Corona im Kreis Böblingen Wenn es sich morgens im Schulbus ballt

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Morgens, 7.30 Uhr, in Rutesheim. Am Schulzentrum treffen reihenweise die Schulbusse ein, die allesamt vollgepackt sind. Foto: factum/Jürgen Bach

Kreis Böblingen - Die Corona-Pandemie rückt so manches Problem, das schon länger existiert, verstärkt in den Vordergrund. Jüngstes Beispiel: Überfüllte Schulbusse in den Stoßzeiten. Gerade angesichts der neuerlichen Beschränkungen des Teil-Lockdowns, der seit diesem Montag gilt, stellen sich viele die Frage: Wie kann es sein, dass sich die Schulkinder in die Busse quetschen müssen, während sonst auf einen Mindestabstand von anderthalb Metern gepocht wird?

Zunächst gilt: Die Abstandsregel von 1,5 Meter im öffentlichen Raum wird im Nahverkehr nicht angewendet. Stattdessen gilt dann die Maskenpflicht.

Das macht das Land

Das Kultusministerium hat dazu im September ein Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro aufgelegt, vorerst befristet bis Ende des Jahres. Damit sollen zusätzliche Verbindungen auf Schulbuslinien finanziert werden. 80 Prozent der Kosten für diese Verstärkerfahrten trägt das Land Baden-Württemberg. 20 Prozent muss der jeweilige Landkreis zahlen, der sie beantragt. In einigen Teilen des Altkreis Leonberg gibt es die Zusatzverbindungen erst seit dieser Woche, etwa zur Ludwig-Uhland-Schule in Heimsheim. In anderen Bereichen, wie etwa in Rutesheim, sind die Busse auch schon vor den Herbstferien unterwegs gewesen.

Wer profitiert davon, wer nicht?

Das Rutesheimer Schulzentrum profitiert dabei von mehr Schulbussen auf den Strecken Leonberg-Weissach, Renningen-Weissach und aus dem Enzkreis (beide über Perouse). Diese zusätzlichen Busse kosten bis Ende des Jahres 17 500 Euro, von denen der Kreis etwa 3500 Euro trägt. In Weil der Stadt gibt es dagegen nur eine zusätzliche Fahrt morgens und nachmittags auf der Linie 670 – die allerdings hat der Landkreis Calw beantragt und bezuschusst.

Die Schulzentren in Renningen oder Leonberg können sich nicht über weitere Fahrten freuen. In Leonberg sei das aber noch in der Prüfung. Im gesamten Kreisgebiet seien 17 Verstärkerleistungen bei den Busunternehmen beauftragt und die Fördermittel dafür beim Land beantragt worden. Die entsprechende Drucksache hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss im Oktober bereits vorberaten. Mitte November wird dies auch Thema im Böblinger Kreistag sein.

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