eine erneute Bund-Länder-Beratung angekündigt. Baden-Württemberg will erst die Ergebnisse dieser Runde abwarten und dann die Coronaverordnung überarbeiten. Schärfere Regeln wird es daher in Baden-Württemberg voraussichtlich erst ab dem kommenden Samstag geben.

Das Leo-Center bleibt für alle zugänglich – nur nicht jeder Laden

Nadine Fensterer hat den Blick in die Tages-News längst in ihre morgendliche Arbeitsroutine eingebaut. Gibt es eine neue Coronaverordnung, geht diese Information sofort an die Mieter des Leo-Centers raus. „Jeder Händler ist selbst verantwortlich, wie er die Verordnung umsetzt“, sagt Nadine Fensterer. Zudem hält sie engen Kontakt zur Citymanagerin der Stadt und spricht sich regelmäßig mit Nadja Reichert ab.

In der Zwischenzeit gilt in den meisten Geschäften die 2-G-Regel. Ungeimpfte Menschen haben hier keinen Zutritt mehr. Ausnahme sind die Läden, die die Grundversorgung sichern. Die Wege zwischen den einzelnen Geschäften gelten dagegen als öffentlicher Raum, ähnlich wie eine Fußgängerzone. „Der ist für alle zugänglich“, sagt die Leo-Center-Chefin. Auf zusätzliche (weihnachtliche) Veranstaltungen in diesem öffentlichen Raum muss das Management seit der Pandemie allerdings verzichten.

3G in Rathäusern und Ortschaftsverwaltungen

Egal wie die Bund-Länder-Beratung ausgeht. In Leonberg gilt ab Montag, 6. Dezember, für alle Besucherinnen und Besucher der Rathäuser und der Ortschaftsverwaltungen in Höfingen, Warmbronn und Gebersheim die 3-G-Regel. Vor dem Zutritt in die Gebäude muss ein entsprechender Nachweis vorgelegt werden (geimpft, genesen oder offiziell negativ getestet). Schnelltests dürfen dabei maximal 24 Stunden und PCR-Tests maximal 48 Stunden alt sein. Beim Betreten des Gebäudes ist eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich. Außerdem müssen die Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden.

„Seit Kurzem gilt aufgrund der angespannten pandemischen Lage bundesweit eine 3-G-Regelung am Arbeitsplatz für Beschäftigte. Um Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung vor einer Ansteckung zu schützen und die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, gilt diese 3-G-Regel nun auch für Besucherinnen und Besucher der Rathäuser und Ortschaftsverwaltungen“, sagt der Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD). Man wisse außerdem derzeit noch zu wenig über die neue Mutation Omikron aus Südafrika. „Daher passen wir die Hygienemaßnahmen nun noch einmal an und sind vorsichtig“, so Martin Georg Cohn.

Besuche im Rathaus nur in dringenden Fällen

Viele Anliegen könnten auch telefonisch, per E-Mail oder mit Online-Diensten auf der Homepage der Stadtverwaltung unter www.leonberg.de gelöst werden. „Bitte nutzen Sie aufgrund der derzeitigen Lage diese Möglichkeiten aus und kommen Sie nur in die Rathäuser oder Ortschaftsverwaltungen, wenn es wirklich notwendig ist“, appelliert der Oberbürgermeister.

Wenn das persönliche Erscheinen nötig sei, sollte – wo immer möglich - vorher ein Termin auf der Homepage der Stadt vereinbart werden. Damit könnten bestenfalls auch Wartezeiten vermieden werden. Bei der Terminbuchung wird außerdem angezeigt, welche Unterlagen mitzubringen sind.

Weiterhin geöffnet sind das Leonberger Hallenbad und die angrenzende Sauna. Für beide Einrichtungen gilt die 2-G-Regel. Dabei darf die maximale Belegungszahl - 150 Menschen im Hallenbad, 35 in der Sauna – nicht überschritten werden. „Diese erreichen wir derzeit im Bad nicht und in der Sauna kurz am Wochenende“, sagt Sebastian Küster, der Pressesprecher der Stadt Leonberg. Im Vergleich zur Vorwoche seien die Besucherzahlen gar leicht rückläufig.

Die meisten Hallenbad-Stammgäste sind geimpft

Diese Entwicklung hat auch Jennifer Lutz, eine Mitarbeiterin in der Weil der Städter Kämmerei, zuletzt im dortigen Hallenbad festgestellt. „Obwohl die meisten Stammgäste geimpft sind, spüren viele Badegäste wegen der steigenden Inzidenzzahlen eine Unsicherheit und verzichten eher auf einen Besuch im Hallenbad.“

Seit dem 17. November gilt hier die 2-G-Regel. „Davor hatten wir 3 G, doch das machte auch fast keinen Unterschied, die wenigsten nehmen das Geld für einen Test in die Hand, um mal schnell schwimmen zu gehen“, sagt Jennifer Lutz. Zeitweise war im Weil der Städter Hallenbad die Personenanzahl auf 45 begrenzt. „Diese Begrenzung haben wir nicht mehr, wir kommen aber auch nicht über diese Zahl drüber.“

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