Corona und Ferienende Schulen sehen sich gut vorbereitet

Von Nathalie Mainka
Alles ist vorbereitet: Der Rutesheimer Schulleiter Jürgen Schwarz (Zweiter von rechts) stimmt sich mit seinen Kollegen ab. Foto: Simon Granville

Altkreis - Am Montag ist’s vorbei mit dem Faulenzen, dann startet nach den Weihnachtsferien wieder die Schule. Trotz hoher Coronazahlen und der Ausbreitung der Omikron-Variante hat das Kultusministerium von Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium beschlossen, dass der Präsenzunterricht das oberste Ziel sein sollte. Fern- oder Hybridunterricht für einzelne Klassen, Lerngruppen, Bildungsgänge oder auch die gesamte Schule solle es nur geben, wenn zuvor alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, heißt es in einem Brief des Kultusministerium, der an die Schulen und Schulkindergärten adressiert ist.

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Für alle Eventualitäten ist Jürgen Schwarz, der Schulleiter des Rutesheimer Gymnasiums, gerüstet. Er war während der Woche vor dem Schulstart im Gebäude in der Robert-Bosch-Straße gut beschäftigt. „Ich bin durch alle Räume gegangen, habe die Laufwege abgesichert und geschaut, ob die IT funktioniert.“ Permanent hält er sich auf dem Laufenden, um rasch auf mögliche Änderungen der Coronaverordnung reagieren zu können. „Mit guten Wünschen, dass sie auf sich aufpassen sollen, habe ich die Schüler in die Weihnachtsferien verabschiedet“, sagt Schwarz. Viele seien im Skiurlaub gewesen, andere hätten Verwandte besucht.

85 Prozent der Schüler ab der zehnten Klasse sind geimpft

„Die Schüler haben grundsätzlich ein hohes Verantwortungsbewusstsein, auch was das Impfen betrifft“, so der Schulleiter. Laut interner Erhebungen seien mittlerweile mindestens 85 Prozent der Schüler von der zehnten bis zur Abiturklasse immunisiert. „Die Diskussion, ob sich auch die Jüngeren impfen lassen sollen, führen wir nicht, das liegt in der Verantwortung der Eltern.“ Schon vor den Ferien wurden die Schüler dreimal pro Woche getestet.

Jürgen Schwarz froh, dass er Unterstützung von den Schulsozialarbeitern, den Eltern und den Lehrkräften bekommt. In der kommenden Woche sollen Schüler und Beschäftigte an den Schulen, die keine Auffrischungsimpfung haben, jeden Tag getestet werden. Die Maskenpflicht gilt weiterhin – mit Ausnahme im Freien auf dem Schulhof mit der entsprechenden Abstandsregelung. Um alles bestmöglich stemmen zu können, hat Jürgen Schwarz das Lehrerkollegium eng eingebunden. „Bestimmte Lehrkräfte sind bestimmten Funktionen zugeteilt und mittlerweile Spezialisten auf ihrem Gebiet, anders wäre es gar nicht mehr machbar.“

Die Maskenpflicht gilt weiterhin

Auch Sascha Annette Sauter, die Schulleiterin der Weil der Städter Heinrich-Steinhöwel-Gemeinschaftsschule, ist mit ihrem Kollegium bestens vorbereitet für den Start am Montag. „Wir haben mittlerweile Erfahrung und sind für alles eingerichtet, auch technisch für den Fernunterricht.“ Für sie gilt nach wie vor das Motto „auf Sicht fahren und von Woche zu Woche planen“. Die Konferenz für das gesamte Lehrerkollegium findet in der kommenden Woche online statt. Alle relevanten Informationen sind auf der Homepage der Schule in einem gesicherten Bereich einsehbar.

Neu eingeführt in der Gemeinschaftsschule wird demnächst das Lernmanagementsystem „itslearning“. Das webbasierte System, das seinen Ursprung in Helsinki hat, ermöglicht die Bereitstellung von Lerninhalten, die Organisation von Lernvorgängen und die Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden. „Was die Digitalisierung betrifft, sind wir also ganz gut ausgestattet“, sagt Sauter. Sollte ein Schüler einer Abschlussklasse in die Quarantäne müssen, ist in diesem Fall auch Hybridunterricht – also eine Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht – möglich.

Diesmal sind die Maßnahmen weitgehend bekannt

Jörg Fröscher, der Rektor Theodor-Heuglin-Gesamtschule in Hirschlanden, hat „nichts Weltbewegendes“ in dem jüngsten Schreiben des Kultusministeriums entdeckt. „Die Tatsache, dass wir in der ersten Woche nach den Ferien alle Schüler, die nicht geboostert sind, täglich testen sollen, ist neu, viel mehr habe ich da sonst nicht heraus gelesen.“ Alle anderen Maßnahmen seien bereits bekannt. Auch seine Schule sei auf alle möglichen Situationen und die daraus resultierenden Unterrichtsformen selbstverständlich vorbereitet. „Digital sind wir bestens ausgestattet, das waren wir auch schon vor der Pandemie“, sagt Fröscher. Alle Schüler der Sekundarstufe hätten ein iPad, mit dem sie auch von zu Hause arbeiten könnten.

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Die Theodor-Heuglin-Gesamtschule profitierte dabei von einem Pilotprojekt der Stadt Ditzingen, die eine Digitalisierungsoffensive gestartet hatte. Zudem hat sich die Bildungseinrichtung mit vielen anderen Gesamtschulen zusammengeschlossen und eine eigene digitale Lernumgebung geschaffen. „Hier können wir etwa optimal in Gruppen arbeiten und später wieder alles zusammenführen“, sagt Fröscher. Gespannt sei er, was in den nächsten Tagen in seinem Posteingang landet. „Wir haben uns längst an die Ungewissheit gewöhnt, die natürlich auch Mehrarbeit bedeutet.“

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