Corona im Kreis Böblingen Landrat: Bei uns bleibt kein Impfstoff liegen

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Am Kreisimpfzentrum in Sindelfingen herrscht großer Andrang. Foto: Simon Granville

Kreis Böblingen - Mit zwei guten und einer schlechten Nachricht hat sich das Böblinger Landratsamt am Mittwochabend an die Öffentlichkeit gewandt. „In unserem Kreisimpfzentrum bleibt kein Impfstoff unverimpft liegen“, betont Landrat Roland Bernhard. Der Betrieb im Impfzentrum auf der Sindelfinger Messe laufe sehr gut. Seit dem Start am 14. Februar seien über 2000 Dosen des Vakztins von Biontech und auch über 2000 des Vakzins von Astrazeneca dort verabreicht worden. Dazu kommen noch etwa 350 Mitarbeitende des Klinikverbunds, die nahezu vollständig auch bereits zweitgeimpft sind.

Zuletzt hatte es immer wieder bundesweit Berichte gegeben, dass Impfberechtigte unter 65 Jahren eine Immunisierung mit dem Astrazeneca-Vakzin ablehnten, weil sie mehr Nebenwirkungen und eine geringere Wirksamkeit befürchteten. Zudem gab es Kritik am Vorgehen der Landesregierung, die einen Teil der neuen Impfstofflieferungen für die zweite Impfung zurücklegen ließ.

Viele kommen zu früh zum Termin

„Diese Woche ist das Kreisimpfzentrum von Dienstag bis Sonntag geöffnet. Davon von Freitag bis Sonntag im Zweischichtbetrieb“, sagt Bernhard. „Diese Ausweitung zeigt die größere Verfügbarkeit von Impfstoff und damit von Terminen.“

Am vergangenen Wochenende sei es zum Teil zu technischen Problemen gekommen, was zu Wartezeiten geführt habe. Im Impfzentrum selbst sei es aber geordnet und gut abgelaufen. „Generell ist es so, dass wir dazu aufrufen, nicht zu früh zum Termin zu kommen“, appelliert Wiebke Höfer, die organisatorische Leiterin des KIZ. „Wir müssen natürlich im Eingangsbereich auf die Abstandsregeln achten. Deshalb werden die Menschen am Eingang nach der Uhrzeit ihres Termins aufgerufen, ein früherer Einlass ist nicht möglich.“

Inzidenz ist wieder gesunken

Die zweite gute Nachricht: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Böblingen ist zuletzt wieder gesunken, teilweise sogar unter die Marke von 35 Infektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Noch vor rund zwei Wochen hatte das anders ausgesehen. Drei größere Corona-Hotspots in Pflegeheimen in Böblingen, Sindelfingen und Weil im Schönbuch hatten die Inzidenz zwischenzeitlich deutlich ansteigen lassen. Derzeit gebe es noch 183 aktive Fälle. Die Hälfte davon – und das ist die schlechte Nachricht – befindet sich aber nach wie vor in Pflegeeinrichtungen.

Der Landrat zeigt sich über die aktuellen inzidenz-Werte erfreut. Dennoch müsse man sich klar darüber sein, dass die Zahlen schnell wieder ansteigen können. Auch vor diesem Hintergrund gelte eine Art „Schutzmantel“ um die Altenpflegeheime immer ein Hauptaugenmerk.

Bis auf ein Pflegeheim sind alle erstgeimpft

„Wir haben unsere Strategie im Landkreis immer mit Blick auf die vulnerabelste Gruppe, nämlich auf die Bewohnerinnen und Bewohner in den Heimen, ausgerichtet. Wir haben im Frühjahr 2020 als einer der ersten Landkreise flächendeckend alle Heime durchgetestet, ohne damals zu wissen, ob wir die Kosten dafür erstattet bekommen“, erinnert Roland Bernhard.

Auch habe man als einziger Kreis in Baden-Württemberg das Kreisimpfzentrum nicht vor Ort eröffnet, sondern allen Impfstoff in die mobilen Teams gegeben, die vor Ort in den Pflegeheimen geimpft haben. Bis auf ein Pflegeheim, das vom jüngsten Ausbruch betroffen war, sei nun in allen Einrichtungen im Kreis die erste Dosis verabreichet worden. Mit dieser einen Ausnahme sei man in wenigen Tagen überall auch mit der zweiten Spritze durch. Die positive Entwicklung zeige sich auch in den Kliniken im Kreis. Dort würden aktuell noch 20 Covid19-Patienten stationär behandelt.

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