Corona im Altkreis Erstimpfungen bleiben die Ausnahme

Von Kathrin Klette
Die Zahl der Impfangebote hat immer weiter zugenommen. Foto: Pixabay/geralt

Altkreis - Seit Herbst 2021 wird gegen Corona geboostert, was das Zeug hält. Die Kreisimpfzentren wurden bereits vor Monaten geschlossen. Inzwischen gibt es zusätzlich zu den Impfungen in den Arztpraxen aber immer mehr Angebote: Mobile Impfteams des Landes und der Kreise sind an wechselnden Standorten unterwegs oder besuchen Alten- und Pflegeheime, die Kommunen stellen Räume für private Anbieter zur Verfügung, und auch die Landkreise haben wieder Impfstützpunkte eröffnet. Nachgefragt werden vor allem Drittimpfungen, Erst- und Zweitimpfungen sind eher eine Seltenheit – mit einer großen Ausnahme.

Der Kreisimpfstützpunkt (KIS) des Kreises Böblingen in Sindelfingen hat seine Arbeit am 1. Dezember aufgenommen. Seither wurden dort rund 33 000 Impfungen verabreicht, berichtet das Landratsamt. „Als Landkreis haben wir mit dem KIS genau das Richtige getan und können mit der bisherigen Bilanz zufrieden sein“, sagt der Landrat Roland Bernhard. Er habe die Schließung der Impfzentren durch das Land zum 30. September immer kritisiert. Es sei ein großer Fehler gewesen, eine gut funktionierende Infrastruktur ohne Not wieder aufzulösen.

28 000 von 33 000 Impfungen sind Booster

Mit am Ende rund 33 000 Impfungen allein im KIS nach nur einem Monat stehe man gut da, so der Landrat, jedoch gelte wie überall: „Die Zahl der Erstimpfungen könnte höher sein.“ Circa 28 000 waren Booster-, 2700 Erst- und 1200 Zweitimpfungen. Dazu gab es bereits rund 1100 Kinderimpfungen.

Im Kreis Ludwigsburg waren zunächst zwei Impfstützpunkte in Betrieb gegangen. Seit Ende November wächst die Zahl weiter an. „Wir verzeichnen in Summe circa 15 000 Impfungen pro Woche in unseren Impfstützpunkten“, berichtet Frank Wittmer, Sprecher des Landratsamts. Weitere etwa 5000 Impfungen werden durch mobile Teams und bei Sonderaktionen verabreicht.

Viele Erstimpfungen in Pforzheim

„Im Zusammenspiel mit der Ärzteschaft, den mobilen Impfteams, den Impfangeboten vor Ort in den Gemeinden sowie den Impfstützpunkten wurde Großartiges geleistet.“ In Summe seien jetzt bis zu 20 000 Impfungen pro Tag im Kreis Ludwigsburg möglich. „Wir sind froh über jede Impfung, ob Erst-, Zweit- oder Drittimpfung. Das hilft uns, die Pandemie in den Griff zu bekommen.“

Lesen Sie aus unserem Angebot: 200 000 Menschen im Kreis noch nicht geboostert

Eine große Ausnahme in Sachen Erstimpfungen bildet die Impfambulanz in Pforzheim, die vom Enzkreis betrieben wird. Seit der Inbetriebnahme am 19. Oktober wurden dort 10 758 Menschen geimpft, davon erhielt fast die Hälfte, insgesamt 4816 Menschen, eine Erstimpfung. 3577 holten sich einen Booster. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, berichtet ein Sprecher des Enzkreis-Landratsamts. „Um 9 Uhr macht die Ambulanz auf, um halb 9 stehen die Menschen schon an.“ Vor allem die Zahl der Erstimpfungen könne sich sehen lassen.

4000 Impftermine in Ditzingen

Auch viele Kommunen bringen sich ein, um mehr Menschen die Möglichkeit einer Impfung zu bieten, indem sie beispielsweise Räume für dezentralen Impfangebote zur Verfügung stellen. Die Stadt Ditzingen stellte im November und Dezember gemeinsam mit mehreren Partnern mehr als 4000 Impftermine für die Bevölkerung bereit, berichtet die Stadtverwaltung. Eine erste Zwischenbilanz fällt dabei außerordentlich positiv aus, findet die Stadtverwaltung.

Besonders erfreut zeigte sich der Oberbürgermeister Michael Makurath darüber, dass viele der bisher durchgeführten Impfaktionen vollständig ausgebucht waren: „Die hohe Nachfrage zeigt, dass der Bedarf nach weiteren Impfaktionen da ist.“ Am neuen Kreisimpfstützpunkt in Ditzingen, der am 2. Januar in Betrieb gegangen ist, werden pro Tag etwa 200 Impfungen angesetzt.

Auch Kommunen organisieren zahlreiche Impftermine

Im Kreis Böblingen sind unter anderem die Städte Rutesheim und Renningen sehr aktiv, wenn es um zusätzliche dezentrale Impfangebote geht. Diese niederschwelligen Angebote sollen noch mehr Menschen animieren, sich eine Spritze geben zu lassen. In Rutesheim zum Beispiel gab es im Monat Dezember drei solcher dezentralen Angebote in der Festhalle Rutesheim. „Insgesamt hatten wir 1636 Impfungen, davon 246 Erstimpfungen“, berichtet der Erste Beigeordnete, Martin Killinger.

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