Corona in Schulen Heimsheim will Luftfilter testen

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So oder ähnlich soll es auch bald in Kitas und Schulen in Heimsheim aussehen. Foto: dpa/Sven Hoppe

Heimsheim - Nicht nur in der Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit sowie bei Lehrer- und Kommunalverbänden wird mit Beginn des neuen Schuljahres über den Nutzen von mobilen Luftfiltern in Klassenzimmern diskutiert. Auch in den Schulen und Gemeinden gibt es unterschiedliche Ansichten. Während das finanziell arg gebeutelte Weil der Stadt mobile Luftfilter angeschafft hat, entschied sich die kleine Enzkreis-Gemeinde Wimsheim auf Anraten von Schulleitung und Elternvertretern dafür, dass regelmäßiges Lüften der Räume und das Tragen von Masken ausreichend sind.

Heimsheimer Firma stellt Filter her

Ähnlich kontrovers wurde nun auch in Heimsheim diskutiert. Anlass war ein interfraktioneller Antrag einiger Gemeinderäte, mit dem Ziel, die Stadt solle mobile Luftfilter für die Klassen eins bis sechs der Ludwig-Uhland-Schule sowie weitere für die Kindergärten anschaffen. Dies sehen die Initiatoren als zusätzlichen Baustein im Kampf gegen das Coronavirus. Auch die Schulleitung und der Gesamtelternbeirat würden sich das wünschen, hieß es. Die an dem Antrag beteiligten Gemeinderäte von CDU, SPD, Unabhängiger Wählervereinigung und Freier Wählervereinigung wiesen darauf hin, dass es in Heimsheim mit der Firma Krieg einen Hersteller für Luftfilter geben würde.

Die Stadtverwaltung und der Bürgermeister Jürgen Troll sahen dies anders. Man habe sich bereits vor den Sommerferien intensiv mit dem Thema beschäftigt. In den Einrichtungen stünden ausreichend CO2-Ampeln zur Verfügung. Laut der Coronaverordnung müsse alle 20 Minuten in den Klassenzimmern gelüftet werden. Weder die Kindertagesstätten noch die Ludwig-Uhland-Schule hätten Bedarf gemeldet. Die Schulkonferenz habe sich gegen mobile Lüftungsgeräte ausgesprochen. Dort präferiert man raumlufttechnische Anlagen, die zusammen mit der Heizungssanierung eingebaut werden könnten.

Filter nur in schlecht belüfteten Räumen sinnvoll?

Die Verwaltung rechnete aus, dass 41 Luftfilter allein für die Klassen eins bis sechs sowie 73 für die Kitas rund 224 000 Euro kosten würden. Sie führte eine Aussage des Umweltbundesamts an, wonach mobile Lüftungsgeräte allenfalls in schlecht zu lüftenden Räumen eine sinnvolle Ausstattung seien. Solche gebe es jedoch in den Einrichtungen in Heimsheim nicht.

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In der Folge entspann sich unter den Gemeinderäten eine lebhafte Diskussion darüber, ob mobile Luftfilter nötig sind und welche Wirkung sie haben. Es sei höchste Zeit" dafür, so Rolf Vetter (SPD). „Bei den Kleinsten sollte man nicht sparen“, sagte Ulrich Meeh (Unabhängige Wählervereinigung). Und „jeden kleinen Baustein, der hilft, Infektionen zu verhindern, sollten wir nutzen“, forderte Ralf Rüth (CDU), um nur einige Beiträge zu nennen. Es gab aber auch Gegenrede, etwa von Stefan Adelmann (Freie Wählervereinigung): „Ich halte solche Geräte nicht für nötig, wenn man überall lüften kann“, was in der Tendenz von Sabine Kiedaisch (Bürger für Heimsheim) unterstützt wurde. Sie betonte, die Gesundheit von Kindern sei ihr wichtig, „aber da muss man jetzt abwägen“.

Filter werden vorerst gemietet

Uwe Braun (CDU) stellte den Antrag, beim Heimsheimer Hersteller zunächst einige Luftfilter zu mieten, um Erfahrungen für eine Entscheidung zu sammeln. Außerdem soll eine Liste mit potenziellen Räumen für die Luftfilter erstellt werden. Schließlich wurde dieser Vorschlag einstimmig vom Gremium angenommen.

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