Corona verändert Spendenlauf für Mukoviszidose-Kranke Ditzinger Lebenslauf verbindet Läufer erstmals weltweit

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Der traditionelle Lauf zugunsten der Menschen, die an Mukoviszidose erkrankt sind, findet in diesem Jahr nicht statt. Gelaufen soll dennoch werden. Foto: factum/Simon Granville

Ditzingen - Not macht erfinderisch. Was tun, wenn der Ditzinger Lebenslauf in seiner bisherigen Form nicht stattfinden kann, der Spendenlauf also zugunsten jener Menschen, die an Mukoviszidose erkrankt sind? Jeder für sich im Organisationsteam habe Ideen gehabt, berichtet Thomas Becher. Diese seien laut dem Vorsitzenden des Mukoviszidose-Landesverbands alle in dieselbe Richtung gegangen: Jeder, der für einen guten Zweck laufen wollte, sollte dies auch in diesem Jahr tun können. „Man muss agieren, bevor man reagieren muss“, sagt Becher.

Man habe ein Zeichen setzen wollen, dass es einen Grund gibt für den Ditzinger Lebenslauf. Der zwar auch, aber eben nicht nur ein Freizeitvergnügen sei. Jeder, der sich beteiligen will, kann dies in der Zeit vom 22. April bis 3. Mai tun.

Nicht nur die Organisatoren, auch die großen Sponsoren sind offenbar von der neuen Konzeption überzeugt. „Bisher gibt es keine Absagen“, sagt Becher. „Darüber sind wir sehr froh, weil wir die Fixkosten dadurch decken können.“ So seien etwa auch die Stornokosten der Zeltmiete gedeckt. „Wir sind froh, dass uns die Treue gehalten wird und wir weiterhin unterstützt werden.“

Es ist der erste Lauf nach dem Tod seines Initiators

Natürlich hätten Teilnehmer der Vorjahre auch ihr Bedauern darüber geäußert, dass nun ausfalle, was den Lauftag seit jeher geprägt hat: der direkte Austausch mit Freunden und Bekannten, der gemütliche Plausch bei Kaffee und Kuchen, die Vergewisserung am Ort des Geschehens, gemeinsam für die gute Sache einzustehen. Natürlich sei dies schade, sagen auch Becher und Organisatorin Jana Maierhofer. Zumal sie beim ersten Lauf nach dem Tod von Manfred Schröder an den Initiator des Laufs hätte erinnern wollen – etwa im Gottesdienst zu Beginn des Tages.

Aber es wäre wohl genauso im Sinne Manfred Schröders gewesen, in der traurigen Erinnerung auch den Blick nach vorne zu richten, im Sinne der Sache weiterzumachen. Statt an einem Ort wird es nun in einem definierten Zeitraum viele kleine Läufe geben, einzeln oder zu zweit kann man sich auf den Weg machen. Dabei, so haben die Organisatoren auch festgestellt, rückt nun umso stärker die Sache in den Mittelpunkt, um die es seit jeher geht: die Unterstützung der an Mukoviszidose Erkrankten. Dass nun eine Beteiligung auch aus großer räumlicher Distanz möglich sein wird, hat auf viele Menschen Charme, die der Sache verbunden sind: Mit dabei sein werden in diesem Jahr Läufer in Ditzingens Partnerstädten Rillieux-la-Pape in Frankreich und Gyula in Ungarn. Laut Jana Maierhofer gibt es auch eine Rückmeldung aus Neuseeland. Ein Mitarbeiter einer Firma sitzt dort derzeit fest.

Je nachdem, wie das neue Konzept angenommen wird, soll es 2021 integriert werden. Becher kann sich vorstellen, den Ditzinger Lebenslauf in der Glemsaue mit den dezentralen Läufen zu verbinden.

Der Lebenslauf ist vom 22. April bis zum 3. Mai. Die Anmeldung erfolgt im Internet auf der der Seite www.ditzinger-lebenslauf.de. In der Glemsaue findet nichts statt.

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