Corona in Rutesheim Die Pandemie kostet Tennisverein und Stadt viel Geld

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Der Tennisclub Rutesheim plant eine dritte Tennishalle und umfangreiche Sanierungen. Foto: /Simon Granville

Rutesheim - Im Sommer 2018 ist die Welt noch in Ordnung gewesen. Der Rutesheimer Gemeinderat hat seinerzeit einstimmig beschlossen, dass der örtliche Tennisclub für seine Investitionen einen Zuschuss von rund 345 000 Euro bekommt. Doch das sind längst überholte Zahlen. Mit Bauchgrimmen („Das ist viel Geld“ – Christina Almert, CDU) hat das Gremium inzwischen mehr Geld locker gemacht. Zudem muss die Stadt ihre Ausfallbürgschaft erneut aufstocken.

Pläne für eine dritte Tennishalle

Der Verein will nämlich eine dritte Tennishalle an die bestehenden anbauen, die vorhandenen Hallenplätze sanieren sowie das Vereinsheim auf Vordermann bringen und erweitern. Dafür wird ihm auf der Grundlage der städtischen Förderrichtlinien ein Zuschuss von einem Drittel der Kosten gewährt. Doch bereits ein Jahr später zeichnete sich ab, dass der beschlossene Zuschuss sich auf rund 463 000 Euro erhöhen wird. Maßgebend für die endgültige Höhe des Zuschusses sind die Kostenfeststellungen.

Aufgrund der Coronapandemie gab es Verzögerungen bei der Auftragsvergabe für den Erweiterungsbau der Tennishalle. Im Zuschussantrag vom März 2019 lag die Kostenschätzung für den Hallenbau bei 1,09 Millionen Euro. Nach der Ausschreibung liegen die Kosten für die Halle nun bei rund 1,31 Millionen Euro. Allein die Arbeiten rund um die dritte neue Tennishalle werden um 365 000 Euro teurer. Und dazu gab es noch einen größeren Wasserschaden im Bereich der sanitären Anlagen im Vereinsheim.

Doch für eine so große Investition hat der Tennisclub Rutesheim (TCR) selbst nicht genug Geld. Der Verein verfügt über ein Eigenkapital von 265 000 Euro. Somit benötigt er Darlehen von der Bank. Und so hat die Stadt eine Bürgschaft von 660 000 Euro übernommen. Durch die Verzögerung der Vergabe und der deutlich gestiegenen Baukosten muss der TCR nun ein weiteres Darlehen zur Finanzierung der Baumaßnahme aufnehmen.

Sicherheit für die Bank

Als Sicherheit benötigt die Bank eine weitere Ausfallbürgschaft. Die Sicherung in Form einer Grundschuld ist nicht möglich, da die Kommune die Eigentümerin des Grundstücks ist, das langfristig an den Verein verpachtet wurde. Deshalb können vom Verein keine üblichen Grundpfandrechte als Sicherheiten bestellt werden.

Vorbehaltlich der Genehmigung der Rechtsaufsichtsbehörde, also des Landratsamtes, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine weitere Ausfallbürgschaft der Stadt für das TCR-Vorhaben von bis zu 250 000 Euro gewährt. Der im Juni 2019 dafür vom Gemeinderat beschlossene Betrag von 660 000 Euro erhöht sich nun auf 910 000 Euro.

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