Corona im Altkreis Leonberg Gibt es bald vollen Unterricht bei täglichen Tests?

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An der Ferdinand-Porsche-Schule in Weissach wird immer dienstags und freitags getestet. Foto: Jürgen Bach

Altkreis - Ihr ganz persönliches Motto lautet: „Man muss versuchen, immer gelassen und flexibel zu bleiben.“ Enorm wichtig sei zudem die stetige Rücksprache mit den Kollegen und natürlich mit den Eltern. Anders hätte Karin Karcheter, die Rektorin der Weissacher Ferdinand-Porsche-Gemeinschaftsschule, das vergangene Corona-Jahr mit den sich stets wechselnden Verordnungen und Beschlüssen gar nicht meistern können. Und es ist noch lange nicht vorbei.

Aktuelle Herausforderung: die Corona-Schnelltests. Als Bund und Länder noch in ihrer Konferenz diskutierten, dass zwei Testungen pro Woche für Schüler und Lehrkräfte anzustreben seien, sind zahlreiche Schulen der Politik bereits mindestens einen Schritt voraus. Beispielsweise in Weissach. Dort finden seit der vergangenen Woche die regelmäßigen Tests statt.

Immer dienstags und freitags in der ersten Schulstunde. Karin Karcheter ist in diesem Fall froh, „dass es von übergeordneter Stelle keine Verordnung gibt, wie die Schulen diese Tests zu organisieren haben. Das wäre wieder mit zu viel Bürokratie verbunden gewesen“.

So schickte sie kurzerhand selbst einige Lehrerinnen und Lehrer zur Schulung ins Testzentrum nach Leonberg. Auch interessierte Eltern wurden hier mit einbezogen, damit sie dann vor Ort helfen können. Die Tests selbst bekommt die Schule von einer Apotheke in Leonberg geliefert. „Diese Schnelltests sind so einfach, das bekommen auch die Erstklässler mit Anleitung sehr gut hin“, sagt die Rektorin.

Das ganze Prozedere findet also zweimal wöchentlich im Klassenverbund statt. Mit im Zimmer ist eine Lehrkraft und bei den Grundschulkindern auch zwei Eltern. Kritik, die Kinder würden die erste Schulstunde verpassen, weist Karcheter mit deutlichen Worten zurück. „Sie lernen in dieser Stunde sehr viel, vor allem zuzuhören und sich selbst zu testen.“

In der Weissacher Gemeinschaftsschule wird im Klassenverbund getestet. Foto: Jürgen Bach

Karin Karcheter will anderen Schulen unbedingt Mut machen, ebenfalls regelmäßig zu testen. „Das ist so einfach und keineswegs schmerzhaft, unser Ziel ist es, die Schule möglichst lange offen zu halten. Den Kindern tut es gut, hier zu sein.“ 80 Prozent der Kinder – gut 300 sind derzeit präsent, unter anderem im Wechselunterricht – lassen sich regelmäßig testen. „Damit bin ich schon ganz zufrieden, zwingen können wir niemanden und ich frage auch nicht nach den Gründen, denn das ist ja alles freiwillig.“ Die Weissacher Rektorin wünscht sich in der momentanen Zeit weniger bürokratische Hürden und allgemein mehr Tatkraft, Dinge einfach mal anzupacken anstatt erst einmal zu fragen, ob das mit dem Datenschutz einher gehen würde. „Wir dürfen uns derzeit nicht mit normalen Zeiten messen und wir müssen lernen, mit dem Virus umzugehen, denn Corona wird uns noch lange begleiten.“

Der Schnelltest sei nur eine Momentaufnahme. „Wenn alle negativ sind, gibt uns das ein gutes Gefühl, trotzdem dürfen wir keinesfalls unvorsichtig sein“, sagt Karcheter, die auch mit den Schulen in Flacht und Rutesheim gut vernetzt ist. „Wir in Weissach sind schon ein bisschen wie auf einer Insel, wir haben genügend Räumlichkeiten, viele Lehrer sind schon geimpft und wir haben kaum krankheitsbedingte Ausfälle.“

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