Corona – Tot- und Lebendimpfstoffe Welche Vorteile hat ein Totimpfstoff?

Von Markus Brauer/Werner Ludwig
Ein Mitarbeiter prüft die Verpackungsqualität von inaktivierten Corona-Impfstoffprodukten (Totimpfstoff) in einer Verpackungsanlage des Beijing Biological Products Institutes, einer Einheit von Sinopharm. Mit Sinopharm hatte in China bereits im Dezember 2020 erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffes erhalten. Foto: dpa/Zhang Yuwei/XinHua

Von Menschen, denen die im Eiltempo entwickelten mRNA- und Vektorimpfstoffe gegen Corona suspekt sind, hört man daher bisweilen das Argument: „Mit einem traditionellen Totimpfstoff würde ich mich eher impfen lassen.“

Totimpfstoffe gibt es schon lange

Totimpfstoffe haben sich seit Jahrzehnten bewährt und werden etwa gegen Influenza, Diphtherie, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten, Tetanus und Tollwut eingesetzt.

Tatsächlich werden solche Vakzine in China und anderen Ländern bereits eingesetzt. Die Wirksamkeit ist laut den bisher vorliegenden Daten geringer als etwa bei den mRNA-Impfstoffen. So liegt die Schutzwirkung des Totimpfstoffs des chinesischen Herstellers Sinovac vor symptomatischen Corona-Infektionen je nach Datenquelle zwischen 50 und rund 90 Prozent.

So funktionieren Totimpfstoffe

Totimpfstoffe enthalten nur abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können, oder – das ist die andere Variante – Bestandteile der Erreger. Sie werden im Labor auf speziellen Nährböden oder in Zellkulturen gezüchtet.

Die Erreger werden vom Körper als fremdartig erkannt und regen das körpereigene Immunsystem zur sogenannten Antikörperbildung an, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbrechen würde.

Um die Immunreaktion in Gang zu bringen, enthalten Totimpfstoffe in der Regel Adjuvantien, welche die Wirkung verstärken, aber auch das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen können.

Das sind die Vor- und Nachteile von Totimpfstoffen

Vorteil: Das Risiko für eine Impfkrankheit und schwerwiegende Nebenwirkungen nach Impfungen mit Totimpfstoffen sind sehr selten.

Totimpfstoffe haben in der Regel geringere Nebenwirkungen als Lebendimpfstoffe. Deshalb gehören heute die meisten Impfstoffe zu dieser Kategorie. Im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen muss auch kein Abstand zu anderen Impfungen eingehalten werden.

Nachteil: Der Impfschutz lässt also nach einer gewissen Zeit nach, so dass eine Auffrischung notwendig wird.

Beispiel für Totimpfstoff: Nuvaxovid

Das Novavax-Produkt Nuvaxovid ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff – wie die Präparate von Biontech und Moderna – noch ein Vektor-Impfstoff – wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Wie alle Impfstoffe soll Nuvaxovid das Immunsystem auf eine mögliche Infektion vorbereiten.

Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. Das Coronavirus nutzt dieses Protein, um an die Körperzellen anzudocken und die Aufnahme in die Zelle zu vermitteln. Das Coronavirus braucht daher das Spike-Protein, damit es eine Zelle befallen kann.

Novavax ist ein US-amerikanisches Pharmaunternehmen, das auf die Entwicklung von Impfstoffen spezialisiert ist. Es hat seinen Hauptsitz in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland.

So wirken Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger Krankheitserreger, die allerdings so abgeschwächt wurden, dass sie die Erkrankung selbst nicht auslösen. Nur in seltenen Fällen können sie zu einer leichten Impfreaktion führen.

Solche Impfkrankheiten betreffen hauptsächlich Patienten mit einem geschwächten Abwehrsystem. Um die damit verbundenen Risiken zu vermeiden, rät man bestimmten Risikopatienten daher von einer Impfung mit Lebendimpfstoffen ab.

Zu den Lebendimpfstoffen gehören beispielsweise Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Der Impfschutz ist in der Regel sehr wirksam und hält nach der Grundimmunisierung meist ein Leben lang.

Das sind die Vor- und Nachteile von Lebendimpfstoffen

Vorteil: Der Impfschutz nach einer Lebendimpfung hält lange an, zum Teil sogar lebenslang (nach vollständiger Grundimmunisierung).

Nachteil: Es ist zwar sehr selten, aber doch möglich, dass die Impfung ähnliche Beschwerden wie die Krankheit selbst hervorruft. Die Symptome sind aber sehr schwach und dauern nur wenige Tage an. Im Vergleich zu früher sind die heutigen Lebendimpfstoffe sehr gut verträglich.

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