Corona im Sportbetrieb Einheitlich sieht anders aus

Von Andreas Klingbeil
Tornetze für ein Punktspiel müssen die Handballer in diesem Jahr nicht mehr festzurren. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Leonberg - Groß ist die Verunsicherung in den Sportverbänden nach dem Coronaverordnungs-Wirr-Warr der Landesregierung vor dem vergangenen Wochenende gewesen. Erst war die 2-G-plus-Regel (Geimpfte und Genesene brauchen einen tagesaktuellen negativen Schnelltest) in den Hallensportarten auch auf die Sportler selbst ausgeweitet worden, nachdem sie zuvor nur für die Zuschauer gegolten hatte. Dann wurde noch am Wochenende zurückgerudert. Ausgenommen von der Regel sind diejenigen Akteure, die bereits ihre dritte Impfung bekommen haben, sowie Geimpfte und Genesene, deren zweite Impfung beziehungsweise Infektion nachweislich nicht länger als sechs Monate zurückliegt.

Während im Württembergischen Fußballverband mit sofortiger Wirkung alle bis zum Jahresende terminierten Spiele abgesetzt und damit die Vereine vorzeitig in die Winterpause geschickt worden sind, hatten andere Sportverbände den Spielbetrieb zunächst lediglich für das vergangene Wochenende ausgesetzt. Mit Bekanntgabe der neuen Coronaverordnung Sport, die am Dienstag in Kraft getreten ist, sind nun auch die Entscheidungen in den Hallensportarten über das weitere Vorgehen gefallen.

Fortsetzung frühestens im Januar

Handball In diesem Jahr gibt es keinen Spielbetrieb mehr. Eine Fortsetzung in allen Staffeln von der Kreis- bis zur Württembergliga soll frühestens im Januar erfolgen. „Wir möchten zur Bekämpfung der vierten Welle vor Weihnachten beitragen“, erläutert Michael Roll, der Vorsitzende des Ausschusses Spieltechnik in einer Pressemitteilung. Auch wenn es aus sportlicher Sicht schwerfalle: Es gelte, ein Zeichen zu setzen und Kontakte zu vermeiden. Für die somit abgesetzten Begegnungen sind Nachholtermine in der zweiten Saisonhälfte vorgesehen, mit der Option einer Verlängerung des Spieljahres in den Mai.

Wenig später kam dann auch noch die Erklärung von „Handball Baden-Württemberg“ – nach eigener Aussage ebenfalls mit einem einstimmigen Gremiumsentscheid. Umso überraschender der weitere Inhalt. In der Oberliga wird, ganz konträr, am kommenden Wochenende wieder um Punkte gespielt. Zweimal Handball, zweimal eine identische Ausgangslage – jedoch jeweils völlig unterschiedliche Bewertungen. Bei der eigenen, heißt es von der baden-württembergischen Dachorganisation, habe man nicht zuletzt das Stimmungsbild der Vereine berücksichtigt.

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Basketball Der Sportausschuss und die Jugendspielkommission des Basketballverbandes Baden-Württemberg haben am Dienstagabend beschlossen, allen interessierten Mannschaften weiterhin die Teilnahme am Spielbetrieb zu ermöglichen, während keine Mannschaft zu einer Teilnahme an Spielen gezwungen wird. Das heißt: Spielverlegungen für Begegnungen, die bis zum 8. Januar im Terminplan stehen, sind kostenlos und ohne Begründung möglich. Und das gilt von der Kreis- bis zur Oberliga. Während am vergangenen Wochenende beispielsweise die Oberliga-Frauen der KSG Gerlingen ihre Partie gegen die TG Nürtingen austragen konnten, ruhte der Spielbetrieb im Bezirk drei. Das Landesliga-Heimspiel des SV Leonberg/Eltingen gegen die TSG Schwäbisch Gmünd fand deshalb nicht statt. Für dieses Wochenende haben die Leonberger ihre Partie bei den Merlins Crailsheim III nun abgesagt. Der Gegner und die Staffelleitung sind bereits informiert.

Spiele auf freiwilliger Basis

Volleyball Nach Rücksprache mit dem Nordbadischen und Südbadischen Verband setzt der Württembergische Volleyballverband den Spielbetrieb fort. Alle Mannschaften, deren Spiele am Wochenende 4./5. Dezember ausgefallen sind, werden gebeten, sich gemeinsam auf einen Nachholtermin zu einigen. Die Spiele sollen nach Möglichkeit bis zum Wochenende 12./13. Februar des kommenden Jahres nachgeholt werden. Es gilt weiterhin die Regel, dass, wenn sich eine Mannschaft unter den herrschenden Bedingungen nicht in der Lage sieht zu spielen, die Begegnung nach Rücksprache mit der spielleitenden Stelle verlegt wird. Die Verlegung ist so früh wie möglich vor dem Spiel zu beantragen.

Bei den beiden Oberligisten aus dem Altkreis Leonberg wird somit davon ausgegangen, dass ihre Begegnungen stattfinden. Zumal sie noch nichts Gegenteiliges von ihren Gegnern gehört haben. Die Frauen der TSF Ditzingen werden somit die Fahrt nach Burladingen antreten. Die Flachter Männer erwarten am Samstagabend (20 Uhr) die TSG Tübingen. Noch nicht geklärt ist jedoch, ob Zuschauer zugelassen werden oder nicht. Beim Verbandspokalspiel der dritten Runde in der vergangenen Woche gegen den Regionalligisten TSV Georgii Allianz Stuttgart II, das mit 0:3 (15:25, 15:25, 18:25) verloren wurde, hatten sich Zuschauer aber sowieso nur sehr spärlich eingefunden.

Unterbrechung bis auf Weiteres

Tischtennis Das Präsidium von Tischtennis Baden-Württemberg hat entschieden, die am vergangenen Freitagabend bekannt gegebene Unterbrechung der Saison bis auf Weiteres beizubehalten. „Wir fahren jetzt keinen Zick-Zack-Kurs“, sagte der Präsident Rainer Franke dazu.

Badminton Die Saison ist unterbrochen, die Saisonwertung soll auf Basis einer Halbrunde erfolgen. Herangezogen werden dafür die absolvierten ersten drei Spieltage sowie die dann noch zu spielenden beiden spiegelgleichen Spieltage der Rückrunde.

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